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Statt Theorieschulung: Anfassen und testen

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Stadtbrandinspektor Benjamin Balser hatte eine ganze Reihe von Sonderfahrzeugen im Rahmen der Truppmann-II-Ausbildung am Feuerwehrstützpunkt Nidda versammeln können. © pv

Spezialfahrzeuge erfordern von den Einsatzkräften spezifische Kenntnisse. Niddas Stadtbrandinspektor Benjamin Balser lud Kollegen aus der Region ein. 120 Helfer begutachteten neues Gerät.

Damit Feuerwehrleute im Ernstfall Fahrzeuge und Geräte optimal einsetzen können, ist es notwendig, diese bereits am Anfang der Ausbildung kennenzulernen. Um den Unterricht anschaulicher und damit auch interessanter zu gestalten, organisierte Stadtbrandinspektor (SBI) Benjamin Balser, dass die Sonderfahrzeuge, die in dem entsprechenden Ausbildungsteil behandelt werden, am Feuerwehrstützpunkt Nidda präsent waren. Dadurch wurde auch ein Erfahrungsaustausch mit Mitgliedern anderer Rettungsdienste möglich.

Fünfstündige Ausbildungseinheit

Im Rahmen der Truppmann-II-Ausbildung müssen Feuerwehrleute in den ersten beiden Jahren auch die Ausstattung und Möglichkeiten von Sonderfahrzeugen kennenlernen. Diese fünfstündige Ausbildungseinheit wird oft eher theoretisch als Power-Point-Präsentation mit Beamer vermittelt.

»Gerade jetzt, nach der langen Corona-Pause ist es wichtig, den neuen Mitgliedern der Einsatzabteilungen interessante Ausbildungsangebote zu machen, um möglichst viele Teilnehmer in den Lehrgängen zu haben«, erläutert Balser. Deshalb entschied er sich, statt einer Präsentation, in der der einsatztaktische Wert der Sonderfahrzeuge nur sehr theoretisch vermittelt werden kann, die Fahrzeuge anschaulicher vorzustellen.

Mit allen Teilnehmern der Ausbildung zu den jeweiligen Standorten der Fahrzeuge im Kreisgebiet zu fahren, kostet jedoch sehr viel Zeit. Deshalb organisierte Balser gemeinsam mit den Feuerwehren aus Nidda, Echzell, Ortenberg, Friedberg, Altenstadt, Gedern, Ranstadt, Bad Nauheim und Bad Vilbel ein Treffen der Fahrzeuge am Stützpunkt Nidda. Ergänzt wurde die Ausbildungseinheit von der Bergwacht aus Schotten, die über Höhenrettung informierte, dem Roten Kreuz aus Büdingen, der DLRG aus Bad Salzhausen sowie dem Technischen Hilfswerk aus Friedberg.

Dadurch konnten sich am Samstag zwischen 9 und 14 Uhr 120 Feuerwehrleute aus dem gesamten Wetteraukreis über die Möglichkeiten, Sonderfahrzeuge effektiv einzusetzen, informieren.

Ein Beispiel ist der Gerätewagen Messtechnik aus Friedberg. Er ist dazu da, um Gase und Flüssigkeiten zu analysieren. Um dies zu handhaben, ist eine spezielle Ausbildung erforderlich. Während der Präsentation im Rahmen der Ausbildungseinheit konnten die Feuerwehrleute erfahren, wie sich der Wagen einsetzen lässt und wo die Grenzen liegen.

Das Zusammentreffen der Fahrzeuge und Angehörigen verschiedener Feuerwehren und anderer Rettungsdienste bot zugleich einen Erfahrungsaustausch zur Zusammenarbeit bei Einsätzen.

Entsprechend positiv war die Resonanz sowohl der Teilnehmer der Unterrichtseinheit als auch der Einsatzkräfte, die die Fahrzeuge in Nidda präsentierten. Die Ausstattung und Einsatzmöglichkeiten der Sonderfahrzeuge konnten sehr lebendig und praxisnah dargestellt werden. Rückfragen konnten schnell und detailliert beantwortet werden. Durch den direkten Kontakt mit erfahrenen Feuerwehrleuten und Rettungskräften, die die Fahrzeuge auch bereits im Einsatz erlebt hatten, prägten sich die Inhalte der Fortbildung bei den Teilnehmern besser ein. Balser bedankte sich bei allen Feuerwehren und Rettungsdiensten, die es ermöglichten, die Ausbildung praxisnäher zu gestalten.

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Feuerwehren aus Nidda, Echzell, Ortenberg, Friedberg, Altenstadt, Gedern, Ranstadt, Bad Nauheim und Bad Vilbel beteiligen sich an dem Übungstag. © Oliver Potengowski

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