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Auf diesem Grundstück zwischen Hochstraße und Kaicher Weg in Burg-Gräfenrode will die städtische Wohnungsbaugesellschaft ein Mehrfamilienhaus errichten und damit den Forderungen der Politik nach preiswertem Wohnraum nachkommen.  Fotos/Repro: Holger Pegelow

Preiswerter Wohnraum

Städtische Wohnungsbaugesellschaft baut Haus mit sieben Wohnungen auf ehemaligem Spielplatz in Roggau

100 Wohnungen für Leute mit niedrigem Einkommen haben einst die Linken in Karben gefordert. Die Stadt solle im Wohnungsbau aktiv werden, um preiswerten Wohnraum zu schaffen. Die Forderung scheiterte zwar politisch, doch untätig ist man deshalb nicht. Die stadteigene Wohnungsbaugesellschaft hat schon 16 Wohnungen in der Groß-Karbener Waldhohl errichtet. Im neuen Jahr sollen weitere sieben hinzukommen.

Der Streit bricht beinahe in jeder Sitzungsrunde der politischen Gremien aus. Und die Forderungen sind auch nicht neu. Wenn schon private Investoren nicht für preiswerten Wohnraum sorgen können oder wollen, so solle doch die Stadt aktiv werden. Denn diejenigen, die das fordern, vermuten, dass Krankenschwestern und Kindergärtnerinnen in der Stadt keinen für sie bezahlbaren Wohnraum mehr finden.

Keine Frage: Das Preisniveau bei den Mieten steigt, die Grundstückspreise wie auch die Kaufpreise für Wohnungen und Häuser schnellen in die Höhe. Vor vielen Jahren hat die regierende CDU es noch abgelehnt, dass die Stadt selber im Wohnungsbau eine aktivere Rolle einnimmt. Vor einigen Monaten hat sich aber auch hier ein Paradigmenwechsel vollzogen. Es ist nun durchaus mit breiterer politischer Mehrheit gewollt, dass die Stadt hier eine wichtige Rolle einnimmt. Nachdem die städtische Wohnungsbaugesellschaft in der Groß-Karbener Waldhohl gegenüber der Schule zwei Häuser mit je 16 Wohneinheiten errichten ließ und ein Haus als Mietobjekt in den eigenen Händen behält, tritt sie nun ein weiteres Mal als Bauherrin auf. Im Bereich Berliner Straße/Hochstraße/Kaicher Weg in Burg-Gräfenrode will sie in diesem Jahr ein Sieben-Parteien-Haus errichten.

Areal aufgegeben

Einst befand sich hier ein kleiner Spielplatz, der allerdings immer weniger genutzt wurde. Im Zuge des neuen Spielplatzkonzeptes der Stadt, das in jedem Stadtteil einen zentralen Themenspielplatz vorsieht, gab man dieses Areal als Spielgelände auf. Es wurde an die Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) verkauft. Die will nun darauf ein Wohnhaus mit sieben Wohnungen errichten. Der notwendige Bauantrag dazu ist jetzt eingereicht worden. Um das Projekt kümmert sich der ehemalige Stadtrat Otmar Stein (CDU), der jetzt stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Wobau ist.

Nach seinen Angaben bietet das Projekt drei Wohneinheiten mit rund 43 Quadratmetern, zwei Wohneinheiten mit je 64 Quadratmetern und weitere zwei Wohnungen mit etwa 52 Quadratmetern Größe. "Vier Wohneinheiten werden mit öffentlichen Mitteln gefördert", betont Stein. Geplanter Mietpreis: 7,90 Euro pro Quadratmeter. Die Miete für die nicht öffentlich geförderten Wohnungen kalkuliert die Wobau mit 8,50 und 9,00 Euro pro Quadratmeter.

 Nicht unterkellert

Beim Bau dieses Hauses greift die Wobau erstmals auf Ideen des Leiters des Bau-Fachdienstes, Heiko Heinzel, zurück. Heinzel hatte einmal einige Kostentreiber aufgelistet, wie etwa Keller, Balkone oder Tiefgaragen. Die treiben bekanntermaßen den Gesamtpreis eines Bauprojektes in die Höhe und damit die Preise für die einzelnen Wohnungen und letztlich auch die Mieten. Dementsprechend wird das Gebäude nicht unterkellert. Die häufig benötigten Abstellplätze werden in einem kleinen Anbau geschaffen, in dem auch der Hausmeister sein Domizil für Gerätschaften haben wird.

880 Quadratmeter groß ist das Grundstück für das neue Gebäude, auf dem auch ein Trafo-Häuschen der Oberhessischen Versorgungsbetriebe (Ovag) steht. Das bleibt erhalten, links und rechts davon werden jeweils drei Stellplätze angeordnet. Drei weitere Parkplätze entstehen auf dem hinteren Teil des Stücks.

Der Bauantrag liegt beim Wetteraukreis inzwischen zur Genehmigung vor. Laut Otmar Stein bemüht sich die Wohnungsbaugesellschaft um einen Generalunternehmer, der das Projekt komplett fertigstellt. Der geplante Baubeginn wird im zweiten Quartal sein. Das Gesamtinvestment für dieses Bauvorhaben beträgt ungefähr 1,1 Millionen Euro.

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