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Thema bleibt in Glauburg auf Wiedervorlage

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Solche Hochwasserereignisse will die Gemeinde Glauburg künftig vermeiden, die Bahnhofstraße in Stockheim war beim Hochwasser Ende Januar vergangenen Jahres ebenfalls überflutet. © Andrea Schinzel

Der Hochwasserschutz der Gemeinde Glauburg - speziell in Stockheim - bildete einen wichtigen Punkt in der jüngsten Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses.

D as Hochwasser vor einem Jahr Ende Januar sorgte auch in der Gemeinde Glauburg, insbesondere im Ortsteil Stockheim, für teils schwere Schäden an privaten und gemeindeeigenen Gebäuden. Seitdem erarbeiten die Gemeindegremien einen Maßnahmenkatalog zum Hochwasserschutz. Dazu zählen lokale Sicherungsmaßnahmen, die vor Ort direkt umsetzbar sind, genauso wie die Zusammenarbeit mit Fachbehörden und betroffenen Nachbarkommunen. Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss (BPU) beschloss nun einstimmig, dass die Renaturierung des Bleichenbachs (Bleiche) im Rahmen des Landesprogramms »100 wilde Bäche« geklärt werden muss.

Insbesondere in Bezug auf den Hochwasserschutz soll der Passus im Vertrag mit der Gerty-Strohm-Stiftung geprüft werden, die die Renaturierungsmaßnahmen finanziere. Ebenso seien die Maßnahmen zeitnah umzusetzen, die bei einer Begehung der Bleiche Ende November mit Mitarbeitern des Bauamts der Gemeinde, der Unteren Wasserbehörde, einem Gewässerökologen und dem Wasserverband Nidder-Seemenbach angesprochen wurden und im Protokoll des Wasserverbands aufgenommen wurden. Geprüft werden soll außerdem der Einbau einer selbstsichernden Rückschlagklappe an der Verrohrung Bauhof/ehemaliger Ausweich-Sportplatz. Das sollen Gemeindevorstand und Bauamt vornehmen. Weiterhin sollen der Gemeindevorstand und Bürgermeisterin Henrike Strauch (SPD) Gespräche mit Ortenberg und Gedern zu Hochwasserschutzmaßnahmen führen. Der Maßnahmenplan für »Außergewöhnliche Schadensereignisse in der Gemeinde Glauburg« soll mit den entsprechenden Institutionen weiter erarbeitet werden, darunter Bauhof, Verwaltung und die Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde. Und schließlich soll die Gemeindevertretung den Bauausschuss beauftragen, den Tagesordnungspunkt Hochwasserschutz als wiederkehrendes Thema auf künftige Sitzungen zu setzen.

Interkommunal angehen

Rösch machte bereits zu Beginn der Sitzung deutlich, wie wichtig es sei, mit Behörden und Nachbarkommunen zusammenzuarbeiten. »Es darf nicht jeder sein eigenes Süppchen kochen«, mahnte sie. Gleichwohl betonten die Ausschussmitglieder, dass vor Ort umgesetzte Sicherungsmaßnahmen auf jeden Fall Schutz bieten können und jede kleine Maßnahme helfe. Dazu zählen die von Andreas Klöppel (FWG) und dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung sowie Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Stockheim, Stephan Schmid (FWG) ausgearbeitete Maßnahmenliste. Hier wird die Verbesserung des Wasserabflusses in Richtung Nidder genannt wie auch eine verbesserte Information der Bürgerinnen und Bürger über bevorstehende Hochwasserlagen. Im weiteren Verlauf des Themas sprach man dann auch über die Nutzung der Hochwasser-Warn-App »Meine Pegel«.

Weitere Maßnahmen, die ergriffen werden sollen, gehen aus dem Protokoll des Wasserverbands hervor. So sollen etwa im Bereich der Eisenbahnbrücke (Stockheim-Gelnhausen) die Anlandungen auf der Gewässersohle entfernt werden. Bislang habe die Maßnahme aber zunächst krankheits- und dann witterungsbedingt wegen zu hoher Wasserstände und nicht tragfähiger Böden noch nicht stattfinden können. Im Bereich des Stegs im Gartenweg will man die Gehölze zur Verbesserung des Wasserabflusses zurückschneiden. Dies soll bis Ende Februar erfolgen. Für den Bereich des Gleisdreiecks schlägt man vor, die Verwallung am rechten Ufer zu öffnen, um ein besseres und schnelleres Ausströmen des Hochwassers aus der Bleiche in den anschließenden Retentionsraum zu ermöglichen. Das müsste die Untere Wasserbehörde genehmigen. Ebenso bedürfe diese Maßnahme einer genauen Klärung, da eine vorzeitige Flutung eines Retentionsraums bei Hochwasser auch nachteilige Wirkungen haben könne.

Begrenzte Möglichkeiten

Deutlich wurde bei der Ortsbegehung, wie im Protokoll festgehalten, dass eine Leistungssteigerung der Bleiche für größere Hochwasserereignisse in der Ortslage von Stockheim nicht möglich sei. Eine Verbreiterung des Abflussprofils scheitere anhand der baulichen Gegebenheiten. Grenzbebauungen der Gewässerparzelle mit privaten und öffentlichen Gebäuden, sowie der Straßenbrücke der L3190, die mit ihren Widerlagern eine Verbreiterung des Gewässerbetts begrenze und zudem von oben rund 80 Zentimeter tief in das Abflussprofil einschneide.

Die beiden, der in der Ortslage von Stockheim den Bleichenbach querenden Bahnlinien Stockheim-Gelnhausen und Stockheim-Bad Vilbel würden durch ihre Dämme und eingeschränkte Leistungsfähigkeit der Brücken den Hochwasserabfluss behindern. Aufgrund des geringen Gefälles der Bleiche im überprüften Bereich brächte auch eine Vertiefung des Flussbetts zur Vergrößerung des Abflusses keine Leistungssteigerung. Ein wirkungsvoller Hochwasserschutz für die Ortslage lasse sich aus Sicht des Wasserverbands Nidder-Seemenbach deshalb nur oberhalb der Ortslage realisieren.

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