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Tausche Klassenzimmer gegen Wald

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Von: red Redaktion

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HGON-Expertin Lucia Gomes beantwortet die Fragen der Limesschüler rund um das Thema Wald. © pv

Altenstadt (red). Vogelgezwitscher und das Rauschen der Blätter im Wind begrüßten unlängst Schülerinnen und Schüler der Klasse 6Ga der Altenstädter Limesschule, als sie begeistert, neugierig und mit vollgepackten Rucksäcken ins Grün des Waldes in der nahen Schulumgebung eintauchten. Die Klasse gewann nämlich die Teilnahme am Projekt »Unterricht in der Natur«, das der Energieversorger Ovag seit 14 Jahren in Kooperation mit der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) ausschreibt.

Mit viel Engagement, Freude an der Arbeit und einem großen Fachwissen brachten die HGON-Referenten Bianca Rust und Lucia Gomes den Sechsklässlerinnen und -klässlern den Wald in seiner Komplexität fühlbar nahe und beantworteten viele Fragen rund um Bäume und Tierwelt. Spielerisch erlebten die Schülerinnen und Schüler, was für die Tiere des Waldes überlebenswichtig ist, wie etwa einen sättigenden Wintervorrat anzulegen. »Wenn das Eichhörnchen eine im Herbst vergrabene Eichel nicht mehr wiederfindet, kann daraus irgendwann eine mächtige Eiche wachsen«, erklärte Rust der Klasse die Zusammenhänge in der Lebensgemeinschaft Wald.

Vier Stockwerke des Waldes

Die Mädchen und Jungen lernten auch, dass der Wald wie ein Haus mit vier Stockwerken sei und sich aus der Boden-, Gräser-, Strauch- und Baumschicht zusammensetzt. Aus jeder Schicht sammelte man Material und begutachtete es. Wissbegierig schnappten sich die jungen Naturfreunde schließlich Ferngläser und Becherlupen. Von Kellerasseln über Käferlarven, Schnecken und Spinnen bis zu Hundertfüßlern gab es einiges zu entdecken. Neugierig und ohne Angst schauten Mädchen und Jungen durch die Lupe und ließen die Tiere dann wieder frei. Waldauswärts zeigten Gomes und Rust dann noch, wie sie einen Insektenstich mit Spitzwegerich behandeln können und erzählten, welche Produkte man aus verschiedenen Kräutern herstellen kann. So verging der Freiluftunterricht wie im Fluge.

Auf die Frage, ob ihnen der Vormittag im Wald gefallen habe, kam ein euphorisches, wenn auch etwas erschöpftes »Jaaa!« von den Mädchen und Jungen. So manch einer würde vermutlich liebend gerne für einen längeren Zeitraum den Klassenraum mit dem Wald tauschen. Nicht nur die Schülerinnen und Schüler, auch ihre Klassen- und Biologielehrerin Silke Franz sowie Tanja Schäfer-Auth, die die Schule beim Projekt angemeldet hatte, zeigten sich begeistert vom pädagogischen Mehrwert einer professionell geleiteten Führung durch den Erfahrungsraum Wald: »Das war eine tolle Sache. Wir haben viele Eindrücke von diesem Ausflug mitgenommen.«

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