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Helmut Häuser (links) und Karlheinz Reichert freuen sich mit Forscherin Stefanie Dimmeler, die den diesjährigen Pitzer-Preis erhält.

Stiftung ehrt Herzforscherin: Pitzer-Preis geht an Stefanie Dimmeler

Klassische Musik zieht durch die Trinkkuranlage, wo die Willy-Robert-Pitzer-Stiftung ihren jährlichen Preis verleiht, der mit 25 000 Euro dotiert ist.

Klassische Musik zieht durch die Trinkkuranlage, wo die Willy-Robert-Pitzer-Stiftung ihren jährlichen Preis verleiht, der mit 25 000 Euro dotiert ist. Eine blonde, schlanke Frau nippt an ihrem Mineralwasser, sie strahlt: Stefanie Dimmeler, die in diesem Jahr für ihre bahnbrechenden Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Regeneration nach Herzinfarkt geehrt wird. Sie ist Direktorin des Institutes für kardiovaskuläre Regeneration in Frankfurt und arbeitet auch mit dem Max-Planck-Institut in Bad Nauheim zusammen. Zwei verschiedene Dinge habe ihr Team entwickelt, wie die 49-Jährige schildert, beides sei noch im Stadium von Studien. „Wir machen Zelltherapie. Da versucht man, die Zellen zu isolieren und aufzureinigen. Mit dem Katheter werden sie ins Herz eingebracht, und man versucht, die endogene Heilung zu verbessern.“ Die Heilungschancen seien am besten, wenn die Patienten innerhalb von drei bis zehn Tagen nach dem Infarkt kommen. Auch die Bad Nauheimer Kerckhoff-Klinik habe bereits Patienten geschickt, die Studienergebnisse seien bisher sehr erfolgreich gewesen. Nötig werde diese Therapie, die allerdings noch nicht „auf dem Markt“ ist, nur bei Patienten mit schweren Infarkten. Zum zweiten Schwerpunkt: „Man hat rausgefunden, dass 98 Prozent des menschlichen Genoms nicht Eiweiße macht, aber es werden Mikro-RNAs produziert, und die können schädigend wirken.“ Das Forschungsteam habe sogenannte „Anti-Dots“ entwickelt, die die Herzinfarktheilung verbesserten, aber auch die Wundheilung, beispielsweise bei Diabetikern mit offenen schweren Wunden. Bei starkem Übergewicht, verbunden mit Stoffwechselstörungen, könnten die „Anti-Dots“ ebenfalls helfen. „Eine herausragende Forscherin“, lobt Stiftungsvorsitzender Helmut Häuser. „Sie ist ein Juwel“, unterstreicht der Laudator und Kinderkardiologe Dietmar Schranz, bevor Beiratsvorsitzender Karlheinz Reichert den Pitzer-Preis überreicht. ihm

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