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Theaterwelt ist wieder in Ordnung

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Von: Inge Schneider

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»Die ganz klaane Esel« inszenieren die Komödie »Wie werden wir Schneewittchen los?«. © Inge Mueller

Merkenfritz (mü). Die Theaterwelt der jüngsten Merkenfritzer »Mühlengeister« ist wieder in Ordnung: Vor gut besetztem Dorfgemeinschaftshaus haben »Die ganz klaane Esel« und »Die klaane Esel« nach zwei Jahren Pandemie endlich mit großem Erfolg die beiden Theaterstücke präsentiert, die 2020 nach der Generalprobe dem Lockdown zum Opfer gefallen waren (diese Zeitung berichtete).

»Nur zehn Wochen Wiederaufnahme- und Probenzeit standen unserem Kinderensemble sowie den Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur Verfügung, um unter der Regie von Astrid Schorge-Reiß und Andrea Recknagel-Daubert beide Stücke aufzufrischen und zahlreiche Umbesetzungen durch Neuzugänge und Rotationen vorzunehmen«, erläuterte »Mühlengeister«-Vorsitzende Sarah Stabel. Dass die Mühe sich gelohnt hat, war bei den Aufführungen unverkennbar - und wurde vom Publikum mit begeistertem Applaus bedacht.

»Die ganz klaane Esel« inszenierten gekonnt die Komödie »Wie werden wir Schneewittchen los?« von Inge Methfessel, in dem eine zickige Königstochter (Livia Isabella Reitz) den sieben Zwergen das Leben schwer macht. Laura Geyer, Luna Tanja Kipper, Marlen Apel, Falk Häger, Lena Dickert, Raffaela Klehm und Anni Rüb verkörperten überzeugend die kleine WG, die in perfekter Harmonie lebt, bis die Königstochter auftaucht, die eine neue Hausordnung, ungewohnte Mahlzeiten, das Zähneputzen und merkwürdige Gesellschaftsspiele einführt. Obendrein blockiert Schneewittchen Betten und Stühlchen und ist mit nichts zufriedenzustellen. Kein Wunder, dass die Zwerge verzweifelt beratschlagen, wie man den ungebetenen Gast wieder loswerden könnte, doch auch die Hexe und der Drache (Nadine Noß) lehnen dankend ab.

Zusammenhalt jederzeit spürbar

Hilfe taucht erst in Gestalt der beiden Prinzen (Finley Dinges und Falk Häger) auf, die nicht nur Schneewittchen, sondern auch das nachgereiste Rotröschen (Jana Seipel) auf ihre Schlösser entführen, sodass wieder Ruhe im Walde herrscht.

Realitätsnah präsentierten »Die klaane Esel«, von denen einige im Herbst zu den erwachsenen »Mühlengeistern« wechseln werden, die Schulkomödie »Lehrer, Lügner, Lotterleben« von Sonja Buchholz. Die strenge und vorzugsweise auf Latein schwadronierende Gymnasialdirektorin Dr. Margret Stickelmann (Alexandra Müller) gerät unter Druck, als Schulamtsleiter Christian Wolfrahmsdorf (Lukas Stöhr) mit der vermeintlichen Putzfrau Sophie Schuster (Elina Reitz) ihre Betrugsversuche aufdeckt. Durch Vertauschen von Abiturklausuren wollte die Rektorin ihrem lernfaulen und arroganten Sohn Andreas (Elias Reichert) durch die Abschlussprüfung helfen.

Doch bevor diese Machenschaften ans Tageslicht kommen und Stickelmann nach Wenings strafversetzt wird, gibt es genügend Zeit, um im Lehrerzimmer jede Menge Charaktere, Marotten und zwischenmenschliche Beziehungen zu entfalten: Der chauvinistische und autoritäre Mathelehrer Fritz Gieselmann (Jannis Geyer) legt sich beständig mit Schülern, Eltern, Gartennachbarn und Kollegen an, Lehrer Tobias Kramer (Justin Straub) leidet an einer Schülerphobie und klammert sich an seinen Kuschel-Teddy, wenn es zur Stunde läutet. Dabei bemerkt er nicht, dass die sanfte Religionslehrerin und Bioköstlerin Sabine Edmunds (Jana Daubert) in ihn verliebt ist, sondern wirft ein Auge auf die neue Referendarin Vanessa Kaumanns (Hannah Elisa Reitz). Englischlehrerin Stefanie Porsch (Nora Daubert) hat Ambitionen auf den Direktorinnenposten und steckt dem Schulamt verdächtige Beobachtungen durch, doch es ist der beständig leicht müffelnde Sportlehrer Norbert Walter (Till Daubert), der den Grundsatz »In Deo veritas« befolgt und die Schulleitung ergattert. In weiteren Rollen glänzten Johanna Dauth als Referendariatsmentorin Marlene Schmitz, Johannes Stör als Hausmeister Leo Kirsch sowie Colin Seipel als Polizist.

Für den Bühnenbau waren an der Seite von Michael Klehm und Dominik Herche auch der »Mühlengeister«-Vorstand und die Schauspieler aktiv, Kulisse und Kostüme besorgten die beiden Regisseurinnen, in der Technik wirkten Christian Dinges, Dominik Herche sowie das Unternehmen FPM-Sound ’n Light. Spürbar wurde in jedem Augenblick der feste Zusammenhalt unter den »Mühlengeistern« aller Generationen und der Wille, im kommenden Herbst der Pandemie erneut zu trotzen.

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Unterschiedliche, treffend gezeichnete Charaktere bestimmen die Atmosphäre in dem Theaterstück »Lehrer, Lügner, Lotterleben«, das »Die klaane Esel« auf die Bühne bringen. © Inge Mueller

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