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Elf Jahre ohne Hauptamtsleiter haben Lücken in der Verwaltung hinterlassen. Die will der neue Amtsinhaber Alexander Jung zusammen mit Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) möglichst schnell schließen.

Nach Stüves Reform

Alexander Jung leitet das Schönecker Hauptamt

Elf Jahre war das Amt des Hauptamtsleiters im Schönecker Rathaus verwaist. Mit dem Einzug des Verwaltungsexperten Alexander Jung am 1. Februar hat sich dies nun geändert. Welche Akzente der 42-jährige Betriebswirt setzen wird, hat er im Gespräch verraten.

Elf Jahre sind inzwischen vergangen, seit der Vorgänger von Bürgermeisterin Conny Rück (SPD), Ludger Stüve (SPD), die Schönecker Verwaltung neu organisierte. Die Abteilungsleiter wurden zu Fachbereichsleitern ernannt und bekamen mehr Befugnisse.

Die Position des Hauptamtsleiters wurde damals gestrichen. Inzwischen hat sich wieder viel geändert. Die Gemeinde ist gewachsen. Die Verwaltung hat weitere Aufgaben übernommen. Bereits im vergangenen Jahr waren sich Gemeindevorstand und die Mehrheit in der Gemeindevertretung einig, die Stelle des Hauptamts- und Personalamtsleiters müsse wieder besetzt werden. Ein erster Anlauf scheiterte schon nach kurzer Zeit an unterschiedlichen Zielsetzungen.

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"Deshalb haben wir uns danach viel Zeit genommen und mit Alexander Jung nun hoffentlich eine optimale Lösung gefunden", sagt Rück. In der Tat scheint der 42-jährige studierte Betriebswirt Alexander Jung alle Voraussetzungen mitzubringen, um den Herausforderungen, die auf ihn im Schönecker Rathaus warten, Herr zu werden. Geboren in Reichelsheim in der Wetterau begann er seine berufliche Karriere 1995 mit der Ausbildung zum mittleren Dienst im Frankfurter Rathaus. Zwischen 2001 und 2006 absolvierte er in seiner Freizeit ein Betriebswirtschaftsstudium. Später wurde er stellvertretender Jugendamtsleiter in Frankfurt. 2011 wechselte er zunächst in die Eschborner Stadtverwaltung, dort war er für die Finanzen zuständig. Vor drei Jahren übernahm er in Egelsbach das Haupt- und Personalamt. "Es war vor allem der Fahrweg von zwei bis drei Stunden täglich, der mich zum erneuten Wechsel veranlasste", verrät der zweifache Familienvater den Grund für seine Bewerbung in Schöneck. Die eingesparte Zeit könne er nun seinen heranwachsenden Kindern widmen. Wegen seines Berufs habe er schon eines seiner Hobbys, nämlich seine Trompete, an den Nagel hängen müssen.

Begeisterter Bergsteiger

In seiner Jugend habe er mit Begeisterung in diversen Bands gespielt "und zwar alles von Abba bis Zappa" verrät der Verwaltungsexperte. Sein zweites Hobby, das Bergsteigen, habe er seiner Familie geopfert. "Ich bekomme meine Kinder höchstens im Winter zum Skifahren in die Berge. Im Sommer ist nichts zu machen", sagt Jung. Sein höchster Berg, den er erklettert habe, sei der Piz Bernina in den Schweizer Alpen gewesen. Immerhin mit 4049 Metern Höhe ein echter Viertausender. Heute klettert er nur noch selten, wenn dann ist er mit seinem Bruder unterwegs. Dafür hat Jung jetzt ein neues Hobby, er liest viel Science-Fiction- und Fantasy-Romane. "Da kann ich meiner Fantasie freien Raum lassen und mich herrlich entspannen", sagt er.

Blick auf den Haushalt

Bereits nach den ersten Wochen im neuen Job macht er sich in Absprache mit seiner Chefin ans Erstellen eines neuen Organigramms für die Verwaltung. "Wir haben derzeit rund 70 Mitarbeiter im Rathaus beschäftigt. Mit den Erzieherinnen in den Kitas sind es sogar 170.

Da die Haushaltslage der Gemeinde den Stellenplan vorgibt und damit die Neuschaffung von Stellen von der Gemeindevertretung erst genehmigt werden muss, muss ich zuerst einmal die Arbeitsabläufe im Zusammenspiel mit den jeweiligen Mitarbeitern zu optimieren versuchen", erklärt Alexander Jung.

Es gelte nicht nur, die einzelnen Arbeitsabläufe neu zu definieren, sondern es werde auch über individuelle Arbeitszeiten gesprochen. Beispielsweise über Homeoffice. Jung kommt dabei zupasse, dass er nebenbei noch als Dozent und Prüfer beim hessischen Verwaltungsschulverband tätig ist. Deshalb legt er auch Wert darauf, möglichst viel eigenes Personal in der Schönecker Verwaltung "heranziehen" zu können.

"Ich glaube schon nach den ersten gemeinsamen Gesprächen, dass Jung für unsere Gemeinde und unsere Verwaltung wirklich ein Glücksfall ist. Auch wenn er seinen Wohnort in Maintal-Wachenbuchen weiterhin beibehalten will", zeigt sich die Bürgermeisterin zufrieden. Auch der parteilose, aber politisch durchaus interessierte Jung scheint mit seinem neuen Arbeitsplatz zufrieden zu sein, denn er freut sich schon jetzt auf die zweite große Herausforderung, und das ist die Erstellung des Gemeindehaushalts 2020/21.

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