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SPD: Umgang mit Mitarbeitern fragwürdig

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Von: red Redaktion

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Wollen sich für die Belegschaft einsetzen: Christine Jäger, Natalie Pawlik, Astrid Rasner, Arif Tantürk, Lisa Gnadl, Andreas Prasse und Rouven Kötter vor dem Firmengelände (v.l.). © pv

Ober-Schmitten (red). Zur drohenden Schließung des Standortes Ober-Schmitten des amerikanischen Papierproduktionswerkes Glatfelter (diese Zeitung berichtete) melden sich Vertreter der Wetterauer SPD zu Wort.

Die Vertreterinnen und Vertreter der Wetterauer Genossen nahmen die Betriebsversammlung am Dienstag zum Anlass, sich mit dem Betriebsrat auszutauschen und ihre Solidarität mit den Beschäftigten zu versichern.

Im persönlichen Gespräch mit dem Betriebsratsvorsitzenden Arif Tantürk sowie der Gewerkschaftssekretärin der IGBCE, Astrid Rasner, berieten die Wetterauer Bundestagsabgeordnete Natalie Pawlik, Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl, Landratskandidat Rouven Kötter sowie Christine Jäger, Fraktionsvorsitzende der Wetterauer SPD, und Ortsvorsteher Andreas Prasse intensiv über die aktuelle Situation im Unternehmen und mögliche Szenarien.

»Die Nachricht von der bevorstehenden Schließung hat uns kalt erwischt. Die Arbeitsplätze von über 200 Menschen werden dadurch von heute auf morgen bedroht«, berichtete Arif Tantürk. »In den vergangenen Jahren haben die Beschäftigten des Standorts einiges geopfert, um das Unternehmen in einer schwierigen Situation zu unterstützen, und beispielsweise auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld verzichtet.« Der Umgang der Unternehmensspitze mit den Beschäftigten sei auch vor diesem Hintergrund mehr als fragwürdig. »Wir erhalten keinerlei Informationen, und werden als Betriebsrat auch nicht in die weitere Planung einbezogen. Im Gegenteil: Uns wurden alle Kommunikationswege verschlossen«, beschreibt Tantürk die ungewisse Situation der Beschäftigten.

»Der Umgang mit den Mitarbeitenden entbehrt jeder Rechtfertigung. Einige der Beschäftigten des Werks in Ober-Schmitten arbeiten seit mehreren Jahrzehnten in dem Unternehmen und werden nun mit Angst vor einer ungewissen Zukunft durch ihren Arbeitgeber alleinegelassen. Das dürfen wir nicht hinnehmen!«, sagt Bundestagsabgeordnete Natalie Pawlik. Die Beschäftigten hätten auch selbst viele Ideen, wie man mit Krisensituationen im Unternehmen umgehen könnte. »Ich fordere die Konzernspitze auf, sich gemeinsam mit dem Betriebsrat an einen Tisch zu setzen, und konstruktiv nach Wegen und Möglichkeiten im Sinne der Beschäftigten zu suchen«, erklärt Natalie Pawlik.

Auch die Landtagsabgeordnete und sozialpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Lisa Gnadl meldet sich zu Wort: »Die Werksschließung wäre ein herber Rückschlag für die gesamte Region. Es müssen alle Möglichkeiten ausgelotet werden, um eine Schließung abzuwenden.« Dabei würden sie den Betriebsrat gerne unterstützen. Glatfelter müsse dringend die Kommunikationskanäle öffnen, statt Werke zu schließen. »Wir stehen hinter den Beschäftigten in Ober-Schmitten«, erklärt Lisa Gnadl.

Gerade in der östlichen Wetterau seien Arbeitsplätze wichtig und notwendig. »Es kann nicht sein, dass in den USA ein Schalter umgelegt wird, und dadurch in Oberhessen 200 Arbeitsplätze wegfallen. Die Produkte sind gut, die Belegschaft motiviert, der Standort wichtig - das darf man nicht leichtfertig aufgeben«, betont Landratskandidat Rouven Kötter.

Auch die Vorsitzende der SPD-Fraktion im Wetterauer Kreistag, Christine Jäger, und der Ober-Schmittener Ortsvorsteher Andreas Prasse sind sich einig, dass die Wetterauer Sozialdemokratie dieses Vorgehen nicht hinnehmen dürfe. In einem gemeinsamen Brief an die Geschäftsführung werden sie um ein Gespräch bitten. In diesem Rahmen solle darauf hingewirkt werden, diesen wichtigen Arbeitgeber der Region zu erhalten.

Die Beteiligten kündigten an, eng in Kontakt zu bleiben, um die Beschäftigten in Ober-Schmitten zu unterstützen.

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