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Ukraine-Krieg und Klimaschutz

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Von: red Redaktion

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Zahlreiche aktuelle politische Themen beschäftigen die Schülerinnen und Schüler, auf die ihnen Lisa Gnadl (am Tisch sitzend) Antworten geben soll. FOTO: STOLTE © pv

Ortenberg (red). Kürzlich nahm Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl, einst selbst Schülerin der Gesamtschule Konradsdorf, im Rahmen eines Werkstattgesprächs an einem Austausch mit Schülerinnen und Schülern der dortigen Oberstufe teil: »Mein politischer Werdegang begann an dieser Schule. Damals bot man die gymnasiale Oberstufe in Konradsdorf nicht an und somit war es hier nicht möglich, sein Abitur abzulegen.

Daher fing ich an, mich politisch zu engagieren und für die gymnasiale Oberstufe in Konradsdorf zu kämpfen - damit der Zugang zu Bildung nicht vom Wohnort abhängt«, wandte sie sich an die Schülerschaft.

Den Schülerinnen und Schülern brannten besonders die Themen Ukraine-Krieg, Corona und der Klimawandel unter den Nägeln. »Sie haben gerade gesagt, dass es bei der Bekämpfung des Klimawandels auf jeden Einzelnen ankommt - was tun Sie privat für den Klimaschutz?«, wollte ein Schüler wissen. »Wir haben unser Haus komplett energetisch saniert und eine Holzpelletsheizung installiert. Wir planen auch den Umstieg auf ein E-Auto. Mit dem öffentlichen Personennahverkehr wäre man sicher noch klimafreundlicher unterwegs. Aber im ländlichen Raum ist ein Umstieg auf den ÖPNV für viele, mich eingeschlossen, aktuell nicht möglich«, entgegnete Gnadl. Sie verwies auf das geplante Schülerticket, das der Wetterauer Kreistag bereits beschlossen habe und als landesweites Pilotprojekt Schülerinnen und Schülern der Oberstufe und Berufsschulen eine kostenfreie Nutzung des ÖPNV ermöglichen soll.

»Warum steht der Denkmalschutz dem Bau neuer Fotovoltaik-Anlagen im Weg?« Und: »Wie kann es sein, dass Fotovoltaik-Anlagen nicht noch mehr durch den Staat gefördert werden?«, waren Fragen zweier Schülerinnen.

Waffenlieferungen an die Ukraine

Auch den Umgang mit den ukrainischen Flüchtlingen thematisierte man. So wurde gefragt, ob ukrainische Flüchtlinge im Gegensatz zu Flüchtlingen aus anderen Ländern bevorzugt werden und was man hieraus für künftige Flüchtlingsunterbringungen lernen könne. Gnadl betonte, dass man durch die Massenzustromrichtlinie für Geflüchtete aus der Ukraine auf europäischer Ebene eine schnelle Einigung gefunden habe. Der Zugang zu Arbeit sei dabei ein wichtiger Teil einer erfolgreichen Integration: »Ich würde mir wünschen, dass wir das auch für andere Geflüchtete ausweiten können und das die EU sich künftig bei allen Geflüchteten solidarisch zeigt und sich auf Verteilungsschlüssel und eine schnelle Integration einigt«, so Gnadl.

Ob sie eine Kriegsbeteiligung Deutschlands ausschließen könne und was sie zu den Lieferungen schwerer Waffen an die Ukraine sage, wollte ein weiterer Schüler wissen: »Seit dem 24. Februar haben sich Ereignisse zugetragen, die ich in Europa nicht mehr für möglich gehalten hätte. Letztlich muss man sehr vorsichtig sein und genau abwägen, welche Schritte man trifft, um die Situation nicht weiter zu verschärfen. Das erfordert auch eine gesamteuropäische Strategie. Die Ukraine muss auch in die Lage versetzt werden, sich verteidigen zu können. Auch den Wunsch nach Aufnahme in die EU kann ich verstehen. In jedem Fall müssen aber weiter diplomatische Gespräche zu Russland aufrechterhalten werden - Fluchtkorridore und humanitäre Hilfen müssen leider auch mit Kriegstreibern verhandelt werden, um den Menschen vor Ort zu helfen. Ich hoffe, dass Putin irgendwann isoliert ist und auch ein Einlenken auf russischer Seite erfolgen wird«, antwortete die Abgeordnete.

Schülerappell an Abgeordnete

Die steigende Inflation und damit einhergehenden Preissteigerungen bereiten den Schülerinnen und Schülern Sorge: »Denken Sie, dass die Inflation weiter anhalten wird?« Es sei damit zu rechnen. Die beschlossenen Entlastungspakete der Bundesregierung seien wichtig und zur Abfederung gedacht. Neben den beschlossenen Einmalzahlungen müsse überprüft werden, ob die sozialstaatlichen Mittel ausreichend seien.

Zum Neun-Euro Ticket wollten die Schülerinnen und Schüler wissen, ob man dieses langfristig einführen könne: »Ökologisch ist das sicher sinnvoll. In der Praxis muss aber die Finanzierbarkeit gewährleistet sein. In Hessen erhalten RMV und NVV im Vergleich zu anderen Bundesländern wenig Finanzmittel vom Land. Wer einen kostenfreien ÖPNV will, muss das auch finanzieren«, kritisierte Gnadl.

Abschließend wollte sie von den Schülerinnen und Schülern wissen, wie diese die zwei Pandemiejahre erlebten und wie sie zum Wegfall der Maskenpflicht stünden. Außerdem fragte sie, welche weiteren Unterstützungsmaßnahmen erfolgen müssten. Die Schülerinnen und Schüler appellierten, sie nicht zu vergessen und zu berücksichtigen, was Corona ihnen abverlangte. Man benötige mehr Unterstützung, um Defizite aufholen zu können, und kein strenges Beharren auf dem Kerncurriculum.

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