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»Unheimlich wertvolle Region«

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Von: red Redaktion

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Dr. Alexandra Kruse (2. v. l.) kartiert für das Kulturlandschaftskataster des Regionalverbands Frankfurt-Rhein-Main besondere Landschaftselemente. Bei ihrem Einsatz am Glauberg informieren sich Rouven Kötter, Erster Beigeordneter des Regionalsverbands, Petra Kopp vom Regionalverband und Werner Erk, Vorsitzender des Heimat- und Geschichtsvereins Glauburg (v. l.), über ihre Arbeit. © pv

Glauberg (red). Freitagvormittag, 10 Uhr, Keltenwelt am Glauberg. Dr. Alexandra Kruse ist Direktorin des Kulturbüros »Insitu World Heritage consulting«. Seit dem frühen Morgen ist sie dabei, im Auftrag des Regionalverbands Frankfurt-Rhein-Main Daten für eine Kartierung zu sammeln. Die so gewonnenen Ergebnisse finden anschließend Eingang in das Kulturlandschaftskataster des Regionalverbands.

»Einer meiner klassischen Arbeitstage sieht so aus: Ich arbeite zunächst eine Route aus, an der ich kulturhistorische Landschaftselemente vermute. Diese fahre ich vor Ort mit dem Auto ab und schaue, ob ich hier tatsächlich Daten wie beispielsweise Alter, Maße oder die frühere Funktion, erfassen kann. Wenn ja, fotografiere ich die Elemente und nehme eine Verortung vor. Von Ackerterrassen über einen Hohlweg bis zum Gerichtsbaum - die zu kartierenden Elemente können ganz unterschiedlicher Natur sein«, beschreibt Alexandra Kruse.

Streuobstwiesen, Mühlen und mehr

Wer mit wachen Augen durch die Landschaft geht, kann sie entdecken: die häufig unscheinbaren Zeugen der Vergangenheit. Die Region um die Keltenwelt in Glauburg ist kulturhistorisch unheimlich wertvoll. Neben dem geschichtsträchtigen Fund des Keltenfürsten hebt Kruse diese Besonderheiten hervor: »Wir haben hier eine sehr hohe Dichte an Streuobstwiesen, sehr viele Steinbrüche, in denen man unterschiedliches Material abgebaut hat, und wir haben einige Mühlenstandorte.«

Der Erste Beigeordnete des Regionalverbands, Rouven Kötter, hat die selbstständige Gutachterin und Wissenschaftlerin jüngst bei ihrer spannenden Arbeit besucht. Er kennt den Stellenwert dieses Projekts: »Kulturhistorische Landschaftselemente kamen nicht von selbst, sondern Menschen haben sie in der Vergangenheit geschaffen. Sie prägen unsere Region und geben ihr einen besonderen Charakter. Als Dienstleister unserer Mitgliedskommunen wollen wir diese Elemente erfassen, beschreiben und auf sie hinweisen. Es sind keine geschützten Denkmäler, aber wir wollen dennoch zu ihrem Schutz und Erhalt beitragen. Damit bewahren wir ein Stück Heimat.«

Petra Kopp aus der Abteilung Klima, Energie und Nachhaltigkeit ergänzt: »Das Kulturlandschaftskataster gibt es schon seit vielen Jahren, es ist für alle Interessierten im Internet zugänglich. Da zuletzt fünf Kommunen dem Regionalverband neu beigetreten sind, war es uns wichtig, das Kataster für diesen Bereich zu ergänzen. Dieser Prozess läuft gerade.« Gut 27 000 Objekte von Interesse hat der Regionalverband bislang in seinem Kataster erfasst.

Ziel der Kartierung ist es auch, alle kulturhistorisch wertvollen Elemente bei Planungsvorhaben zu berücksichtigen - beispielsweise, wenn es um den Bau von Straßen geht. Die Daten aus dem Kataster sind zudem Bestandteil der Strategischen Umweltprüfung des Regionalverbands.

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