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Umdenken für mehr Eigenversorgung

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Schotten (sw). Nach langer Zeit der Vorplanungen rückt der Termin immer näher: Am Samstag, 16. Juli, soll der Wasserlauf endlich starten. Das Motto: »Wir tragen das Wasser von Frankfurt zurück in den Vogelsberg«.

Hinter der Aktion steht eine Kooperation der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Gießen-Freienseen und Nidda, der Verein Oberhessen, die Stadt Schotten, die Schutzgemeinschaft Vogelsberg (SGV), die Naturfreunde Hessen, der Bund für Umwelt und Naturschutz Frankfurt und der Naturschutzbund Wetterau. Die Zielsetzung des Aktionstages ist so aktuell wie eindeutig. »Mit diesem Staffellauf wollen wir gemeinsam signalisieren, dass ein nachhaltiger Umgang mit der Ressource Wasser gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels unumgänglich ist«, betont Projektleiterin Gabrielle Geiß.

Während der Vogelsberg Frankfurt zu fast 35 Prozent mit Wasser versorge, habe das Gewinnungsgebiet selbst fast 50 Prozent seiner Quellen verloren. Frankfurt trage zur Eigenversorgung nur noch mit etwa 25 Prozent bei. Die Organisatoren fordern vor diesem Hintergrund ein Umdenken. »Ziel ist eine Stärkung der Eigenversorgung des Rhein-Main-Gebietes.« Dafür seien unter anderem der Ausbau von Brauchwassersystemen und der Erhalt beziehungsweise die Wiederinstandsetzung von Wassergewinnungsanalgen im Ballungsraum notwendig, genauso wie der Ausbau von effizienten Brauchwasser- und Zisternenlösungen. Es soll auch auf die besorgniserregende Situation im Vogelsberg aufmerksam gemacht werden, die durch Klimawandel und Trockensommer eskaliert sei.

Vor diesem Hintergrund hoffen die Veranstalter, dass möglichst viele Menschen die Aktion unterstützen. Dazu gibt es reichlich Gelegenheit. Start des Staffellaufes wird in Frankfurt ab 8 Uhr an drei Orten sein. An der Nidda-Mündung in Höchst, am Wasserwerk Praunheim, das durch neue Baugebiete gefährdet ist sowie am Wasserpark im Nordend. Hier stehen die Tanks, in die das Wasser aus dem Vogelsberg fließt. Die weiteren Übergabepunkte entlang des rund 90 Kilometer langen Weges befinden sich in Bad Vilbel, Assenheim, Nidda und am Nidda-Stausee in Schotten.

Live-Übertragung der Übergabe

Radfahrer können die gesamte Strecke auf dem Regionalpark-Nidda-Radweg begleiten. Läufer und Laufgruppen oder Skater können sich einzelne oder mehrere Etappen vornehmen, um das Trinkwasser von Frankfurt zurück zu seinem Ursprung zu bringen. An allen vier Übergabepunkten gibt es die die Möglichkeit, symbolisch das Wasser weiterzutragen. Dafür werden jeweils zwei Fässer mit Vogelsbergwasser bereit stehen.

»Jeder sollte dafür ein eigenes Gefäß oder Wasserflasche mitbringen«, bittet Geiß. Abschließender Höhepunkt wird eine Live-Übertragung der Wasserübergabe in die Niddaquelle sein. Eine Fahrradstaffel wird das Wasser vom Stausee in die rund 500 Meter höher gelegene Quelle transportieren. Eine Kameradrohne soll diesen letzten Abschnitt des Staffellaufes live verfolgen.

Eine der vier Übergabestationen befindet sich in Nidda am Bürgerhaus. Ab 13 Uhr ist die Station geöffnet. Zwölf Kilometer lang ist die Strecke bis zum Nidda-Stausee. Auch hier erfolgt die Öffnung bereits um 13 Uhr. Vorgesehen sind als Rahmenprogramm Wasser-Lernangebote und Informationen zum Thema Wasser.

Gegen 15.30 Uhr erfolgt die Übergabe der Wasserstaffeln der Radgruppen und Läufer an den TGV Schotten und weitere Teilnehmer für die Auffahrt in den hohen Vogelsberg. Die Strecke ist 14,5 Kilometer lang. Letztes Stück ist vom Parkplatz Niddaquelle bis zum Quellgebiet wo das Wasser wieder dem natürlichen Kreislauf übergeben wird. Dies ist für 17 Uhr geplant.

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