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Spenden statt Geschenke

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Freude bei der Spendenübergabe an der Ausgabestelle der Büdinger Tafel (v. l.): Werner Glöckner, Jürgen Patte, Andreas Smital, Ralf Kretschmer, Wolfgang Simon und Kornelia Lange. Vorne Hannah Simon und Arjen Smital. © Sophie Theresa Leitz

Büdingen (sol). Vier Familienväter hatten beschlossen, auf Geschenke zum gemeinsam gefeierten 50. Geburtstag zu verzichten, und stellten lieber einen Spendentopf auf. Ihr Ziel: Sie wollten mit dem Erlös ein regionales Projekt unterstützen. Gesagt, getan.

4000 Euro spendeten Andreas Smital, Ralf Kretschmer, Wolfgang Simon und Jürgen Patte jetzt der Büdinger Tafel. Die vier Männer stammen gebürtig aus Ronneburg und Umgebung und kennen sich schon seit dem Kindergarten. Bereits zu ihrem 40. Geburtstag sammelten sie Spenden und verzichteten auf Geschenke. Damals spendete jeder einzeln an verschiedene Organisationen. Zum 50. Geburtstag, wünschten sie sich erneut keine Geschenke, sondern dass ihre Gäste etwas in eine Spendenbox werfen. Auf die Tafel in Büdingen einigte man sich vorher. Ralf Kretschmer erklärte bei der Übergabe in der Ausgabestelle in der Orleshäuser Straße, dass sie vor allem etwas Regionales unterstützen wollten. Seine Mutter sei es schließlich gewesen, die von ihrer Arbeit bei der Tafel berichtet habe und davon, wie knapp das Geld dort immer sei. Die Tafel wird zu 100 Prozent aus Spenden finanziert. Der Grund für die Spende: Die vier Freunde sind sich einig: Ihnen geht es gut, sie sind zufrieden mit dem, was sie haben, und wollen anderen etwas Gutes tun.

Das Geld kommt erst einmal aufs Konto, erklärte Kornelia Lange, die Vorsitzende des Tafelausschusses. Investitionen stehen gerade nicht an, können aber jederzeit notwendig werden. Auch die laufenden Kosten müssen gedeckt werden. Darunter fällt etwa die Miete für das Gebäude, die Autos oder die IT-Sicherheit.

Der Vorstand zeigte sich dankbar für Aktionen, wie die von Jürgen Patte, Andreas Smital, Ralf Kretschmer und Wolfgang Simon. »So etwas ist nicht selbstverständlich,« betonte Kornelia Lange.

Unterstützung für 900 Menschen

Die Mitarbeiter der Tafel sind alle ehrenamtlich aktiv. Aktuell unterstützt die Tafel in ihrem Einzugsgebiet zirka 900 Menschen, erklärte Werner Glöckner, der stellvertretende Vorsitzende des Tafelausschusses. Die Mitarbeiter packen individuell Körbe für die Menschen, aus dem sie sich dann das nehmen können, was sie möchten und zum Leben brauchen. Der Rest wird neu gepackt. Nach Kühlware, etwa nach Joghurt, werden die Mitarbeiter extra gefragt. Diese liegt nicht einfach im Korb. Zurzeit verlangt die Tafel einen Obolus von zwei Euro. Die Menschen, die von der Tafel unterstützt werden, müssen sich anmelden und nachweisen, dass sie bedürftig sind, erklärte Werner Glöckner.

Die Büdinger Tafel ist Mitglied im Landes- und Bundesverband und erhält von dort Unterstützung, indem bei einem Standort in Wetzlar noch zusätzlich Ware geholt werden kann, welche dort im großen Format von Firmen abgegeben wird. Ebenfalls bestehen unter den Tafeln in der Umgebung gute Verbindungen, teilweise bis nach Frankfurt.

Die Tafel sucht dringend Menschen, die sich engagieren wollen. Interessenten können sich jederzeit melden. Die Tafel ist unter der Telefonnummer 06042/955744 erreichbar. »Auch jemand, der nur einmal die Woche Zeit hat oder alle zwei Wochen, ist gerne gesehen«, sagte die Vorsitzende.

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