Parkplatzsituation in Kilianstädten

Wird aus dem Grün ein Parkplatz?

Verkehrsprobleme stehen nicht nur bei der Bürgersprechstunde unmittelbar vor der jüngsten Gemeindevertretersitzung im Mittelpunkt des Interesses. Auch in der Parlamentssitzung streiten die Politiker über die unzureichende Parkplatzsituation in Kilianstädten.

Anlass zum Streit in der Schönecker Gemeindevertretersitzung ist die Parkplatzsituation in Kilianstädten: Die CDU-Fraktion hat den Antrag eingebracht, dass der Gemeindevorstand prüfen soll, inwieweit eine Umgestaltung der derzeit als Bushaltestelle und Park genutzten Fläche in der Frankfurter Straße, angrenzend an den Kiosk und die Metzgerei an der Kreuzung Raiffeisenstraße, in eine Parkfläche möglich sei. Festgestellt werden soll in diesem Zusammenhang auch, wie die Fläche begrünt und wie viele Parkplätze in diesem Bereich angelegt werden könnten.

Als Begründung führt der CDU-Fraktionsvorsitzende Markus Jung an, dass mit der zurzeit stattfindenden Sanierung und Umgestaltung der Frankfurter Straße die Attraktivität der unmittelbaren Umgebung gesteigert werden solle. „Der Einzelhandel ist auf Parkplätze angewiesen, damit er entsprechenden Zulauf an Kunden hat“, so Jung. Mit der Bebauung des Nahkauf-Grundstückes seien in diesem Bereich viele Parkplätze entfallen, die so neu geschaffen werden können.

Unterstützung erhält die CDU auch von FWG-Sprecher Matthias Geisler: „Wir schaffen immer mehr Wohnraum für immer mehr Bürger. Aber wo sie ihre Fahrzeuge später abstellen sollen, das scheint uns nicht zu interessieren.“ Man müsse auf die Wünsche der Bevölkerung eingehen und nicht nur immer nach mehr Begrünung rufen.

Aber genau das tun die Grünen. Ihr Sprecher Konrad Höhler-Helbig hatte nämlich zuvor den Erhalt des derzeitigen Zustandes gefordert. Auch aus Gründen der Sicherheit, denn ein- und ausfahrende Fahrzeuge von einem Parkplatz schafften eine neue Gefahrenquelle an dieser vielbefahrenen Stelle.

Einen anderen Weg möchte indes die FDP gehen. Sie stellt einen Änderungsantrag zu dem CDU-Begehren und will den kleinen Platz zu einer „attraktiven Verweil- und Begegnungsstätte“ mit viel Grün umgestalten lassen. Nach Worten der FDP-Fraktionsvorsitzenden Anke Pfeil würde eine derartige Begegnungsstätte an dieser Stelle zu einer Belebung des Ortskerns beitragen. „Und diese Chance sollte nicht durch die Schaffung von Parkplätzen zerstört werden“, warnt die FDP-Politikerin. Aber genau wie die CDU will auch sie nicht, dass es an diesem Abend zur Grundsatzentscheidung kommt – die Verwaltung solle prüfen, welcher Weg gangbar sei und wie teuer die Umgestaltung die Gemeinde käme.

Bevor es zur Abstimmung kommt, ergreift CDU-Parlamentarier Hans Ramme noch einmal das Wort. Er sei Anwohner des Bereichs und erlebe die Parkplatzsuche durch Bürger, die in den Geschäften der Frankfurter Straße einkaufen wollen, jeden Tag. „Jede Lücke in den Ortskernen wird zugebaut. Wohin die Leute dann mit ihren Autos sollen, interessiert uns offensichtlich nicht mehr. Das schafft Verdruss.“

Dem schließt sich auch Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) an: „Ich erlebe die Beschwerden jeden Tag im Rathaus. Wir stellen immer mehr Parkverbotsschilder auf und lassen die Menschen dann mit ihrer Parkplatzsuche allein.“ Deshalb spricht auch sie sich dafür aus, nach einer einvernehmlichen Lösung zu suchen. Da es sich bei den beiden Anträgen von CDU und FDP um Prüfungsaufträge handelt, wird mehrheitlich beschlossen, sie parallel bearbeiten und die Ergebnisse dann im Bau- und Verkehrsausschuss beraten zu lassen.

So entstünden zunächst auch keine Kosten, weil die Prüfung und die Erstellung eines Konzeptes durch die Gemeindeverwaltung erfolgen soll. Während der Antrag der FDP einstimmig angenommen wurde, stimmen gegen die Umgestaltung der Fläche in Parkplätze die Grünen und die WAS.

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