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Seelentröster aus Wollresten

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Puppen, Katzen, Hasen, Hähne, Hunde: Gisela Morzeck und Ilona Ackermann stellen Figuren und allerlei Tiere aus Wollresten für die Kinderklinik in Gießen her. © Elfriede Maresch

Nidda (em). »Upcycling«, das Schaffen von Neuem, Nützlichem aus Altmaterialien wird bei kreativen Leuten hochgeschätzt. Eine besonders liebenswerte Variante hat die Schneidermeisterin Gisela Morzeck erdacht, die früher ein Handarbeitsgeschäft betrieb. Sie hatte noch Schubladen voller Wollreste, nicht genug für Pullis oder Socken, aber viel zu schade zum Wegwerfen.

Morzecks Upcycling: Sie strickt daraus Püppchen oder kleine Kuscheltiere und gibt sie an den Verein Peiper, den Zusammenschluss von Eltern Leukämie- und krebskranker Kinder, weiter, der mit der Unikinderklinik Gießen zusammenarbeitet. Die kleinen kuscheligen »Seelentröster« gehen sowohl an einzelne Kinder als auch an das Fachpersonal, das sie gezielt in den Therapien für die Patienten einsetzt.

Ein kunterbunter Streichelzoo

Der Vertreter des Vereins, der zum Abholen nach Nidda kam, staunte nicht schlecht: 72 Puppen, Katzen, Hasen, Hähne, Hunde hatte Morzeck seit dem Spätherbst 21 gestrickt, jede einzelne Figur kreativ ausgestaltet. Seit einiger Zeit wird sie dabei von Ilona Ackermann unterstützt: »Ich muss auch am Feierabend immer was zum Stricken haben«, meint diese, ebenfalls eine Frau mit viel Freude an Handarbeiten.

Gisela Morzeck hat inzwischen sogar ihre Technik verfeinert. Während die Schneidermeisterin früher von der Grundform eines geraden Schlauches ausging und die Arme und Beine nur abnähte, werden sie jetzt rund gestrickt, dadurch sind die Figuren beweglicher. Befüllt werden sie mit Synthetikwatte, sind absolut waschbar. Morzeck und Ackermann stricken beide im eigenen Umfeld, genießen das als entspannende Feierabendbeschäftigung, treffen sich aber manchmal zum Austauschen von Tipps, zum Ausgestalten und Sammeln der »Seelentröster«. Die beiden Frauen freuen sich, wenn andere begeisterte Liebhaber von Handarbeiten bei diesem Projekt mitmachen.

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