1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

Stadt ist jetzt Bauherrin

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

bg_Parlament2002_010322_4c
Die Tage des alten Tennenplatzes sind gezählt. Spätestens 2023 soll hier ein Kunstrasenplatz entstehen. © Stephan Lutz

Florstadt (lut). Bereits im Dezember 2020 hatten die Florstädter Stadtverordneten beschlossen, aus dem alten Tennenplatz auf der Waldsportanlage in Nieder-Florstadt einen Kunstrasenplatz zu machen - und damit einen langgehegten Wunsch der Fußballvereine zu erfüllen. Das ist auch weiter das Ziel. Allerdings korrigierte das Parlament während seiner jüngsten Sitzung die Art und Weise, wie das Projekt realisiert werden soll.

Vor etwas mehr als einem Jahr hatte man beschlossen, dass der FC Nieder-Florstadt den Umbau angehen soll, um mehr Fördermittel zu bekommen. Der Magistrat sollte dann einen Pachtvertrag über 30 Jahre abschließen. Die Stadt wollte nach Baufortschritt 500 000 Euro auszahlen, wenn der Verein einen Refinanzierungsplan mit dem Zuschuss des Landessportbundes und eine Bankzusage über eine Darlehensfinanzierung vorlegt.

Der Verein habe das Projekt und die Finanzierung inzwischen vorgestellt, sagte Bürgermeister Herbert Unger (SPD) während der Sitzung. Allerdings habe eine Überprüfung des Vertragsentwurfs durch den Hessischen Städte- und Gemeindebund für eine böse Überraschung gesorgt. Unger: »Der Vertrag ist rechtlich nicht haltbar, weil man uns vorwerfen könnte, dass wir das öffentlich-rechtliche Ausschreibungsverfahren umgehen wollten, an das die Stadt als Auftraggeber gebunden ist.« Tatsächlich wäre der FC Nieder-Florstadt als Bauherr nicht zu dieser Ausschreibung verpflichtet. Da ein zweites Rechtsgutachten diese Einschätzung bestätigt habe, legte die Stadtverwaltung für die Sitzung eine aktualisierte Vertragsversion vor, die den Grundsatzbeschluss von 2020 dergestalt veränderte, dass die Stadt als Bauherrin und Verpächterin des Kunstrasenplatzes auftritt.

Umfangreiche Grünen-Anfrage

Die drei Fraktionen im Parlament legten Wert darauf, dass der Platz mit einer »kunststofffreien Verfüllung« gebaut wird. Eigentlich eine Formsache, aber die Grünen beantragten durch Gudrun Neher eine Überweisung in den Ausschuss, um einige aus ihrer Sicht offene Fragen zu klären. Die Grünen hatten wegen einer Corona-Quarantäne nicht an der Sitzung im Dezember 2020 teilnehmen können. Neher stellte eine acht Punkte umfassende Anfrage, die Unger mit der sprichwörtlichen Faust in der Tasche beantwortete. Er kritisierte, dass die Grünen eine solch umfangreiche Anfrage nicht vor der Versammlung einreichten, sondern zu Beginn der Sitzung vorlegten und sowohl ihn als auch die Verwaltung unvorbereitet träfen. »Das ist unkollegial und zutiefst undemokratisch«, sagte der Rathauschef, nachdem die Grünen bereits in der vorangegangenen Sitzung kurzfristig eine Anfrage mit 17 Unterfragen zum Gewerbegebiet Nieder-Mockstadt eingereicht hatten.

Laut Unger ist geklärt, dass das Land das Projekt auch dann fördert, wenn der FC den Kunstrasenplatz pachtet. Da der Landessportbund pro Jahr immer nur eine solch große Baumaßnahme unterstütze, könne der Bau in Nieder-Florstadt erst 2023 beginnen. Die Verwaltung sei aber dennoch bereits aktiv geworden, da die für dieses Jahr an einem anderen Ort geplante Maßnahme vielleicht nicht zustande komme. »Wir haben eventuell die Möglichkeit, diesen Zuschuss noch für 2022 nach Florstadt zu holen«, sagte Unger.

Sporthalle soll entlastet werden

Statt der Karl-Weigand-Schule, die nur einmal im Jahr ihre Bundesjugendspiele abhält, sollen die anderen Sportvereine in Florstadt und die JSG Florstadt den Platz intensiv nutzen. »Geplant sind 40 bis 50 Stunden pro Woche«, sagte Unger. »Das soll auch die Sporthalle entlasten, die bis zur letzten Sekunde verplant ist. Auch im Winter, denn der Kunstrasenplatz ist bekanntlich auch bei schlechtem Wetter optimal bespielbar.«

Während SPD und CDU der Verwaltungsvorlage einmütig zustimmten, gaben die Grünen ein uneinheitliches Bild ab. Drei Mandatsträger waren dafür, zwei dagegen und zwei enthielten sich der Stimme.

Auch interessant

Kommentare