Kinderbetreuung

Wer soll die neue Kita in Büdesheim betreiben?

Könnte die U3-Kindertagesstätte, die derzeit in der Mühlstraße in Büdesheim gebaut wird, auch von einem freien Träger betrieben werden? Das will die CDU-Fraktion prüfen lassen. Sie stellte deshalb am Montagabend einen entsprechenden Antrag in der Sitzung des Schönecker Sozialausschusses. Nach einigem Hin und Her stimmten die meisten Mitglieder des Gremiums dem Ansinnen zu.

Wo früher ein Supermarkt stand, entsteht derzeit in Büdesheim ein Neubau für eine Kindertagesstätte. Sie soll Platz für 40 Kinder unter drei Jahren bieten. Auch eine Bücherei, einen Jugendraum und fünf Wohnungen will die Gemeinde Schöneck darin unterbringen. Das Land Hessen fördert das Projekt, dessen Baukosten insgesamt auf 2,9 Millionen Euro geschätzt werden, mit 640 000 Euro.

Wegen dieses Zuschusses beäugten einige Teilnehmer der Ausschusssitzung den CDU-Antrag mit Skepsis. Denn die Förderrichtlinien schreiben vor, dass die Kita in diesem Jahr in Betrieb gehen muss. Schafft die Gemeinde das nicht, muss sie auf das Geld verzichten.

Grundsätzlich habe sie nichts gegen das Ansinnen, Angebote von freien Trägern für den Betrieb der neuen Kita in Erwägung zu ziehen, sagte Bürgermeisterin Conny Rück (SPD). „Das Problem ist die Zeit. Ich befürchte, dass wir damit zu knapp dran sind.“

Rainer Volz, Leiter des Fachbereichs Familie und Kultur bei der Gemeinde Schöneck, wurde noch deutlicher: „Das ist nicht zu schaffen. Da kommen wir in Teufels Küche.“ Dennoch wollte die CDU ihren Antrag nicht einfach aufgeben. Denn ein freier Träger für die Kita bedeute eine Entlastung für die Gemeinde, argumentierten Andreas Zeller, Thorsten Weitzel und Thomas Abraham.

In den vergangenen Wochen habe die Gemeinde bereits bei sieben Vereinen beziehungsweise Unternehmen unverbindlich angefragt, ob sie sich die Trägerschaft einer neuen Kita vorstellen könnten, berichtete Rainer Volz. Vier hätten sofort abgewinkt, drei hingegen hätten Interesse signalisiert.

Der Ausschuss einigte sich nun darauf, dass die Gemeinde mit diesen drei Institutionen – der Verein Honigbienchen aus Erlensee, PME Familienservice sowie die Johanniter – nochmals Kontakt aufnimmt und die Ergebnisse dann in der März-Sitzung der Gemeindevertretung vorstellt. Verschoben wurde hingegen die Abstimmung über einen weiteren CDU-Antrag. Dabei ging es um eine gesonderte Gebühr für die Teilnahme an der musikalischen Grundförderung der Musikschule Schöneck-Nidderau-Niederdorfelden in der Kita Sonnenwelle in Büdesheim.

Bisher leisten die Eltern dafür einen freiwilligen finanziellen Beitrag – normalerweise sind das 16,50 Euro pro Monat. Die Folge: Nicht alle Familien zahlen. Ein Pflichtbeitrag würde für mehr Gerechtigkeit und Transparenz sorgen, betonten Andreas Zeller und Thorsten Weitzel.

Andere Sitzungsteilnehmer konnten sich mit der Anregung nicht anfreunden. Sie verwiesen unter anderem darauf, dass es sich bei der musikalischen Grundförderung um ein soziales Projekt handle. Und, sagte Rück: „Unterschiedliche Gebühren für Kitas in der Gemeinde halte ich für sehr schwierig.“

Zweifel gebe es außerdem daran, ob die Gebührenordnung ein solches Vorgehen überhaupt erlaube. Unklar blieb darüber hinaus bei der Sitzung, ob der Musikschule durch das Förderprojekt ein Defizit entsteht. Diese Fragen will man nun klären, bevor sich der Ausschuss erneut mit dem Thema befasst.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare