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Sicher in den Urlaub

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Von: Harald Schuchardt

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jw_Polizei_Beratung_2_23_4c_1 © Loni Schuchardt

Der Urlaub naht, die Angst geht um: Was, wenn doch zu Hause eingebrochen wird? Oder wenn einem im Urlaub das Rad abhanden kommt? Rechtzeitig zum Ferienstart gibt die Wetterauer Kriminalpolizei Sicherheitstipps.

Viele Menschen, die in Urlaub fahren, haben Angst, dass in ihre Wohnung eingebrochen wird, während sie am Strand liegen oder in den Bergen wandern. Auch bei Fahrradbesitzern fährt die Angst vor dem Diebstahl immer mit. Was man tun kann, um beide Gefahren zu reduzieren, darüber informierten Kriminalhauptkommissarin Sylvia Jacob und Polizeihauptkommissar Bernd Büthe in Bad Nauheim. Unterstützt wurden sie von Polizeioberkommissarin Karina Kohnert.

Für Jacob und Büthe war die Infoveranstaltung im Innenhof des Polizeipostens in der Hauptstraße 54 ein Heimspiel; beide haben ihr Büro in dem Gebäude. Unter dem Doppelmotto »Sicher! In den Urlaub! - »Sicher! Dein Rad!« hatte das Polizei-Trio den ganzen Tag über zu tun, hatten sich doch fast 50 Bürger zur Fahrradcodierung angemeldet.

Über 40 kamen schließlich, um ihr Rad mit der FEIN-Codierung sicherer zu machen. »Einige haben Corona- oder hitzebedingt abgesagt«, erklärt Büthe, der den Radbesitzern das in Friedberg entwickelte Codierungssystem erklärt.

»FEIN ist die Abkürzung für Friedberger Eigentumsidentifikationsnummer«, erläutert Kohnert dem Bad Nauheimer Stadtarchivar Alexander Jung. Der Schwalheimer hatte das Rad seiner Frau dabei, außerdem Personalausweis und Kaufvertrag. Der individuelle Code, der aus 16 Ziffern besteht, beinhaltet Kreis, Ort, Straße, Hausnummer und das Jahr der Codierung.

Die Nummer wird auf den Radholm getackert, dazu kommt ein Aufkleber. »Der alleine schreckt schon Diebe ab«, weiß Büthe, der jedem Radbesitzer einen Radpass mit der FEIN-Nummer überreicht. Die Frage, warum er sein eigenes Rad nicht registrieren lassen will, beantwortete Jung so: »Wer mein altes Rad klaut, ist selbst dran schuld.« Dem widersprach Büthe: »Es werden alle Räder geklaut, egal in welchem Zustand.« Jacob ergänzt: »Die FEIN-Codierung geht auch bei wertvollen Werkzeugen, Kinderwagen oder Rollatoren. Nur Eheringe gehen nicht, die Zahl ist zu lang.«

Da lachen alle los, auch Ulla Stamm, die ihr Rad gerade registrieren lässt und von Jacob erfährt, was sie gegen Einbrüche während einer Abwesenheit tun kann. »Es gibt eine Grundregel: Es sollte von außen so aussehen, als wären sie zu Hause«, sagt Jacob und zählt auf, was gar nicht geht: durchgehend geschlossene Rollläden, überfüllte Briefkästen, Urlaubsmitteilungen in den sozialen Medien und auf dem Anrufbeantworter.

Zeitschaltuhren und andere Tipps

Sinnvoll sind Zeitschaltuhren an Lampen, die abends eine gewisse Zeit lang brennen. »Sorgen sie dafür, dass Briefkästen geleert werden und regelmäßig Rollläden geöffnet und geschlossen werden. Am besten durch Nachbarn oder Freunde«, sagt Jacob, die auch Tipps für den Urlaub selbst parat hat. »Kopieren sie Ihren Ausweis und die Rückflugtickets, das erleichtert beim Diebstahl die Formalitäten.«

Gegen Taschendiebe hilft es, Geld und Ausweise immer dicht am Körper zu tragen, aber nicht in der Gesäßtasche, wie es vor allem Männer gerne tun. »Viele behaupten, sie würden merken, wenn Ihnen die Geldbörse aus der Hosentasche gezogen wird. Doch das stimmt nicht«, weiß Jacob, die auch dazu rät, die Safes im Hotelzimmer zu nutzen oder größere Geldbeträge und Wertsachen an der Rezeption gegen Quittung abzugeben. »Man kann schon im Vorfeld einiges tun, um Diebstähle und Einbrüche zu vermeiden«, erklärt die Beraterin abschließend.

Der nächste Info-Stand - ohne Fahrradcodierung - in Bad Nauheim findet am Dienstag, 23. August ab 12 Uhr auf dem Wochenmarkt statt.

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