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Stadt Büdingen will Übergangs-Kita einrichten

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Von: Petra Ihm-Fahle

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Die Stadt Büdingen erwägt den Kauf einer Immobilie in der Straße »An der Fahrbach«, um eine Übergangs-Kita zu schaffen. © Petra Ihm-Fahle

Manchmal muss alles ganz schnell gehen. Um eine Übergangs-Kita in der Kernstadt von Büdingen zu schaffen, tritt das Rathaus aufs Gas.

Nicht nur bei Familien schlug die Botschaft wie eine Bombe ein: Büdingen kann bis Ende Januar keine Kita-Plätze mehr vergeben. Nun ist Eile angesagt. Deshalb stimmte das Parlament während seiner jüngsten Sitzung einstimmig für die Einrichtung einer Übergangs-Kita in der Kernstadt. Der Beschluss erfolgte ohne Aussprache.

Es gibt eine Prioritätenliste

Dieser Zeitung liegt die Sitzungsvorlage vor, aus der hervorgeht, welche Orte die Kommune mit welcher Priorisierung ins Auge fasst: An Platz eins steht eine Immobilie in der Straße »An der Fahrbach«, es folgen der Platz vor dem alten Hallenbad in der Wilhelm-Lückert-Straße, der Schlachthof und ein Standort in den Weiherweisen. Welcher Bauplatz es wird, soll der städtische Ausschuss für Jugend, Kultur und Soziales erörtern.

»Die Kindertagesstätte in der Orleshäuser Straße wird voraussichtlich frühestens im Sommer 2024 fertig sein, wenn keine zusätzlichen Verzögerungen entstehen«, heißt es in der Vorlage. Insofern müsse eine Zwischenlösung her: ein dreigruppiger Kindergarten, der auch die Übergangsgruppe aus dem »Wichtelhaus« aufnehmen kann. Alle drei Gruppen will das Rathaus 2024 dann in die Kita in der Orleshäuser Straße überführen.

Die Stadtregierung sieht es als notwendig, unausweichlich und dringlich an, eine Übergangslösung zu schaffen. Anderenfalls könne es zu einem »weiteren Imageverlust der Stadt« kommen, Nöten bei den Familien und einem vermehrten Klageaufkommen an den Wetteraukreis durch die Eltern, die den Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz einklagen.

»Damit einhergehend erhöht sich der Druck auf die Kommune, denn Klagekosten können an die Kommune weitergegeben werden.« Kurz gesagt: Die Frustration stiege auf allen Seiten. Nach Ansicht der Stadtverwaltung muss die Übergangs-Kita in der Kernstadt eingerichtet werden, da dort derzeit der größte Bedarf sei.

Das städtische Bauamt prüft laut der Sitzungsvorlage aktuell die Kosten für eine Zelt- und Modulbauvariante, wobei die Stadt die Modulbauvariante bevorzugt - sprich: Container.

Die Prüfung, ob eine Miete oder ein Kauf wirtschaftlicher ist, ist noch im Gange. Laut telefonischer Auskünfte an das Rathaus liegen die Kosten für zwei Jahre Zelt-Miete bei etwa 510 000 Euro. Das Angebot von diesem April für eine Modulbau-Mietlösung für die Dauer von zwei Jahren belaufe sich auf 420 000 Euro brutto, zuzüglich der Ausstattung. Es sei daher von Gesamtkosten in Höhe von mindestens 650 000 Euro auszugehen. Dafür werde ein Nachtragshaushalt erforderlich.

Das Gebäude in der Straße »An der Fahrbach« stehe derzeit zum Verkauf, habe ein großes Außengelände und liege sehr zentral. Aus Sicht der Stadtverwaltung würde das Bauwerk abgerissen werden, eine Umnutzung wäre langfristig möglich. Nach der Auflösung der Übergangs-Kita 2024 könnte es anderen Projekten Raum bieten, beispielsweise der städtischen Bücherei. Den Umsetzungszeitraum schätzt die Stadtverwaltung auf sechs bis acht Monate.

Das Gelände vor dem alten Hallenbad in der Wilhelm-Lückert-Straße biete sich insofern aber auch an, weil es der Stadt gehört. Es sei zwar am wenigsten zentral, die Umsetzung könne aber besonders schnell - in sechs Monaten - erfolgen.

Weitere Optionen

Eine weitere Option ist für die Kommune das Gelände des ehemaligen Schlachthofs. »Zentrale Lage und Größe der Fläche bieten beste Voraussetzungen«, heißt es in der Vorlage. Die Umsetzungszeit wird auf acht Monate geschätzt, vorher müsse die Stadt die Fläche kaufen. »Hier wird mehr Arbeit benötigt, um die Flächen vorzubereiten.«

Beim vierten Standort »In den Weiherwiesen« sei die Sache insofern vereinfacht, weil die Stadt - wie in der Wilhelm-Lückert-Straße - das Grundstück besitzt. Dort müsse allerdings nochmals genau geprüft werden, wie sich der Salzbach zu Hochwasserzeiten verhält und ob ein Ankauf umliegender Wiesen notwendig wird.

Nicht öffentlich behandelte das Büdinger Parlament während seiner jüngsten Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus Orleshausen den möglichen Ankauf eines Gebäudes in der Straße »An der Fahrbach«. Die Immobilie beziehungsweise das Grundstück steht auf Platz eins der Prioritätenliste der Stadtverwaltung für die Schaffung einer Übergangs-Kita. Das Rathaus soll aber auch an einem Erwerb für andere Zwecke interessiert sein. Die Stadtverordneten verwiesen den Punkt zur weiteren Beratung in den Haupt- und Finanzausschuss.

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