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Sie sind durchgehend vor Ort

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Von: Niklas Mag

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Silke Zuschlag (r.) und Karlheinz Weinert (2. v. r.) sind stolz auf den Zusammenhalt der ehrenamtlichen DRK-Mitglieder. © Niklas Mag

Das Deutsche Rote Kreuz Bad Vilbel nimmt eine wichtige Rolle bei den »Sommertagen« und dem Bad Vilbeler Markt ein. Mit zehn Ehrenamtlichen sind die Retter durchgehend vor Ort - und das, obwohl die anderen Pflichten der Ortsgruppe wie die Burgfestspiele, Kleiderspenden oder Heimspiele von Eintracht Frankfurt natürlich auch weiterlaufen.

E s ist der Pandemie geschuldet, dass sich der Ortsverband des DRK jetzt in dem großen Raum direkt am Festplatzgelände neben der Rockademy einrichten konnte, denn den Raum daneben belegt das Testzentrum. Doch ist das gar nicht schlecht: »Es ist klimatisiert hier und wir haben einen richtigen Behandlungsbereich. Dazu noch einen Ruhebereich und unseren Aufenthaltsbereich«, zeigt Bereitschaftsleiterin Silke Zuschlag. Zwar müsste man die einzelnen Bereiche in dem großen Raum mit abtrennen, aber insgesamt sei das für Patienten und die DRK-Mitglieder sehr komfortabel.

Zehn Ehrenamtliche sind immer vor Ort, unterstützt von zwei Rettungssanitätern mit Krankenwagen. »Wir können Patienten hier behandeln und haben sogar den Ruhebereich, wo sich jemand einfach mal hinlegen kann«, sagt Zuschlag. In der Regel müsste man aber niemanden dabehalten. Es sind vor allem kleinere Probleme, die den Alltag bestimmen: »Die Leute trinken zu wenig, haben Kreislaufprobleme, werden von Wespen gestochen oder haben offene Wunden wegen Stürzen. Das ist das meiste, worum wir uns kümmern.«

Dennoch wissen sie und die anderen Sanitäter, dass immer etwas Größeres passieren kann. »Wir haben schon mal Herzinfarkte oder Krampfanfälle. Und dann muss es schnell gehen«, fügt der DRK-Vorsitzende Karlheinz Weinert hinzu. Erst vergangenen Samstag konnten die Retter einen Senioren mit akutem Atemstopp das Leben retten (diese Zeitung berichtete). »Und Anfang der Woche ist ein Mann stark alkoholisiert die Böschung zur Nidda hinuntergefallen.« Bei solchen Fällen sei gute Abstimmung mit der Feuerwehr erforderlich. »Die Kollegen von der Feuerwehr haben sofort geschaltet und uns dort alles ausgeleuchtet, damit wir behandeln konnten. Der Mann wurde zur Sicherheit in ein Krankenhaus gefahren«, erzählt Zuschlag. Auch im Falle der Seniorin habe ihr Team hervorragend geschaltet, sei sofort bereit gewesen, um auch die geschockten Angehörigen zu betreuen.

INFO INFO: Unterstützung möglich Heute geht es weiter

Die Mitglieder des DRK Ortsvereins Bad Vilbel sind bereit, wenn jemand Hilfe braucht, und setzen dafür enorm viel Freizeit ein. Wer den Verein unterstützen möchte, kann das mit einer Spende an die IBAN DE34 5019 0000 00025380 08 tun. Weitere Informationen und Kontaktmöglichkeiten sind im Internet unter http://drk vilbel.drkcms.de/ zu finden. nma

Nach einer zweitägigen Pause am Mittwoch und Donnerstag starten die Sommertage heute in die zweite Runde, die erst am Sonntagabend endet. Geöffnet sind die Fahrgeschäfte, Buden und Gastronomiebetriebe ab 14 Uhr, am Sonntag ab 12 Uhr. Zu den Highlights zählen unter anderem die beiden Festival-Abende »Pop meets Schlager« am heutigen Freitag und am morgigen Samstag. nma

Doch um da zu sein, wenn sie dringend gebraucht werden, müssen die ehrenamtlichen Retter viel Zeit investieren. Von 14 Uhr bis in die späte Nacht sind die Helfer dort. »Es wechseln natürlich Einzelne immer durch. Aber wir haben parallel Dienst bei den Burgfestspielen und letzten Samstag auch beim Eintracht-Heimspiel gegen Köln.«

Die Sommermonate sind für die Retter besonders anspruchsvoll. »Zumal wir auch weiterhin die Kleidercontainer regelmäßig leeren müssen und auch der Kleiderladen betreut werden muss.« Man fahre derzeit an der absoluten Personalgrenze, meint Weinert. »Aber wir kommen klar. Die Eintracht hatte eigentlich noch mehr Leute angefordert, weil gegen Köln ein Risikospiel ist, aber so etwas können wir im Moment dann eben einfach nicht leisten«, erklärt er.

Trotz der Anstrengung und des Zeitaufwands, für den sich viele der Ehrenamtlichen sogar Urlaub nehmen, seien die Markt-Dienste die schönsten. »Wir sind dann alle mal über längere Zeit zusammen. Es werden Spiele gespielt, wir können Filme schauen, gemeinsam essen und so auch einfach unserer Gemeinschaft etwas Zeit gönnen, was während der Pandemie viel zu kurz kam«, sagt Zuschlag.

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