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Sturmtief »Ylenia«: Relativ geringe Schäden in der Region

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Am Schlossberg in Gedern stürzt eine Linde auf die Alte Turnhalle. Dabei entsteht jedoch nur relativ geringer Sachschaden. © Oliver Potengowski

Das Sturmtief »Ylenia« sorgt für umgestürzte Bäume, gesperrte Straßen und Zugausfälle in der Region. Dabei entstehen nach bisherigen Berichten jedoch keine größeren Schäden.

Region/Schotten/Vogelsbergkreis (ten/sw). Mit geringeren Auswirkungen als in benachbarten Bundesländern ist das Sturmtief »Ylenia« über den Wetteraukreis und den Vogelsbergkreis gezogen. Vor allem im Osten der Wetterau behinderten umgestürzte Bäume den Verkehr. Dabei entstanden nach bisherigen Berichten jedoch keine größeren Schäden. Während Hessen Mobil für den Vogelsberg keine größeren Verkehrsbeschränkungen vermeldete, lassen sich die Auswirkungen des Unwetters in den dortigen Wäldern noch nicht abschätzen.

Von etwa 20 Einsatzstellen berichteten Polizei und die Leitstelle des Wetteraukreises, nachdem Bäume auf Straßen und Bahnstrecken gestürzt waren. Die erste Meldung traf bei der Polizei um 4.30 Uhr ein. Zwei Bäume waren in einem Talgrund auf die Landesstraße 2184 zwischen Gedern und Wenings gestürzt. Mit dem Berufsverkehr häuften sich die Meldungen.

Um 5 Uhr wurde berichtet, dass umgestürzte Bäume die Landesstraße 3193 zwischen Büdingen und Bindsachsen blockieren. Während sich an den meisten Einsatzstellen nach den Aufräumarbeiten der Verkehr normalisierte, musste die Straße zwischen Büdingen und Bindsachsen um 12.22 Uhr erneut wegen eines umgestürzten Baumes gesperrt werden.

Linde stürzt auf Alte Turnhalle

Neben einer ganzen Reihe von Landes- und Kreisstraßen in den Höhenlagen waren vor allem auch die Bundesstraßen 275 und 457 von umstürzenden Bäumen betroffen. So wurden ab 5.25 Uhr mehrere Bäume gemeldet, die die 275 zwischen dem Abzweig nach Steinberg und Hirzenhain ganz oder teilweise blockierten. Noch in der Dunkelheit begannen die Einsatzkräfte damit, die Straße zumindest teilweise befahrbar zu machen. Die letzten Behinderungen wurden von der Feuerwehr Hirzenhain nach Tagesanbruch beseitigt. Auch die 457 zwischen Nidda und Ranstadt war wegen mehrerer umgestürzter Bäume und Aufräumarbeiten zeitweise gesperrt.

Aus der Dauernheimer Straße in Ranstadt und der Herrnstraße in der Waldsiedlung wurden ebenfalls umgestürzte Bäume gemeldet. In Düdelsheim wurde ein Bauzaun auf die Hauptstraße geweht.

Pendler, die am frühen Morgen in Gedern zur Arbeit aufbrachen, wurden am Schlossberg von einer umgestürzten Linde überrascht. Der Baum, der quer über die Straße auf die Alte Turnhalle gefallen war, blockierte zwar komplett die Straße, konnte jedoch über einen angrenzenden Weg umfahren werden. Dabei erwies es sich als Glück im Unglück, dass gerade dieser Baum umstürzte. Weil er nur eine Ecke des Turnhallendaches traf, blieb der Schaden an Dachrinne, Fallrohr und Dachdeckung laut Bürgermeister Guido Kempel (parteilos) mit 3500 bis 4500 Euro relativ gering und konnte noch im Laufe des Donnerstags repariert werden.

Einen der auf die B 275 gestürzten Bäume bemerkte gegen 4.30 Uhr ein 43-jähriger Lkw-Fahrer zu spät. Weil er trotz Bremsens den Baum überfuhr, entstand ein Schaden in Höhe von mehreren Tausend Euro. Auf der Autobahn 5 war gegen 5 Uhr ein mit Styropor beladener Lkw mit Anhänger durch den Sturm umgekippt. Wegen der Bergung des quer über die Fahrspuren liegenden Gespanns musste die Autobahn mehrere Stunden lang gesperrt werden. Der 40-jährige Fahrer wurde leicht verletzt. In dem Rückstau, der durch die Sperrung entstand, wurde der Auflieger eines Lkw von einem stürzenden Baum getroffen und beschädigt.

Sturmböen erfassen Autos

Mit den zum Teil außergewöhnlich starken Sturmböen hatten auch einige Autofahrer zu kämpfen. Bei Wölfersheim kippte ein Windstoß auf der B 455 gegen 15 Uhr den mehrere Hundert Kilogramm schweren Anhänger eines Wagens auf die Seite. Zum Glück konnte er mit eigenen Kräften wieder aufgerichtet werden, sodass das Gespann die Fahrt fortsetzen konnte.

Dagegen entstand an zwei Wagen, deren Fahrer anscheinend wegen des Sturms die Kontrolle über ihre Autos verloren, erheblicher Sachschaden. Der 39-jährige Fahrer eines Mazda CX3 geriet auf seiner Fahrt von Echzell zur B 455 auf der Kreisstraße 181 zunächst auf den linken Seitenstreifen. Beim Versuch, gegenzulenken, verlor er die Kontrolle über den SUV und prallte gegen einen Baum. Dabei wurde er schwer verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden.

Auf der B 457 bei Nidda überschlug sich gegen 9.15 Uhr ein grauer VW, nachdem der 42-jährige Fahrer die Kontrolle über den Wagen verloren hatte. Zuvor hatte eine Sturmböe den VW erfasst. Der Fahrer wurde von Rettungskräften mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Auch im Bahnverkehr kam es zu Verspätungen und Behinderungen. Dabei war nach Auskunft einer Sprecherin der Hessischen Landesbahn (HLB) nur auf der Linie RB 46 eine Sperrung wegen eines zwischen Nidda und Ranstadt auf die Gleise gestürzten Baumes bis gegen 8 Uhr notwendig. Bis 10 Uhr habe sich der Verkehr auf den Strecken der HLB wieder normalisiert.

Das Staatliche Schulamt für den Wetteraukreis berichtete auf Anfrage, dass wegen des Sturms keine Schulen geschlossen worden seien. Leiterin Rosemarie zur Heiden: »Es gab nur in einigen Schulen keinen Präsenzunterricht.« Die meisten der 20 Schulen im Kreisgebiet, die den Unterricht über das Internet angeboten hätten, seien weiterführende Schulen wie die Gesamtschule Konradsdorf gewesen, deren Schüler auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen seien. Zur Heiden betont, dass es aber auch an den Schulen selbst Angebote für die Schüler gegeben habe, die zum Unterricht gekommen seien.

Pressesprecherin Daniela Czirjak von Hessen Mobil in Schotten berichtete von einer Sperrung im Vogelsbergkreis. Betroffen war die Kreisstraße 125 zwischen Groß-Felda und der Bundesstraße 49. Die Sperrung soll voraussichtlich noch bis Montag andauern. Darüber hinaus seien die Mitarbeiter der drei Straßenmeistereien für Kontroll- und Aufräumarbeiten im Einsatz gewesen.

In Schotten nichts Dramatisches

Für die Feuerwehren der Schottener Großgemeinde berichtete Stadtbrandinspektor Jochen Wöllner nur von einigen wenigen Einsätzen. »Es gab glücklicherweise nichts Dramatisches«, sagte er.

Das Ausmaß der Sturmschäden in den Vogelsberger Wäldern steht noch nicht fest. Einen Überblick wollen sich die Verantwortlichen Anfang nächster Woche verschaffen, teilte der für den Bereich Produktion zuständige Martin Menke vom Schottener Forstamt mit. »Es gibt Meldungen, dass auf einigen Wegen umgestürzte Bäume oder Äste liegen. Wir haben aber noch keinen Überblick. Alle Arbeiten im Wald sind abgebrochen worden. Daher werden wir die Schäden auch zunächst nicht vor Ort sichten. Das wäre zu gefährlich«, sagte er. Außerdem werde die für den heutigen Freitag angekündigte zweite Sturmwelle weitere Schäden verursachen. Menke: »Daher warten wir ab.« Der Forstexperte warnte davor, bei stürmischen Winden in den Wald zu gehen. »Das ist lebensgefährlich«, betonte er.

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