Die Gartenarbeit zu vernachlässigen kann ich schlimmsten Fall richtig teuer werden.
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Die Gartenarbeit zu vernachlässigen kann ich schlimmsten Fall richtig teuer werden.

Tipps für Grundstücksbesitzer

Wer seine Hecken nicht stutzt, der haftet

Zu hoch gewachsene Hecken und wuchernde Sträucher sind ein Ärgernis für Fußgänger. Und können durchaus eine Gefahr für Leib und Leben bedeuten, wenn sie den Straßenverkehr beeinträchtigen. Die Gemeindeverwaltung Schöneck hat fünf nützliche Tipps für Grundstückseigentümer, die ihnen Probleme mit dem Wildwuchs ersparen.

Manchmal lohnt ein Blick über den eigenen Gartenzaun: Ragen Bäume, Hecken und Sträucher an Grundstücksgrenzen in den Gehweg hinein, nervt das nicht nur die Fußgänger – im schlimmsten Fall könne es für diese sogar gefährlich werden, mahnt die Schönecker Gemeindeverwaltung an. Besonders Senioren mit Gehhilfen, Rollstuhlfahrer und Sehbehinderte, aber auch Eltern mit Kinderwagen beeinträchtige der Wildwuchs.

An Straßen sowie Geh- und Radwegen seien Grundstückseigentümer für die Verkehrssicherheit mitverantwortlich, heißt es weiter in einer Mitteilung. Immer wieder stelle die Behörde fest, dass Pflanzen von privatem Grund in den öffentlichen Raum hineinwachsen, ohne dass die Anlieger ihre wuchernden Hecken, Sträucher und Bäume zurückschnitten.

Pflegeschnitte erlaubt

Die Gemeindeverwaltung Schöneck erinnert deshalb erneut daran, die Hecken und Sträucher an öffentlichen Wegen rechtzeitig zu stutzen. Das Bundesnaturschutzgesetz, Paragraph 39, besagt zwar, dass es zwischen 1. März und 30. September verboten ist, Hecken und Gebüsche zu roden, abzuschneiden oder zu zerstören.

Allerdings sind schonende Form- und Pflegeschnitte sowie behördlich angeordnete oder zugelassene Schnitte, die verkehrsgefährdende Situationen beseitigen sollen, möglich. Größere Schnitte dürfen Hobby-Gärtner vor Beginn der Vegetationsperiode im Winterhalbjahr (1. Oktober bis Ende Februar) durchführen. Man muss allerdings darauf achten, dass sich keine Brutstätten wildlebender Tiere in Hecke und Strauch finden.

Vorsicht an Kreuzungen

Werden Passanten auf Wegen und Straßen behindert, die Verkehrssicherheit durch die Ausleuchtung der Wege beeinträchtigt, haften grundsätzlich die Grundstückseigentümer für Unfälle und Schäden, die durch von ihrem Garten aus wuchernde Pflanzen entstehen. Um diese Gefahrensituationen zu verhindern, gibt die Gemeindeverwaltung Schöneck privaten Grundstückbesitzern grundsätzlich folgende fünf Tipps:

  Hecken, Bäume und Sträucher an Straßen, Wegen und Plätzen rechtzeitig so zurückschneiden, dass alle Personen den öffentlichen Verkehrsraum ungehindert und ohne Gefahr nutzen können. Privates Grün darf nicht in den öffentlichen Straßenraum hineinragen.

  Wenn das Grundstück an öffentliche Verkehrsflächen angrenzt, muss das Lichtraumprofil beachtet werden. Die Pflanzen sollten bis zu einer Höhe von 2,50 Metern nicht über Geh- und Radwege ragen. Bei Straßen sind es 4,50 Meter.

  Hecken, Sträucher und Bäume, die an Einmündungen und Kreuzungen stehen, sollten so weit zurückgeschnitten werden, dass keine Äste über die Grundstücksgrenze hinausragen.

  Außerdem muss darauf geachtet werden, dass an Kreuzungen in alle Richtungen freie Sicht besteht.

  Hecken, Sträucher und Bäume rund um Straßenlampen und Verkehrsschilder (auch Verkehrsspiegel) müssen zurückgeschnitten werden, so dass die Straße ausreichend ausgeleuchtet ist und die Verkehrszeichen frühzeitig zu sehen sind. Jeder Verkehrsteilnehmer erwarte, so die Gemeindeverwaltung, dass andere Grundstückseigentümer und -besitzer alles unternehmen, um Verkehrsteilnehmer und deren Angehörige vor Gefahren zu schützen. Diesen Maßstab solle man an das eigene Verhalten ansetzen. Zudem sei man als Grundstückseigentümer verkehrssicherungspflichtig, und so könnte man im Schadensfall mit erheblichen Schadensersatzansprüchen konfrontiert werden.

(red)

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