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»Stärker auf Umbau setzen«

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Von: red Redaktion

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Der Bau neuer Sozialwohnungen lahmt nach Ansicht der IG BAU. © pv

Vogelsbergkreis (red). Vom Eigenheim bis zum Mehrfamilienhaus: Im Vogelsbergkreis wurden im vergangenen Jahr 200 neue Wohnungen gebaut. Das teilt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) unter Berufung auf aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes mit.

Danach flossen in den Neubau Investitionen in Höhe von rund 58 Millionen Euro. »Zusätzliche Wohnungen sind ein wichtiger Beitrag gegen steigende Mieten. Wichtig ist dabei das bezahlbare Segment. Und es kommt vor allem darauf an, dass im sozialen Wohnungsbau noch mehr getan wird«, sagt Peter Manns.

Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Hessen-Mitte sieht insbesondere die Politik in der Pflicht. Der Wohnungsbau in der Region könne nur dann Power zeigen, wenn in Berlin und Wiesbaden die richtigen Weichen gestellt würden. »Die Bundesregierung hat 400 000 neue Wohnungen pro Jahr versprochen. Ein Viertel davon sollen Sozialwohnungen sein. Von diesem Ziel ist die Ampel-Koalition noch weit entfernt. Hier ist aber auch die Landespolitik gefordert«, erklärt Manns. Im vergangenen Jahr seien laut Statistik bundesweit lediglich 293 400 neue Wohnungen entstanden - 4,2 Prozent weniger als im Vorjahr, heißt es in der Mitteilung weiter. Zudem erschwerten knappe Baumaterialien, steigende Energiepreise, Inflation und steigende Bauzinsen derzeit den Neubau, so die Gewerkschaft. Hinzukämen ein hoher Fachkräftebedarf und unzureichende staatliche Förderungen.

Um vor allem »den lahmenden Bau von Sozialwohnungen voranzubringen«, schlägt die IG BAU ein »Sonderpaket sozialer Wohnungsbau« vor. Die Mehrwertsteuer auf Sozialwohnungen solle von 19 auf sieben Prozent abgesenkt werden. Der Bau einer staatlich geförderten Wohnung würde nach Angaben der Gewerkschaft so um zehn Prozent günstiger. »Außerdem müssen Bund und Länder dringend das Baurecht vereinfachen. Es wird höchste Zeit, dass Genehmigungsverfahren schlanker und schneller werden. Zwischen Bauantrag und Baubeginn geht oft wertvolle Zeit verloren«, betont Manns.

Der IG BAU-Bezirksvorsitzende verweist auf eine enorme Chance, um zusätzlichen Wohnraum zu gewinnen: den Umbau bereits bestehender Gebäude. »Im Vogelsbergkreis schlummert ein großes Potenzial in der Umnutzung von Altbauten. So lassen sich bei vielen Wohngebäuden, Büro-, Geschäfts- und Parkhäusern Dachetagen aufstocken. Dazukommt - durch mehr Homeoffice - der Umbau von Büros zu Wohnungen.« Gerade auch mit Blick auf den steigenden Wohnraumbedarf für die Menschen, die vor dem Krieg aus der Ukraine geflüchtet sind, müssten alle Möglichkeiten genutzt werden.

An die Adresse der Baubranche gerichtet sagt Manns: »Viele Firmen suchen dringend Fachkräfte, um die Aufträge bewältigen zu können. Aber qualifizierte Maurer und Zimmerleute gewinnt nur, wer anständige Löhne zahlt und gute Arbeitsbedingungen bietet.« Baubeschäftigte sollten sich nicht unter Wert verkaufen und auf einer tariflichen Bezahlung bestehen.

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