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Umweltschonende Grundwasserbewirtschaftung bestätigt

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Von: red Redaktion

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Ovag-Vorstandsvorsitzender Joachim Arnold (7. v. l.) und Abteilungsleiter Wasser, Franz Poltrum, (5. v. r.) sowie weitere Mitarbeiter des Wasserwerks begrüßen zur Vorlage des wasserwirtschaftlichen Jahresberichts durch externe Gutachter Vertreter der Regierungspräsidien Darmstadt und Gießen und der Landkreise Wetterau und Gießen. © pv

Wetteraukreis (red). Verantwortungsvoller Umgang mit der Ressource Grundwasser ist der Ovag wichtig. In Bezug auf das daraus gewonnene Trinkwasser bedeutet das, nicht nur nachhaltig und umweltschonend mit dem Grundwasser umzugehen, sondern auch rechtzeitig und vorsorgend aktuelle und künftige Herausforderungen durch den Klimawandel beim Grundwassermanagement zu beachten und gleichzeitig eine hohe Trinkwasserqualität dauerhaft zu gewährleisten, teilte das Unternehmen mit.

Ein wichtiges Element hierbei ist der wasserwirtschaftliche Jahresbericht, den man jetzt vorstellte.

Überbeanspruchung

vermeiden

Damit der natürliche Vorrat an Grundwasser nicht überbeansprucht wird, erfasst die Ovag täglich umfangreich Grundwasserstände und weitere Daten wie Niederschlagsmengen und stimmt darauf sein Grundwassermanagement ab. Landschaftsökologische Monitorings tragen dazu bei, das Wechselspiel von Grundwassernutzung in der Tiefe und Feuchtbiotopen an der Oberfläche in Balance zu halten. Die Resultate fasst der wasserwirtschaftliche Jahresbericht zusammen. Ihn erstellen externe Gutachter der ahu GmbH aus Aachen. Zur Vorstellung begrüßte Ovag-Vorstand Joachim Arnold Vertreter der Regierungspräsidien Darmstadt und Gießen sowie der Landkreise Wetterau und Gießen. Er bedauerte, dass die eingeladenen Vertreter der Schutzgemeinschaft Vogelsberg ihre Teilnahme absagten.

Natascha Bäßler von der ahu erläuterte die Ergebnisse. Ihr Fazit: Die hydrogeologische Situation ist aufgrund geringer Grundwasserneubildung weiter angespannt, Monitoring und vorausschauendes Grundwassermanagement funktionieren. »Die Steuerung der Ovag garantiert ein umweltschonendes Grundwassermanagement«, so Bäßler. Alle wasserwirtschaftlichen Auflagen in den Gewinnungsgebieten hielt man ein. Um dies sicherzustellen, reduzierte die Ovag 2021 im Vergleich zum Vorjahr die Gewinnung präventiv um rund acht Prozent.

2021 sei - im Gegensatz zu den drei vorhergehenden Jahren - ein Jahr mit nahezu normalen Niederschlagsmengen gewesen. Diese und besonders die Winterniederschläge seien sehr wichtig für die Grundwasserneubildung. Die Grundwasserstände seien aber wegen der Trockenjahre 2018 bis 2020 weiter auf unterdurchschnittlichem Niveau. »Das ist jedoch immer noch deutlich besser als etwa in der Trockenperiode Mitte der 70er Jahre.«

Den landschaftsökologischen Bericht stellten die Gutachter von Meier & Weise aus Gießen vor. In den Ovag-Gewinnungsgebieten überwacht man hier etwa die Vernässungsflächen der Feuchtgebiete und nimmt FFH-Monitorings von Vegetation sowie Vogel- und Amphibienbestand vor. »In den Fördergebieten ließ sich kein negativer Einfluss des Grundwassermanagements auf die im Einflussbereich der Brunnen liegenden Feuchtgebiete erkennen«, bilanzierte Rupert Meier.

Leitungslecks

aufspüren

Franz Poltrum, Abteilungsleiter Wasser der Ovag, ging auf die Verluste im Leitungsnetz ein: »Wir tun sehr viel und investieren viel, um solche Verluste zu minimieren.« Das Aufspüren von Lecks sei nicht immer einfach, dennoch erziele man gute Ergebnisse. Als Beispiel für den hohen Aufwand nannte er den geplanten Einsatz des Smartball-Systems. Dabei spült man eine etwa tennisballgroße Kugel, ausgestattet mit Mikrofonen und Kreiselkompass, im laufenden Betrieb durch die Fernwasserleitung und entnimmt sie an festgelegten Stellen wieder. Mit den gewonnenen Daten lassen sich Lecks lokalisieren.

Mit Blick auf die im Jahr 2020 eingeführte Ovag-Wasserampel sagte Joachim Arnold: »Wichtig ist, dass die Kommunen rechtzeitig dafür sorgen, dass die Trinkwassernutzung maß- und verantwortungsvoll erfolgt. Wir werden weiter vorausschauend und mit Augenmaß agieren, damit auch zukünftig Trinkwasser als unser Lebensmittel Nummer eins in einem ausreichenden Maß vorhanden ist.«

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