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Solidaritätsappell in doppelter Hinsicht

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Von: red Redaktion

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Nach zwei Jahren Corona-Unterbrechung freuen sich Glauburgs Sozialdemokraten, wieder ihre Tradition des Maibaum-Aufstellens aufleben lassen zu können. © pv

Stockheim (red). Aufgrund der Corona-Pandemie musste der Glauburger SPD-Ortsverein sein traditionelles Maibaum-Aufstellen in den vergangenen beiden Jahren absagen. Umso mehr fieberte man nun der Neuauflage mit folgender Mai-Kundgebung entgegen.

Nach routinierter Vorarbeit reckte sich recht bald ein farbenfroh geschmückter Maibaum in die Höhe und ließ seine Bänder im Wind flattern. Zahlreiche Schaulustige verfolgten das Geschehen. Aufgrund des Kriegs in der Ukraine schmückte man den Baum dieses Mal neben Bändern in den Landesfarben Rot und Weiß auch mit blau-gelben Schleifen als Solidaritätszeichen und Gruß an die in Glauburg einquartierten ukrainischen Flüchtlinge. Während des gesamten Monats ist der Maibaum nun auf dem »Freien Platz« in der Ortsdurchfahrt Stockheims zu sehen.

Gemäß gutem Brauch verbinden die Sozialdemokratinnen und -demokraten das Maibaum-Aufstellen mit einer Mai-Kundgebung, die danach im Dorfgemeinschaftshaus stattfand. Als versierte Rednerin hielt diesmal Landtagsabgeordnete und SPD-Kreisvorsitzende Lisa Gnadl die Ansprache zum 1. Mai. Dabei ging sie auch auf die tiefere Sinngebung des Maifeiertags ein.

Auswirkungen des Ukraine-Kriegs

Sie freute sich, dass nach zwei Jahren, in denen Maifeiern zuletzt nur digital stattfinden konnten, nun wieder eine direkte Begegnung möglich sei. Nicht allein aber auch infolge des Ukraine-Kriegs und der Corona-Pandemie spitze sich gegenwärtig zu, was besonders die ärmeren Bevölkerungsgruppen zu spüren bekommen. Aufgrund rasanter Preisentwicklung im Energiesektor und bei den Lebensmitteln gerieten viele Mitbürgerinnen und Mitbürger binnen kurzer Zeit an ihre finanziellen Grenzen. »In zahlreichen Branchen wurde von heute auf morgen der Arbeitsalltag auf den Kopf gestellt«, so Gnadl, wobei sich diese Auswirkungen zusätzlich noch durch die bislang unzureichende Kinderbetreuung verschärften. Dem wolle die sozialdemokratisch geführte Bundesregierung mit breit gefächerten Maßnahmen entgegenwirken. Nachdrücklich forderte Gnadl bei der unausweichlichen Umwandlung der Arbeits- und Wirtschaftsprozesse unbedingt zu gewährleisten, dass dafür ein gesetzlicher Rahmen geschaffen wird, ohne die bestehenden Arbeitsrechte auszuhöhlen. Die Situation zeige, wie verheerend sich für die betroffenen Menschen der Niedriglohnsektor, das Unterlaufen von Tariflöhnen und manipulatives Subunternehmer-Unwesen auswirkten. Hessen als Industrieland sei besonders betroffen davon. Hier müsse die Landesregierung viel entschlossener tätig werden.

Abschließend betonte Lisa Gnadl, dass sie unter den gegenwärtigen Bedingungen zwar eine Stärkung der Bundeswehr befürworte, um die Handlungsfähigkeit in Kriegs- und Krisenzeiten zu bewahren. Dies dürfe aber nicht zulasten der Sozialpolitik und der konsequenten Bekämpfung des Klimawandels gehen. »Jetzt ist erst mal wirksame Solidarität mit der Ukraine notwendig, genauso aber auch eine entschiedene Unterstützung der von Kriegsfolgen und Corona gebeutelten Bevölkerung«, so Gnadls Appell .

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