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Das »Sister Act« punktet mit aufwendigem Bühnenbild und -beleuchtung sowie mit gelungenen Kostümen.

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»Sister Act« mit neuem Charme

  • VonNiklas Mag
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»Sister Act« wurde bereits in der vergangenen Spielzeit bei den Burgfestspielen aufgeführt. Das Ensemble hat sich zum neuen Jahr etwas verändert und das Stück entwickelt durch den Wegfall der Abstandsregelungen einen neuen Charme. So kann die bereits 2021 gelobte Inszenierung 2022 noch eine Schippe drauf legen.

Das aufwendige Bühnenbild aus dem Vorjahr ist geblieben, die verschiebbaren Spitzbögen mit den komplexen Lichtinstallationen stehen auf der Bühne, die zu Beginn der Inszenierung von Deloris van Cartier (Tamara Wörner) und ihren Tänzerinnen in Beschlag genommen wird.

Zum Inhalt: Sie tanzt im Club von Curtis Jackson (Raphael Köb) vor und beobachtet durch Zufall, wie dieser einen Polizeispitzel (Didier Borel) ermordet. Polizist Eddie Souther (Nikolai Radke) bringt die Kronzeugin im Kloster von Mutter Oberin (Sonja Herrmann) und den Schwestern unter. Regisseur Christian Voss hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dass man sich die Zeit genommen habe, einige Szenen deutlich tiefer auszuarbeiten, und man die Möglichkeit nutzen wollte, dass die Darsteller keinen Abstand mehr zueinander halten müssen. Änderungen, die deutlich zu sehen sind. Viel detaillierter ist allein schon die erste Szene, die Bühne ist deutlich voller und das tut der Dynamik der Inszenierung sehr gut.

Zumal gerade die einzelnen Grüppchen das Stück tragen. Da sind die tölpelhaften Gauner (Lukas Schwedeck, Tobias Georg Biermann, Krisha Dalke), die die furchterregenden Auftritte von Raphael Köb auflockern. Ein Rezept, das schon 2021 gut funktioniert hat, dieses Jahr aber noch besser zur Geltung kommt. Und natürlich sind da die Nonnen. Jede mit ihrer eigenen Persönlichkeit, überzeichnet, aber stets auf den Punkt und nie zu übertrieben. Die Geschichte ist seit dem Erfolgsfilm mit Whoopi Goldberg in der Hauptrolle allgemein bekannt: Die Nachtclubsängerin versucht ihren Aufenthalt im Kloster angenehmer zu gestalten, indem sie dem Chor beitritt, der seinen schlechten Ruf in Philadelphia mehr als verdient hat. Der Gesichtsausdruck von Priester O’Hara (Theodor Reichardt) beim Zuhören der Nonnen spricht Bände. Deloris nutzt ihre Showerfahrung und macht aus dem Nonnenchor einen erfolgreichen Showact, der dem Kloster Geld in die Taschen spült und so dessen Schließung verhindert. Leider bleibt der Erfolg auch Gangster Curtis nicht verborgen und es kommt zum Showdown.

An einigen Stellen übertönt die Live-Musik der Band auf dem Palas die Stimmen etwas stark, doch werden die Burg-Techniker hier sicherlich nachsteuern. Die Entwicklung des Chores ist insgesamt hervorragend und komödiantisch inszeniert. Seien es die gemeinsamen Übungsstunden mit den Schwestern (Nienke van Horen, Carina Leopold, Ruth Fuchs, Rita Correia, Elisabeth Kirch), die Rap-Einlagen von Schwester Mary Lazarus (Annette Lubosch) und der jungen Schwester Mary Robert (Helena Lenn), die dank der unbeugsamen Deloris zu sich selbst findet. Für ihr Solo-Stück »Die Welt, die ich nie sah« erhält Lenn zu Recht enormen Applaus vom Bad Vilbeler Premierenpublikum.

Selbiges gilt für Hauptdarstellerin Tamara Wörner und auch den Rest des Ensembles verabschieden die Zuschauer mit stehenden Ovationen und lang anhaltendem Applaus. »Sister Act« punktet mit aufwendigem Bühnenbild und -beleuchtung, gelungenen Kostümen, einem großartigen Ensemble und legt im Vergleich zum vergangenen Jahr sogar noch zu.

Unterstützt wird das hauptamtliche Ensemble auf der Bühne vom Bad Vilbeler Chor »BelVoce«, der seit vielen Jahren die Musicals in der Burg schauspielerisch und gesanglich bereichert. »Sister Act« wird in Bad Vilbel bis zum 4. September aufgeführt. Die nächsten Termine sind der morgige Sonntag, dann wird vom 31. Juli bis zum 3. August gespielt. Weitere Infos und Tickets sind unter www.kultur-bad- vilbel.de oder im Kartenbüro der Burgfestspiele, Klaus-Havenstein-Weg 1 in Bad Vilbel zu bekommen. Die Telefonnummer lautet 0 61 01/55 94 55. nma

Deloris (Tamara Wörner) verlässt das Kloster für einen Barbesuch.

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