1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

Staunen am Steinbruch - ganz legal und sicher

Erstellt:

Kommentare

myl_AussichtspunktU-Widd_4c
Vertreter der beiden Ortsteile Unter- und Ober-Widdersheim, des Unternehmens Johannes Nickel, der Stadt Nidda und andere testeten den Blick von Süden auf das Abbaugebiet »Am Kirchwald«. © Myriam Lenz

Der neue Aussichtshügel am Basalttagebau Unter-Widdersheim liegt fast auf halber Stecke zum Nachbarort Ober-Widdersheim. Der Steinbruch hat beide Dörfer geprägt. Nun gibt es tolle Aussichten.

Das Unternehmen Johannes Nickel lud zur Einweihung des neuen Aussichtshügels am Basalttagbau Unter-Widdersheim ein.

Der Steinbruch ist ein Anziehungspunkt. Ein Blick auf das Abbaugebiet Am Kirchwald und auf die Aufbereitungsanlage erklärt, warum. Schroffe Steinfelsen türmen sich übereinander, von sich schlängelnden Straßen in Terrassen unterteilt. Für staunende Wanderer oder Radfahrer, Geologen oder Naturschützer bringt der Blick eine besondere Faszination mit sich. Ein Bauzaun sichert das Steinbruchgelände ab. Schilder weisen auf die Gefahren eines unbefugten Zutritt hin.

Die Aha-Momente sind garantiert

Der bepflanzte Aussichtshügel mit seinen basaltgefüllten Gabionen als Sitzgelegenheit ist quasi eine Einladung, den Blick von diesem Punkt aus schweifen zu lassen. Ganz legal, unaufgeregt, jedoch mit garantierten Aha-Momenten. »Wir wollten die Besucher lenken«, erklärte Dr. Bettina Nickel, Vertreterin der MHI-AG und Projektleiterin des Vorhabens. Die Ausführung ist naturnah, einladend und zudem noch barrierefrei.

Die Planungen für den Aussichtspunkt laufen bereits ein paar Jahre. Die Umsetzung war jedoch an dem Abschlussbetriebsplan und dem Erwerb der dafür benötigten Ackerfläche gekoppelt. Für die Auffüllung der kleinen Erhebung wurde unter anderem Erde verwendet, die für den Dorfteich in Unter-Widdersheim ausgehoben wurde.

Er sei stolz auf diesen Aussichtspunkt, brachte Bürgermeister Hans-Peter Seum zum Ausdruck. Auch passe dieser zu den Ansätzen der Landesgartenschau. Vieles sei durch die in Aussicht stehenden Fördermittel noch möglich. Und er ergänzte: Bettina Nickel habe immer zugehört, wenn es Probleme gab. Das neue Projekt sei auch exemplarisch für die gute Zusammenarbeit zwischen Bettina Nickel und den beiden Ortsteilen Unter- und Ober-Widdersheim, betonten die beiden Ortsvorsteher Klaus-Dieter Kammer und Michael Theel. Die Chefin habe immer ein offenes Ohr für die Belange der Dörfer gehabt. Darauf wurde angestoßen.

Mit dem Glas Sekt in der Hand erklärte Kerstin Bähr, Leiterin der Deutschen Vulkanologischen Gesellschaft der Sektion Vogelsberg, den Zusammenhang zwischen einem Vulkan und dem Perlwein. Explosive Vulkane würden vergleichbar mit einer Flasche Sekt funktionieren, die man ungeschickt öffnet. Entweicht der Druck, sprudelt er über, wie vor über 15 Millionen Jahren. Das Gestein an dieser Stelle ist ein ganz anderes als der rote Schlackenagglomerat in Michelnau. In Unter-Widdersheim handelt es sich um einen ruhigen Vulkanismus.

Einfach erklärt: Sekt ist wie ein Vulkan

»Wenn der Sekt lange herumsteht und das Gas verflogen ist, bekommt man einen Lavasee.« Bähr hielt ein Bild mit einem solchen Lavasee in die Höhe. »Ungefähr so muss es hier mal ausgesehen haben«, verdeutlichte sie. Unter-Widdersheim sei ein Baustein, ein Beispiel für die verschiedenen Arten des Vulkanismus in der Region des Vogelsbergs.

Diese und weitere Informationen werden Besucher demnächst auf einer Tafel mit Ausführungen zur Geologie nachlesen können.

myl_KerstinBaehr_150422_4c
Vulkan-Expertin Kerstin Bähr erklärte die Parallelen zwischen Sekt und Vulkanen. © Myriam Lenz
myl_DrBettinaNickel_1504_4c
Dr. Bettina Nickel, Vertreterin der MHI-AG und Projektleiterin, erklärte das Projekt. © Myriam Lenz

Auch interessant

Kommentare