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Stada: Sorge um Mitarbeiter

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Von: Patrick Eickhoff

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Das Pharmaunternehmen hat auf die Kritik reagiert. In Weißrussland will Stada »neue Wege gehen«. © Patrick Eickhoff

Die Ukraine und Russland sind wichtige Märkte für Stada. Beim Pharmakonzern steht man in ständigem Austausch mit den ukrainischen Kollegen.

F ür den Pharmakonzern Stada sind sowohl Russland und auch die Ukraine wichtige Märkte. Vor Ort verfügt das Unternehmen über ein Netzwerk lokaler Produktionsstätten, um in diesen Märkten nah an Patienten und Kunden zu sein. »Diese Produktionsstätten sowohl in Russland als auch in der Ukraine haben ihren Fokus auf der lokalen Versorgung«, teilt eine Sprecherin auf Anfrage mit. Für den Pharmakonzern sei deshalb jetzt vor allem die Sicherheit der Mitarbeiter entscheidend. »Wir stehen in engem Kontakt mit unseren ukrainischen Kollegen, die laut unserem aktuellen Informationsstand gesund sind.« Man tue alles, was möglich sei, die Teams in der Region zu unterstützen und zu schützen.

Laut Informationen der Deutschen Presseagentur, beschäftigt der Konzern mit rund 12 500 Angestellten weltweit, in Russland allein etwa 2100 Menschen. Nun könnten die Stada-Geschäfte wegen der Russland-Sanktionen leiden. Das Geschäft in Russland trägt den Angaben zufolge rund 15 Prozent zum Gesamtumsatz von Stada bei, und das Geschäft in der Ukraine weniger als zwei Prozent. Arzneien seien aber nach internationalem Recht von Handelssanktionen ausgenommen. Wie eine Sprecherin auf Anfrage dieser Zeitung mitteilt, ist die weitere Entwicklung »für alle Akteure zum jetzigen Zeitpunkt kaum einzuschätzen«.

Petition gegen TV Werbung

Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko gilt als Verbündeter und militärischer Unterstützer von Kremlchef Wladimir Putin im Krieg gegen die Ukraine. Viele westliche Länder schalten Werbung in Belarus und unterstützen damit den Propaganda-Apparat Lukaschenkos.

Die unabhängige deutsch-schweizerische Nichtregierungsorganisation Libereco setzt sich für den Schutz der Menschenrechte in Belarus und der Ukraine ein. Dabei beobachtet sie auch die TV-Märkte in den jeweiligen Ländern. Bei einer Erhebung Ende des vergangenen Jahres lag Stada in den Top 5 der deutschen Firmen, die die meiste Werbung im weißrussischen Staatsfernsehen schalten. Mehr als 60 000 Personen haben bereits eine Petition an das Vilbeler Unternehmen und drei weitere deutsche Pharmafirmen unterzeichnet. Sie fordern die Firmen dazu auf, ihre Werbung im belarusischen Staatsfernsehen umgehend einzustellen und damit auch ihre Finanzierung der staatlichen Propaganda zu stoppen. Denn, so heißt in der Petition: »Im belarusischen Staatsfernsehen findet keinerlei unabhängige Berichterstattung statt. Stattdessen werden misshandelte politische Gefangene vorgeführt und zu öffentlichen Schuldeingeständnissen gezwungen. In Propaganda-Sendungen werden Regime-Gegner:innen mit dem Tode bedroht.« Stada dürfe sich, wie die anderen Firmen Queisser Pharma, Dr. Theiss Naturwaren, Krewel Meuselbach nicht länger mitschuldig machen an den Verbrechen des Lukaschenko-Regimes und an den gravierenden Menschenrechtsverletzungen in Belarus.

Stada stellt Werbung um

Eine Sprecherin bei Stada: »Gerade in schwierigen politischen und wirtschaftlichen Zeiten wäre es fatal, wenn wir jetzt die Bevölkerung in Belarus im Stich lassen würden und diese nicht mehr mit Arzneimitteln versorgen würden.« Deshalb werden wir selbstverständlich weiterhin unsere Produkte nach Belarus liefern. Alles andere würde genau jenen Menschen schaden, die unsere Arzneimittel gerade jetzt am meisten brauchen.«

In Sachen Werbung und Marketing gehe man allerdings in Weißrussland neue Wege. »Mehr als 75 Prozent unserer Marketingspendings investieren wir mittlerweile in unabhängige Online-Kanäle, den Rest in TV-Werbung. Hier haben wir unsere Strategie zuletzt deutlich angepasst.«

Einen Erfolg konnte die Petition mittlerweile verzeichnen: Queisser Pharma hat bestätigt, dass sie keine Werbung mehr im belarusischen Staatsfernsehen schalten werden.

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