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Trennung ist beschlossen

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Der neu gewählte Vorstand der Tafel Schotten samt Kassenprüferin: vorne v. l. Gabi Buchta, Gabriele Mischnick und Sabine Richter, dahinter v. l. Gerhard Vogel, Michael Steig, Willi Renker und Franz Richter. © Elfriede Maresch

Schotten (det). Zur letzten gemeinsamen Jahreshauptversammlung kamen an die 40 Mitglieder der Tafeln Schotten und Nidda in der Festhalle zusammen. Sie hatten bisher ihre ehrenamtliche Arbeit gemeinsam unter dem Dachverein Tafel Schotten/Nidda betrieben. Um Spenden übergeordneter Stellen besser nutzen zu können und kürzere Entscheidungswege zu haben, haben sich nun beide Vereine organisatorisch getrennt.

Dass die gute Kooperation auch nach dem jeweils einstimmigen Trennungsbeschluss weitergehen wird, wurde schon bei der Begrüßung des Vorsitzenden Franz Richter deutlich. Die Zustimmung der Tafeln Deutschland und Hessen für zwei relativ dicht aneinanderliegende Vereinsgebiete wurde eingeholt. Die gemeinsame Jahreshauptversammlung war nötig geworden, weil das Vereinsrecht dies vorschreibt und der Ablauf für Finanzamt und Gericht dokumentiert werden muss. Für die organisatorische Umstellung und die Satzungsänderungen haben sich beide Vereine beim Juristen der Tafel Hessen beraten lassen.

Im Jahresbericht des Vorsitzenden wurde deutlich, welche große Herausforderung die Pandemie auch für die Arbeit der Tafeln war. Masken, Desinfektionsmittel, Tests, Trennwände mussten angeschafft, das Hygienekonzept an die wechselnden Vorgaben angepasst werden. Soforthilfen der Tafeln Deutschland und Hessen wie auch Spenden der Volksbank Main-Kinzig-Büdingen und der Sparkasse Oberhessen waren hilfreich. Zeitweise waren die Ausgabestellen geschlossen. Den jetzt wieder regelhaften Betrieb erschwert, dass in beiden Gebieten in letzter Zeit die Warenspenden rückläufig sind. Mit den Geflüchteten aus dem Ukraine-Krieg sind neue Bedürftige dazugekommen. Allerdings ist beiden Tafelvereinen wichtig, dass die Bestandskunden sich weiterhin auf die Versorgung verlassen können.

Nach einer Aussprache wurde die neue Satzung der jetzt eigenständigen Tafel Schotten angenommen. Aus der Arbeit der Ausgabestelle Schotten berichtete Ute Wittenborn. Hier werden 100 Erwachsene und 62 Kinder aus 36 Familien versorgt. Aus dem Kreis der Ukraine-Geflüchteten sind 20 neue Kunden hinzugekommen.

Ausgabestelle für Ulrichsteiner

Konrad Kaufmann, Vorsitzender der Tafel Nidda, berichtete aus der dortigen Ausgabestelle. Hier besteht der Kundenkreis aus 222 Erwachsenen und 124 Kindern in 132 Haushalten. Wöchentlich kommen zwei bis drei Haushalte von Ukraine-Geflüchteten hinzu. Sie werden in einem vereinfachten Verfahren in den Kundenkreis aufgenommen, aber darauf hingewiesen, dass sie bei knappem Warenangebot auf eine Warteliste kommen müssen. Die Gründungsversammlung der Tafel Nidda fand am 8. Dezember statt.

In seinem Bericht als Schatzmeister wies Willi Renker darauf hin, dass eine demnächst angeschaffte Software die Buchführung erleichtern wird. Ausführlich dargestellt wurde, dass das Vereinsvermögen geteilt wird und die beiden Vereine Schotten und Nidda ihre materiellen Werte - Ausgabestellen samt Einrichtung und Fahrzeuge - behalten.

Im Kreis der Schottener Mitglieder fanden Vorstandswahlen unter Leitung von Ute Wittenborn statt. Einstimmig, jeweils mit Enthaltung der Kandidaten, wurde der neue Vorstand gebildet. Franz Richter wurde wieder zum Vorsitzenden gewählt, sein Stellvertreter ist Michael Steig. Schriftführerin wird Sabine Richter, Kassenwart bleibt Willi Renker, Beisitzer sind Gerhard Vogel und Gabriele Mischnick. In nächster Zeit werden sich die Mitglieder entscheiden, in welchem der beiden Vereine sie verbleiben wollen. Abschließend gab Richter noch verschiedene Informationen. Mit Mitteln der Postcode-Lotterie konnte ein neues E-Fahrzeug angeschafft werden. Allerdings zieht sich die Nachrüstung für Tafelzwecke hin, voraussichtlich nach Ostern wird es in Einsatz kommen.

In Ulrichstein gibt es 70 Tafelkunden. Ein Ehrenamtlicher von dort bot an, die Waren in Schotten abzuholen. Es konnte günstig eine Ausgabestelle angemietet werden, die gleichzeitig als Charity-Laden geführt werden soll, zunächst probeweise für ein halbes Jahr.

Franz Richter hat an einer zweitägigen Weiterbildung der Berufsgenossenschaft teilgenommen, wo es um die Themen Unfallvermeidung, Hygiene und Unfallversicherung der ehrenamtlich Tätigen geht. Es sind auch Begehungen der Ausgabestellen durch die Berufsgenossenschaft unter den genannten Gesichtspunkten geplant. Beide Tafelvereine freuen sich, wenn sich der Kreis der Ehrenamtlichen erweitert und die Arbeit durch Spenden unterstützt wird.

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