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Spatenstich in Sicht

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Von: Jürgen W. Niehoff

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Für kleine Weltentdecker: So soll die neue Ilbenstädter Kita auf dem Brunnengelände demnächst aussehen.
Für kleine Weltentdecker: So soll die neue Ilbenstädter Kita auf dem Brunnengelände demnächst aussehen. © pv

Der Standort der neuen Kindertagesstätte in Ilbenstadt war lang umstritten. Dieser Streit scheint nun der Vergangenheit anzugehören, denn der symbolische erste Spatenstich scheint an der Burg-Gräfenröder Straße 19 unmittelbar bevorzustehen.

Lange Zeit lief alles auf den Bau einer neuen Kindertagesstätte auf dem Klostergelände in Ilbenstadt zu. Erst eine zufällige Mehrheit im Stadtparlament - weil zwei SPD-Stadtverordnete bei der Abstimmung fehlten - machte den Weg frei für ein Umplanen. Allein die Enge auf dem Klostergelände und die Zufahrt machten ein Umdenken erforderlich. Auch würde - jedenfalls nach Ansicht von CDU, Grünen und FDP - eine viergruppige Kita nicht mehr ausreichen. Niddatal wachse und damit auch der Bedarf an Kita-Plätzen. Es dürfe nicht für den Moment, sondern müsse für die Zukunft geplant werden, so die Meinung der drei Fraktionen. In besagter Stadtverordnetenversammlung im September 2020 wurde jedenfalls mit der knappen Mehrheit von 15 Ja- gegen 14 Nein-Stimmen der alte Beschluss zum Bau des Neubaus im Klosterbereich aufgehoben. Auch der Änderungsantrag der SPD, die neue Kita nur viergruppig und nicht siebengruppig bauen zu wollen, wurde mehrheitlich abgelehnt.

Zwar waren die Weichen mit dem Beschluss im September 2020 neu gestellt, doch es bedurfte erst eines Wechsels an der Spitze des Rathauses bis das neue Projekt Fahrt aufnahm. Ein Frankfurter Architektenbüro erhielt den Zuschlag für Entwurf, Planung und Ausführung für das rund 4,9 Millionen Euro teure Projekt auf dem Brunnengelände.

Entstehen soll dort nun auf dem rund 5220 Quadratmeter großen Gelände zwischen Burg-Gräfenröder Straße/ Gronauer Straße/Schönecker Straße die siebengruppige Kindertagesstätte »Kleine Weltentdecker«. Das U-förmig angeordnete Gebäude soll eingeschossig werden und eine Nutzfläche von rund 1600 Quadratmeter erhalten. Da die Einrichtung vier Gruppen für unter dreijährige Kinder und drei Gruppen für über Dreijährige erhalten soll, erfolgt auch die Raumaufteilung entsprechend. So wird der Südflügel die Ü3-Kinder aufnehmen und der Nordflügel die U3-Kinder.

Der Verbindungstrakt ist vorgesehen für die Gemeinschafts-, Technik- und Büroräumlichkeiten. Da das Gelände leicht abfällig ist, soll auch das Gebäude sich dem natürlichen Geländeverlauf anpassen. Es wird somit über unterschiedliche Höhenlagen verfügen, die allerdings ohne Stufen zu bewältigen sind.

Baumbestand und alter Brunnen

Die Gruppenräume - jeder ist 54 Quadratmeter groß und verfügt über einen 27 Quadratmeter großen zusätzlichen Differenzraum - sind alle ebenerdig angeordnet, sodass die Kinder den innenliegenden Garten ohne Treppensteigen erreichen können.

Passend zur umgebenden Wohnbebauung erhalten die zu den Straßen gerichteten Außenwände eine Lochfassade, die zum Garten orientierten Gebäudeteile eine offene Fassade. Die Fassade zum Garten erhält eine Holzverkleidung, die den offenen Charakter und den Bezug zum baumbestandenen Garten unterstreicht. Um den Bezug zu den Grünanlagen aus den Innenräumen heraus noch deutlicher und auch erfahrbar zu machen, erhalten die Räume großzügige Fenster und Festverglasungen.

Das Gebäude wird auf dem Brunnengelände mit altem Obstbaumbestand errichtet. Da der Baumbestand sich derzeit in einem schlechten Zustand befindet, verspricht Bürgermeister Michael Hahn, dieser solle nicht nur gepflegt, sondern auch vergrößert werden. Und auch der alte Brunnen soll in das Konzept eingepflegt werden. Zwar sei er seit Aufgabe durch die Ovag im Jahr 2010 nicht mehr für Trinkwassernutzung zu gebrauchen, jedoch könne er zur Brauchwassergewinnung weiterhin dienen. »Darüber hinaus planen wir noch eine kostenlose Abgabestelle für jedermann auf dem Gelände«, freut sich Hahn.

Das Angebot kann er auch deshalb machen, weil auf dem Pultdach des Gebäudes eine Fotovoltaikanlage mit der benötigten Speicherkapazität errichtet werden soll, die die Einrichtung mit der notwendigen Energie versorgen und auch die Pumpe zur Wassergewinnung antreiben soll.

Durch ein Versehen seines Vorgängers wird die Stadt auf einen Zuschuss von Land oder Verbund verzichten müssen, die Rede ist von fast 300 000 Euro. Es wurde versäumt, den Förderantrag rechtzeitig einzureichen.

Die Fertigstellung der Kita ist für 2023 geplant, der symbolische erste Spatenstich in wenigen Wochen.

Baldiger erster Spatenstich: Bürgermeister Michael Hahn und die Projektarchitektin Luise Kaut vom Architektenbüro 1100 Architekten auf dem Gelände der geplanten neuen Kita.
Baldiger erster Spatenstich: Bürgermeister Michael Hahn und die Projektarchitektin Luise Kaut vom Architektenbüro 1100 Architekten auf dem Gelände der geplanten neuen Kita. © Jürgen W. Niehoff

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