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Symbolischer erster Spatenstich für Kunstrasenplätze in Oberau

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Beim symbolischen Spatenstich für die Kunstrasenplätze in Oberau: Jonathan Schneider (Planungsbüro Gutscher und Dongus), Christian Keim (Vorsitzender der Gemeindevertretung), Norbert Syguda (Bürgermeister), Thomas Haas, (Vorsitzender der Sportfreunde Oberau) und Markus Dillmann (Bauunternehmer, von links). © Jürgen W. Niehoff

Auf dem Sportgelände der Sportfreunde Oberau rollen die Bagger. Dort werden bis September zwei Kunstrasenplätze für die Fußballer entstehen.

Oberau (jwn). Viel Geduld mit der Politik und ebenso viel Diplomatie zwischen den Sportvereinen haben sich ausgezahlt: Jetzt rollen die Bagger auf dem Sportgelände der Sportfreunde Oberau. Dort werden zwei Kunstrasenplätze entstehen.

Es werden die ersten Kunstrasenplätze im Sportkreis Büdingen sein. »Voraussichtlich werden sie Maßstäbe für andere Sportvereine im Umkreis setzen«, betonte Bürgermeister Norbert Syguda (SPD) am Mittwoch beim symbolischen ersten Spatenstich. Vier Jahre habe es gedauert, bis aus den ersten Plänen der Sportfreunde für einen Umbau des Hartplatzes nun Wirklichkeit geworden sei.

In dieser Zeit habe man in den politischen Gremien zunächst Vorbehalte gegen Kunstrasenanlagen ausräumen müssen, schilderte der Rathauschef. Dabei habe sich die Kritik vor allem am Kunststoffgranulat entfacht, das zur Pflege eines Kunstrasens hin und wieder gestreut werden muss.

Wichtig für die Zukunft

Um den Umbau des Hartplatzes so ökologisch wie möglich zu gestalten, dürfe das Granulat nicht als Einstreu verwendet werden. Durch die Nutzung alternativer Füllstoffe ohne Kunststoff, wie etwa Sand, werde der Eintrag von Kunststoffpartikeln in die Umwelt deutlich reduziert - und damit dem Argument der Kritiker entgegengetreten, dass Mikroplastik über die Kunstrasenplätze in das Grund- und Trinkwasser gelangen könne. Syguda erwähnte zudem, dass der Kunstrasenplatz weniger Pflege erfordere als ein normaler Rasenplatz. Durch die geringere Bewässerung schone man zudem Trinkwasser-Ressourcen - und das bei gleichbleibender Qualität des Platzes.

Die Zustimmung der Gemeindevertretung war deshalb so entscheidend, weil die Kommune die annähernd 1,5 Millionen Euro teuren Umbaumaßnahmen finanziert. Allerdings mit Unterstützung des Bundes, der die Maßnahme mit 400 000 Euro fördert, und des Landes Hessen, das die Sportfreunde Oberau beim Umbau des Hartplatzes sowie beim Neubau eines Kunstrasenkleinfelds mit weiteren 200 000 Euro unterstützt. Dieses Geld leitet der Verein an die Kommune weiter.

»In den beiden vergangenen Jahren haben die Vorstände von allen fünf Altenstädter Fußballvereinen zusammengesessen und sich Gedanken über die Zukunft gemacht«, sagte Sportfreunde-Vorsitzender Thomas Haas und erinnerte daran, wie schwierig es gewesen sei, sich auf einen Kunstrasenplatz zu einigen. Die Plätze in Lindheim und Höchst seien wegen Hochwassergefahr nicht infrage gekommen, die in Altenstadt seien wegen der geplanten Umgehungsstraße keine Alternative gewesen. Und in Heegheim und Rodenbach gebe es keine Jugendarbeit mehr. Also sei nur noch Oberau übriggeblieben.

Den Sportfreunden gehören derzeit rund 370 Mitglieder an, darunter 170 Jugendliche in 14 Jugendmannschaften. In den Altersklassen D bis A spielt Nachwuchs aus den Vereinen SSV Lindheim, FSG Altenstadt und Sportfreunde Oberau. »Jugendliche wählen heute ihren Fußballverein nach der Qualität der Trainingsmöglichkeiten aus. Und weil wir unsere Jungend in der Gemeinde behalten wollen, ist ein Kunstrasenplatz für uns so wichtig«, erklärte Haas. »Zudem liegen die beiden Plätze direkt neben der Waldsporthalle. Damit eignet sich das Gelände besonders gut für größere Sportereignisse«, ergänzte Bürgermeister Syguda.

Dann hieß es, die Baustelle wieder zu räumen, denn die Bauarbeiten sind bereits in vollem Gange. Dabei wird der Hartplatz zu einem Kunstrasenplatz mit einer Größe von 100 mal 64 Metern sowie einer neuen Flutlichtanlage umgebaut. Direkt gegenüber, auf einem Acker neben der Waldsporthalle, entsteht ein Kunstrasenkleinspielfeld mit einer Größe von 75 mal 55 Metern. Auch dieser Platz bekommt eine Flutlichtanlage.

Umbau im September fertig

»Dafür müssen etwa 50 Zentimeter Ackerboden abgetragen werden«, erklärte Bauleiter Christian Heß. Und ging dann noch auf einen Wunsch des Bürgermeisters ein, der sich vom Nidderauer Bauunternehmer Markus Dillmann gewünscht hatte, dass der Kostenrahmen eingehalten werde. »Für den Abtransport der Muttererde wird die Gemeinde wahrscheinlich nichts zahlen müssen, sondern sogar noch Geld bekommen«, berichtete Heß. Im September will Dillmann mit dem Umbau fertig sein. Danach sollen die Plätze auch den anderen Fußballvereinen der Gemeinde zur Verfügung stehen.

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