An einer Schule in Friedberg (Wetterau) ist ein Tuberkulose-Fall aufgetreten.
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An einer Schule in Friedberg (Wetterau) ist ein Tuberkulose-Fall aufgetreten.

Mitschüler werden getestet

Tuberkulose-Fall an Wetterauer Schule: Schülerin hatte schon länger Symptome

In der Wetterau ist an einer Schule ein Tuberkulose-Fall aufgetreten. Die Schülerin klagte bereits vor Wochen über Symptome. Nun werden weitere Mitschüler getestet.

  • In Friedberg (Wetterau) ist eine Schülerin an Tuberkulose erkrankt.
  • Die Schülerin hatte offenbar schon vor Wochen Symptome.
  • Nun werden weitere Mitschüler getestet.

Bereits vor einigen Wochen ist bei einer Schülerin der Augustinerschule in Friedberg (Wetterau) eine Tuberkulose-Erkrankung festgestellt worden. Das teilte die Pressestelle des Wetteraukreises nun mit. Das Kind hatte demnach seit geraumer Zeit Symptome. Der konsultierte Facharzt habe dann die Erkrankung diagnostiziert. Das Gesundheitsamt vollzog jetzt die sogenannte Umgebungsuntersuchung, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Tuberkulose-Fall an Wetterauer Schule: Symptome bereits vor Corona-Lockdown

Angesteckt hatte sich die Schülerin laut Wetteraukreis vermutlich bei einer Verwandten, die aus dem Ausland eingereist war. Durch den Corona-Lockdown in den vergangenen Monaten hätten sich die Kontaktzeiten zu den Mitschüler spürbar verringert, so dass nur ein oder zwei Tage direkter Kontakt mit den Mitschülern bestanden habe. „Weil auch schon vor dem Lockdown Symptome aufgetreten waren, sind wir jetzt zurück in die Kontakte, die bereits vor dieser Zeit lagen und haben die Klasse und die Teilnehmer eines Kurses, der von der Schülerin besucht wurde, mittels einer Blutabnahme getestet“, so Dr. Martin Goltz vom Gesundheitsamt.

Die Ergebnisse der Interferon-gamma Release Assay (IGRA) Tests werden für Mitte der kommenden Woche erwartet, teilte die Pressestelle mit. Mittels der Blutuntersuchung lasse sich eine latente tuberkulöse Infektion sicher erkennen. Die Schule und die Eltern der betroffen Kinder seien ausführlich informiert worden und hätten zudem die Erlaubnis für die Blutabnahme erteilt.

Tuberkulose-Fall an Wetterauer Schule: Infektion befällt Lunge

Tuberkulose wird durch Bakterien ausgelöst und die Erreger befallen überwiegend die Lunge. Dabei lösen sie als erstes Zeichen unter anderem Husten aus, können aber auch fast jedes andere Organ betreffen und schwere Erkrankungen hervorrufen. In den meisten Fällen bricht die Krankheit jedoch nicht aus. In Deutschland ging die Zahl der Tuberkulose-Fälle in den letzten Jahrzehnten stetig zurück. Der Grund dafür sind verbesserte Lebensumstände sowie eine wirksame Therapie der Krankheit. Seit 2009 hat sich die Anzahl der pro Jahr gemeldeten Fälle jedoch kaum verringert, 2015 erstmalig sogar deutlich erhöht. Diese Veränderungen stehen in Zusammenhang mit Migrationsbewegungen und der älter werdenden Bevölkerung. Weltweit sind immer mehr Tuberkulose-Bakterien resistent gegen die wichtigen Medikamente zur Behandlung. Resistente Erreger verursachen Erkrankungen, die schwerer zu behandeln und oftmals länger ansteckend sind.

Bei einer offenen Lungentuberkulose scheiden Erkrankte die Erreger vor allem beim Husten und Niesen aus. Dabei gelangen feinste erregerhaltige Tröpfchenkerne (sogenannte Aerosole) in die Luft und können anschließend von anderen Menschen eingeatmet werden. Tuberkulose ist nicht hochansteckend. Ob es zu einer Ansteckung kommt, hängt unter anderem davon ab, wie lange und intensiv der Kontakt mit Erkrankten war und wie empfänglich die Person für eine Infektion ist. Tuberkulose, die Organe außerhalb der Atemwege wie zum Beispiel Knochen, Gelenke oder Lymphknoten betrifft, ist meist nicht ansteckend.

Tuberkulose-Fall an Wetterauer Schule: Interferon-gamma Release Assay (IGRA) Test

Ein relativ neuer Test ist der sogenannte IGRA Test, der an einer Blutprobe durchgeführt wird. Im Labor wird die Menge des Botenstoffs Interferon-gamma gemessen. Diese Substanz wird von menschlichen Blutzellen im Reagenzglas gebildet und kann verwendet werden, um die antibakterielle Abwehr eines Patienten zu messen. Wenn eine bestimmte Zahl von Abwehrzellen Interferon-gamma produzieren, ist das Testergebnis positiv. Ein Vorteil des IGRA Tests ist, dass das Ergebnis nicht durch eine vorherige BCG-Impfung gegen Tuberkulose beeinflusst wird. Ein positives Testergebnis bedeutet nicht zwangsläufig, dass die aktive oder ansteckenden Tuberkulose vorhanden ist. Allerdings können weitere Untersuchungen erforderlich sein, um eine aktive und behandlungswürdige Tuberkulose auszuschließen. Möglicherweise wird eine vorbeugende Therapie mit einem Antibiotikum empfohlen.

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