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Stadt soll Ärztemangel gegensteuern

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Von: Petra Ihm-Fahle

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VON PETRA IHM-FAHLE

Büdingen . Büdingen soll dauerhaft ausreichend Hausärzte haben. Einen Antrag von SPD und FWG, die Versorgung auch künftig sicherzustellen, befürwortete die Stadtverordnetenversammlung im Zuge ihrer jüngsten Sitzung einstimmig. Drei Stadtverordnete enthielten sich. SPD-Fraktionsvorsitzender Manfred Scheid-Varisco trug das Anliegen im Dorfgemeinschaftshaus in Orleshausen vor.

»Jeder, der schon einmal ernsthaft krank war, kann den hohen Wert von Gesundheit ermessen«, sagte Scheid-Varisco. Gehe es um die eigene Gesundheit, seien der Hausarzt und die -ärztin für die meisten Menschen die ersten Ansprechpartner. »Doch im kommenden Jahrzehnt wird es kritisch, denn auch unser Landkreis, unsere Stadt, können sich der bundesweiten Entwicklung nicht entziehen: Ärztemangel.«

Auch in Büdingen und den Stadtteilen besteht laut dem SPD-Mann jetzt schon dringender Handlungsbedarf, um die diesbezügliche Versorgung in den kommenden Jahren aufrechtzuerhalten.

»In unserer Region, auch in Büdingen, werden in 10 bis 15 Jahren fast 50 Prozent der Hausärzte ihre Tätigkeit aufgeben. Es ist dabei nicht zu erwarten, dass jede Praxis eine Nachfolge finden wird«, prognostizierte er. Denn mit Blick auf die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung wünschten sich die meisten Mediziner, dass Räumlichkeiten oder Grundstücke zur Verfügung gestellt werden. Obwohl der Sicherstellungsauftrag der hausärztlichen Versorgung bei der Kassenärztlichen Vereinigung liege, nähmen immer mehr Kommunen das Problem in die eigene Hand. »Auch eine Stadt wie Büdingen muss sich der Aufgabenstellung annehmen und an der Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung aktiv mitwirken«, fordern SPD und FWG. Es gelte, positive Anreize zu schaffen und lokale Lösungsvorschläge zu entwickeln, um die hausärztliche Versorgung in der Zukunft zu sichern.

Die Stadtverordneten beauftragten nun also den Magistrat, ein Monitoring beziehungsweise eine Analyse zur künftigen Hausarztentwicklung in Büdingen einzuleiten. Dies soll gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) erfolgen. Laut dem Beschluss soll der Magistrat in Kooperation mit der KV, den Büdinger Ärzten und den Ortsbeiräten einen Maßnahmenkatalog erstellen. Darin soll es insbesondere um Nutzungs- und Finanzierungskonzepte beziehungsweise Fördermöglichkeiten für neue Praxisräume gehen. In die Prüfung möglicher Räume für Arztpraxen soll das Rathaus bestehende städtische Liegenschaften oder den Neubau von Liegenschaften einbeziehen. Die Ergebnisse sind der Stadtverordnetenversammlung vorzulegen.

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