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Standort gefunden: Wunschlage für Burg Hofraite

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Übergabe der Spendeneinnahmen des Crowdfundings am Standort für den Bau der Burg Hofraite: (v. l.) Jasmin Fernau-Kolb, Jörg Grunewald, Marko Appel und Mark Langlitz (VR Bank). © Sophie Theresa Leitz

Jetzt ist das Geheimnis des Standorts gelüftetr: Zwischen Büdingen und Büches soll die Burg Hofraite entstehen. Die Burganlage soll zwischen 3000 und 4000 Quadratmetern groß werden.

Der Förderverein Burg Hofreite hat den Standort für die Errichtung seiner Turmhügelburg gefunden: Zwischen Büdingen und Büches, mit Blick auf die Bundesstraße, direkt an den Fahrradweg angrenzend und nah des Seemenbachs, soll das Projekt entstehen. Erste Gelder sind schon geflossen.

Das über 12 600 Quadratmeter große Grundstück liegt nah an Büdingen und ist mit allen gängigen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. »Hier kommt alles zusammen«, betont zweiter Vereinsvorsitzender Jörg Grunewald. Er spricht sogar von der »Wunschlage« für die Burg. Organisatorisch biete dieser Platz ebenfalls die besten Voraussetzungen, da Grund und Boden bereits der Stadt Büdingen gehören.

Marko Appel, erster Vorsitzender des Fördervereins Burg Hofraite, erklärt, dass der Standort für eine Burganlage dieser Art eigentlich keine Rolle spiele, doch auch er freut sich über die zentrale Lage.

Austausch mit Wissenschaftlern

Im nächsten Schritt wird ein Konzept erstellt, dass auf dem in diesem Jahr geplanten Kolloquium besprochen und abgenommen werden soll. Die Vorsitzenden stehen bereits im engen Austausch mit verschiedenen Wissenschaftlern. Der wissenschaftliche Beirat hat bereits zwei Mitglieder in Christoph Röder, dem Digitalkurator der Kettenwelt und Sieglinde Huxhorn-Engler, einer Historikerin, gefunden.

Im Kolloquium soll unter anderem geklärt werden, wie die verschiedenen Elemente wieder aufgebaut werden müssen. Der nächste Schritt sei die Einbeziehung eines Architekten, denn auch ein Bauplan sei von Nöten. Durch ein Crowdfunding der VR-Bank Main-Kinzig-Büdingen sind insgesamt 6086 Euro zusammengekommen. Damit soll das Kolloquium finanziert werden, also vor allem Unterkunft und Anreise für die Wissenschaftler.

Marko Appel zeigte sich allerdings enttäuscht über die Probleme anderweitiger Anträge auf Förderung. Der Verein hat sich allerdings aktiv Unterstützung gesucht. Das Bundesprogramm »Demokratie leben!« fördert Projekte mit Bürgerbeteiligung, an denen jeder teilnehmen kann. Dabei stellte Jörg Grunewald einer Jury den geplanten Gartenbau der Burg vor und erhielt eine Zusage für 5550 Euro.

Neben den Spenden findet der Verein auch weiterhin seitens der Mitglieder Zuspruch. Nach acht Monaten seien es 53. Ziel waren 50 in einem Jahr, so Appel stolz.

Die Burganlage soll zwischen 3000 und 4000 Quadratmetern groß werden. Dabei stehen die Forschung und die experimentelle Archäologie im Vordergrund. Auf Grundlage von früheren Funden soll mit mittelalterlichen Bautechniken eine idealtypische Anlage um das Jahr 1000 in der Büdinger Gegend errichtet werden.

Bautechniken neu entdecken

Neben der Forschung am Projekt Hofraite sollen vor allem alte und nachhaltige Bautechniken neu entdeckt werden. Gestartet wird mit dem Langhaus, also einem Stall und Wohnhaus und dem Garten- und Ackerbau. Dafür wurden verschiedene Arbeitsgruppen gegründet.

Die AG Pflanzen trifft sich schon am kommenden Mittwoch, 10. August, um 19 Uhr im Familienzentrum in Büdingen, um über die Forschungsarbeit der nächsten vier Monate zu sprechen. Dabei müssen banale, aber wichtige Fragen geklärt werden: Wie groß war ein Garten zu dieser Zeit? Welche Pflanzen baute man an? Gab es eine Hecke oder einen Zaun? Haben Vögel in dieser Hecke gesessen und Parasiten aus den Gärten vertrieben?

»Es ist viel Theorie, erstmal«, erzählt Grunewald. Dabei hat der Verein Kontakt zu anderen ähnlichen Forschungs- und Erlebnisstätten, um deren Anfangsfehler zu vermeiden. Das ist beiden Vorsitzenden sehr wichtig.

Das Projekt hat der Verein schon weit in die Zukunft geplant. Mithelfen beim Bau sollen zunächst Festangestellte. »Es werden Arbeitsplätze geschaffen«, erklärt Marko Appel. Die Jugendbauhütte aus Marburg könne sich ebenfalls vorstellen regelmäßig mit etwa 20 Jugendlichen zu helfen. Und Vereinsmitglieder dürften sowieso immer kommen.

Auch für Touristen soll es später die Möglichkeiten geben sich am Bau zu beteiligen. »Schüler und Schulklassen sind immer willkommen, um zu sehen, wie etwas gebaut oder angebaut wurde«, ergänzt Jörg Grunewald.

Info: Crowdfunding

Bei einem Crowdfunding werden Spenden gesammelt. Dabei stellte die VR Bank die Plattform zur Verfügung und verdoppelte jede Spende, die einging. Der Verein erhielt Zuwendungenen in Höhe von 4586 Euro. Die Differenz zum Gesamtbetrag stammt aus dem Spendenanteil für die Region, den die Bank zur Verfügung hat. »Damit unterstützen wir die Region und das Ehrenamt«, berichtet Mark Langlitz als Vertreter des Geldinstituts.

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