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Singen Sie!

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Von: red Redaktion

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Heute ist wieder European Song Contest - europäische Sängerinnen und Sänger werden eine große Show in Turin gestalten und richtig feiern. Hoch gehandelt wird in diesem Jahr die ukrainische Gruppe. Diese war nachgerückt, nachdem die Sängerin, die eigentlich singen sollte, auf einem Krim-Urlaub war. Ich bin gespannt, wer heute Abend den ESC gewinnen wird.

Ich singe selbst gerne und schaue mir den ESC jedes Jahr an. Wie ist das bei Ihnen? Wann haben Sie zuletzt gesungen? Müssen Sie jetzt länger grübeln oder war es gerade erst gestern? War es ein altbekanntes oder ein neues Lied? Der morgige 4. Sonntag nach Ostern heißt Kantate, also singt. Der Name des Sonntags stammt vom Wochenpsalm 98, der beginnt mit dieser Aufforderung: Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder. Auf Wunder hoffen nicht nur die Menschen in der Ukraine, sondern an so vielen Orten dieser Welt, an denen Krieg, Not und Hunger herrschen. Viele Menschen stimmen keine fröhlichen Partylieder an, sondern Klagelieder.

Der Sonntag Kantate stellt das Singen in den Mittelpunkt, ist aber auch der Sonntag der Kirchenmusik. Die singende Gemeinde lobt Gott im Gottesdienst. Gottesdienste zu feiern, verändert Menschen, beeinflusst die Gemeinschaft und die Gemeinde. Musik ist da sehr wichtig, denn das Singen oder auch das Hören beispielsweise von Orgelmusik beschwingt. In diesen Wochen werden viele besondere Gottesdienste gefeiert, Jugendliche werden konfirmiert. Trotz Corona können wir wieder singen, wenn auch leider noch mit Maske. Glücklicherweise gibt es ja auch noch Kirchenchöre, Kinder- und Jugendchöre.

Ich genieße es, wenn ich einem Chor zuhören kann. Glücklicherweise gibt es dafür immer wieder die Gelegenheit, weil Konfirmationsgottesdienste oft mit besonderer Musik festlich ausgeschmückt werden. Wenn die Gemeinde singt, beteiligt sie sich aktiv am Gottesdienst und lässt sich nicht nur etwas vortragen. In der Osterzeit gibt es viele Gründe, Gott zu loben und neue Lieder zu singen. In diesen Wochen wird nicht nur konfirmiert, es werden wieder viele Taufen gefeiert. Denn durch die Pandemie wurde so manche Taufe abgesagt oder verschoben. Neuere Tauflieder finden wir im EG+, dem Beiheft zum Evangelischen Gesangbuch. Da finde ich viele neue Lieder, die uns einstimmen lassen in das Lob Gottes. Manche sind zwar alte Melodien, aber neue Texte. Es erleichtert das Mitsingen doch sehr, wenn die Melodie schon bekannt ist. Eines dieser Lieder ist nach der Melodie von »Weißt du, wie viel Sternlein stehen« (Volkslied um 1818) mit einem Tauftext neu bedichtet worden. Da heißt es im Text von Peter Spangenberg: Kind, wir beten für dein Leben und wir wünschen dir viel Zeit. Möge Gott dir Glauben geben bis in alle Ewigkeit. Lerne lachen, lerne weinen; Gott behütet all die Seinen, schickt den Engel auch zu dir, schickt den Engel auch zu dir.

Wenn dieses Lied zur Taufe gesungen wird, erleben viele im ersten Moment diese Überraschung, dass zunächst vermutet wurde, dass es ein neues Lied sei, dann auch eine Erleichterung, wenn die Melodie bekannt ist. Auch so kann das Singen neuer Lieder erleichtert werden. Aus alt und neu wird ein gut singbares Erlebnis in der Gemeinschaft. Singen verbindet uns und gibt uns Kraft. Lassen Sie sich wieder neu bestärken: singen Sie!

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Hanne Allmansberger ist Pfarrerin in Nidda

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