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Seit 40 Jahren hoch hinaus

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Sorgfältig hat man bei den Berg- und Wanderfreunden Ulfa Bilder und Schriftstücke der Vereinsgeschichte aufbewahrt. Bei der Betrachtung kommen viele Erinnerungen auf, etwa bei der Aufnahme aus den 80er Jahren am Schönbichler Horn im Zillertal. © Elfriede Maresch

Seit 40 Jahren frönen Wander- und Bergfreunde aus Ulfa im gleichnamigen Verein ihrem gemeinsamen Hobby. Das feiert man nun und hat dafür sogar neue Wanderwege rund um den Ort ausgewiesen.

Ulfa (em). Ihr 40-jähriges Bestehen wollen die Berg- und Wanderfreunde Ulfa am Sonntag, 24. September, im Bürgerhaus feiern. Anlässlich dieses Jubiläums blicken Vereinsmitglieder um den Vorsitzenden Anton Walenta noch einmal in die Chronik des Vereins.

Einlass zur Jubiläumsfeier ist ab 10 Uhr. Um 11 Uhr spielt die Oberhessische Dampfmusik. Die offizielle Begrüßung erfolgt um 12.45 Uhr. Ein Showtanz der Garde-Mädchen des Faschingsclubs Ulfa schließt sich an. Nach Grußworten der Ehrengäste werden Gründungsmitglieder der Berg- und Wanderfreunde durch politische Vertreter der Gemeinde geehrt. Schließlich eröffnen die Ehrengäste den neu ausgewiesenen Drei-Schneidenweg.

In zünftiger Umgebung beschloss man 1980 die Vereinsgründung: Unterwegs auf dem Europäischen Fernwanderweg Atlantik-Ardennen-Böhmerwald, genauer gesagt bei einer dreitägigen Wanderung von der Wasserkuppe über die Hessenmühle zum Hoherodskopf und dann nach Ulfa. Die Wanderlustigen gehörten alle dem Sportschützenverein Ulfa an, aber da gab es oft Terminprobleme. Trainings und Wettkämpfe fanden meist an den Wochenenden statt, genau in der Wanderzeit - die beiden Hobbys schienen unvereinbar.

Günter Gottwals erster Vorsitzender

So gründete man am 2. März 1984 im Gasthaus »Zum Römer« den eigenen Verein und wählte Günter Gottwals zum Vorsitzenden. Die weiteren Gründungsmitglieder waren Herbert Jäger, Anton Walenta, Michael Walenta, Herbert Walenta, Dieter Döring, Klaus Jäger und Erhard Schmitt.

Der junge Verein war streng: Jedes Mitglied musste an mindestens zehn Wanderungen der Europäischen Volkssportgemeinschaft (EVG) teilnehmen und das im roten Shirt mit dem Emblem des Ulfaer Vereins. Zuwiderhandelnde wussten ganz genau, was dann auf sie zukam: Ein Kasten Bier musste ausgegeben werden.

Als selbstständiger Verein blieben sie dem Schützenverein freundschaftlich verbunden. Als dieser 1984 sein 25-jähriges Bestehen feiern konnte, nahmen die Berg- und Wanderfreunde mit einem besonderen Motivwagen am Festzug teil: Sie bauten die bekannte Wehrhofalm Rohrmoos Untertal auf, ihr Motivwagen erhielt allgemeine Bewunderung. Schon 1985 organisierten Günter Gottwals und seine Mitstreiter erstmals einen EVG-Wandertag in Ulfa. Mit 1100 Teilnehmenden von 37 auswärtigen Wandergruppen und neun Ulfaer Vereinen waren die Gastgeber sehr gefordert.

Auch für sich selbst derhielten die Mitglieder ihre Freude am Wandern. Jedes Jahr fanden Hüttentouren in der Steiermark, den Zillertaler Alpen oder der Riesenferner-Gruppe in Südtirol statt. Jeweils an Ostern erwanderten die Mitglieder einen Teilabschnitt des Fernwanderwegs E3 Atlantik-Ardennen-Böhmerwald. Bei Tagesstrecken von mehr als 50 Kilometern musste ein Begleitfahrzeug mit, und der Bus von Karl Georg Langheinrich legte damals manche Strecke »über Stock und Stein« zurück.

Der junge Verein wuchs schnell. In der Festschrift zum 25-jährigen Bestehen verwies man schon auf 260 Mitglieder. Und worauf Mitglieder und Vorstand besonders stolz waren, in der Jahreswertung der EVG Deutschland erreichten 1999 die Berg- und Wanderfreunde Ulfa mit 3791 Teilnehmenden den ersten Platz. So feierte der Verein sein 25-jähriges Bestehen im Mai 2009 mit der Schlager-Showband Harlekin, einem Kommers mit dem Bergwacht-Trio und einer Jubiläumswanderung. Die Mitwandernden konnten sich zwischen sechs, zwölf, 18 und 25 Kilometern ihre Routen wählen. Seit 1988 stand Michael Klaus an der Vereinsspitze, von 1994 bis heute ist Anton Walenta der Vorsitzende.

Besondere Tour kurz nach dem Mauerfall

Sehr beeindruckende Touren erlebten die Berg- und Wanderfreunde kurz nach dem Mauerfall bei einer einwöchigen Tour auf dem Rennsteig. »Es war unheimlich, über Gräben und niedergerissene Stacheldrahtzäune des Todesstreifens zu wandern, den krassen Unterschied zwischen armen Dörfern und den Luxussiedlungen hoher Parteimitglieder zu erleben«, erinnert sich Walenta.

Mehrtage-Ausflüge, Winterwanderungen, nachbarschaftliche Zusammenarbeit mit den anderen Vereinen in Ulfa und Stornfels gibt es nach wie vor im Programm der Berg- und Wanderfreunde. Aber die Mitglieder werden älter. Die junge Generation scheint lieber individuell als im Verein zu wandern. So hat der Vorstand beschlossen, derzeit keine großen EVG-Wanderungen als Gastgeber auszurichten. Der Kontakt aber bleibt bestehen. Einzelne Mitglieder wandern nach wie vor bei Veranstaltungen mit. Zum Jubiläum aber hat man unter Nutzung des bestehenden Wegnetzes drei neu Touren ausgewiesen.

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Seit 1994 leitet Anton Walenta die Berg- und Wanderfreunde Ulfa. © Elfriede Maresch
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Zum Jubiläum haben die Berg- und Wanderfreunde Ulfa drei neue Wanderwege rund um den Ort ausgewiesen, die Markierungen stehen bereits. © pv

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