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Stahlquelle im Kurpark von Bad Salzhausen wird saniert

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Steinmetz und Bildhauer Martin Merz (links) erläutert mit seinem Sohn Felix Maximilian Merz die weitere Vorgehensweise an der Baustelle. © Ingeborg Schneider

Die Stahlquelle im Kurpark von Bad Salzhausen fällt wegen ihrer aufwendigen Fassung einschließlich Jugendstilpavillon, Sandsteinbrunnen und Treppenabgang ins Auge. Aktuell saniert der Steinmetz und Bildhauer Martin Merz aus Geiß-Nidda das Ensemble.

Die Stahlquelle im Kurpark von Bad Salzhausen wird auf Vordermann gebracht. Das Ausschreibungsverfahren habe sich über Monate hingezogen, sagt Simone Seum, Fachdienstleiterin Liegenschaften im Technischen Rathaus Nidda. Im Frühjahr wurde der Auftrag an Martin Merz vergeben, der mit seinem Team inzwischen grundlegende Arbeiten erledigt hat.

Der Brunnenaufsatz aus Sandstein befindet sich derzeit auf seinem Ausstellungsgelände in Geiß-Nidda, ein Blick ins Innere des Brunnenschachtes enthüllt das ebenfalls erneuerungsbedürftige Pumpwerk, welches das Wasser nach oben pumpt. Die eigentliche Stahlquelle entspringt in 19,8 Metern Tiefe, ein größeres Entnahmebecken, das vom Eigendruck der Quelle befüllt wird, befindet sich am Fuß der Treppenabgänge.

Eine große Unbekannte

»Doch diese konnten gebrechliche Kurgäste nur mühsam begehen, weshalb man mit dem Sandsteinbrunnen eine leichter erreichbare Entnahmestelle an der Erdoberfläche geschaffen hat«, erläutert Steinmetz Merz während eines Ortstermins.

Gefasst wurde die Stahlquelle bereits 1850, erneuert wurden Fassung und Technik 1906. Man schätzte das mineralhaltige Wasser mit einer Temperatur von etwas über 13 Grad Celsius und Inhaltsstoffen wie Eisen, Calcium, Natrium, Magnesium, Chlorid, Hydrogencarbonat und Sulfat in der unterstützenden Behandlung von Eisenarmut (Anämie) im Blut und deren Folgen wie Müdigkeit, Leistungsabfall und hohe Infektanfälligkeit.

»Das bauliche Ensemble besteht aus Muschelkalk, wie in der Epoche des Jugendstils üblich und beliebt«, erklärt der Steinmetzmeister. »Seit der Auftragserteilung durch die Stadt Nidda im Frühjahr haben wir zunächst den Brunnenaufsatz abgebaut, ebenso die brüchige Abdeckplatte aus Magerbeton, die nunmehr neu aufzugießen ist«, schildert Merz und weist auf die Umrandungsmauer des Brunnens, die bereits mit einer Ziegelreihe aufgemauert wurde.

Größere Sorgen bereiten sowohl ihm als auch der Auftrags- und Kostenstelle im Rathaus die massiven Umrandungsmauern des Ensembles, die dem Druck von Erde und vor allem Feuchtigkeit aus dem zur Kurstraße hin ansteigenden Hang standhalten müssen.

»Aktuell spielt uns das trockene Wetter noch in die Karten, wir werden die Sanierung im Innenbereich zügig abschließen können«, ist Martin Merz optimistisch. »Die große Unbekannte ist der tief liegende Außenbereich, den wir kreisförmig aufgraben und auf eine etwa bereits vorhandene Drainage hin untersuchen müssen.«

Langfristige Lösung muss her

Diese sei, sollte sie existieren, wahrscheinlich ebenfalls brüchig und müsse dann dringend erneuert werden, mutmaßt der Experte, der beobachten konnte, wie das Wasser im regenreicheren Frühjahr durch Fugen und Ritzen der Quellenummauerung drang. An dieser Stelle müsse dringend eine langfristig tragfähige Lösung her, ist man sich vor Ort und im Rathaus einig.

»Mit dem Ausdruck ›große Unbekannte‹ hat Steinmetzmeister Merz vollkommen recht«, sagt Simone Seum im Rathaus. »Tatsächlich hält die Natur immer Unwägbarkeiten bereit, die im Herbst und bei massiven Regenfällen erneut zutage treten können.«

Einen Abschluss der Arbeiten bis zum Jahresende halten beide Seiten unter Berücksichtigung dieser Unsicherheiten zwar für möglich, unklar bleibt vorerst, ob sich der geplante Kostenrahmen bei einem höheren Aufwand komplett wird halten lassen - und ab wann das reizvolle bauliche Ensemble rund um die Stahlquelle sowie deren Wasser der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung stehen werden. VON INGE SCHNEIDER

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