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Unser Dorf hat Zukunft: Diebach am Haag rechnet sich bei Landeswettbewerb gute Chancen aus

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Mit großer Begeisterung und jeder Menger Hingabe nehmen die Diebacher am Wettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft« teil. Am kommenden Donnerstag macht die Bewertungskommission im Büdinger Stadtteil Station. © Björn Leo

In freundschaftlicher Verbindung zu den Nachbarn aus Vonhausen und Lorbach rechnet sich Diebach am Haag beim Landeswettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft«gute Chancen aus.

Der Zusammenhalt im Dorf ist allgegenwärtig. Als vor einigen Jahren die Ortsdurchfahrt von Grund auf und teuer saniert werden sollte, drohten vielen Anwohnern hohe Kosten; für einige wäre es um die Existenz gegangen. Dass die Stadt Büdingen in der Folge nach zähem Kampf die Straßenbeitragssatzung abgeschafft hat, ist der Beharrlichkeit und dem Zusammenhalt der Diebacher zu verdanken. Keine Frage: Die »Däibischer«, sie können schaffen, sie agieren mit Verve, sie wissen zu feiern, sind gastfreundlich, entwickeln ihre Heimat und machen sie lebenswert - auch für künftige Generationen. Vor diesem Hintergrund macht die Teilnahme am Wettbewerb »Unser Dorf hat Zukunft«, den das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz regelmäßig ausruft, Sinn. Am kommenden Donnerstag macht eine Bewertungskommission im Büdinger Stadtteil Station. Im besten Fall wird das Dorf mit einem Preisgeld in Höhe von 5000 Euro prämiert.

»Der lebhafte Diebacher Alltag ist in vielen Dörfern gleicher Größe längst keine Selbstverständlichkeit mehr«, sagt Margit Bopp vom Dorfverein, die gewiss die Triebfeder der Bewerbung ist. Sie nennt eines der Geheimnisse, warum es im knapp 550 Einwohner zählenden Ort so gut läuft: »Die Diebacher ziehen keine Grenze ums Dorf. Sie begreifen sich als Teil einer nachbarschaftlichen Gemeinschaft.«

Das wird beim Blick auf Vereinskooperationen deutlich, beim Kirchspiel, beim Kindergarten, bei der Grundschule, beim Heftchen »Dorfgebabbel« und beim in Kürze entstehenden Feuerwehrstützpunkt. Diebach, Lorbach und Vonhausen verstehen sich als Einheit, die von der Bevölkerung ganz wesentlich getragen wird. Auch nach Eckartshausen, etwa zu den Landfrauen, gibt es beste Kontakte.

Im Jahr des 50-jährigen Bestehens der Großgemeinde Büdingen lässt sich vor allem in Diebach am Haag eindrucksvoll erkennen, wie lokale Besonderheiten gepflegt und entwickelt werden, wie Ideen auf einmal überregionale Strahlkraft erzeugen. Bestes Beispiel dafür ist der Mehrgenerationenplatz am Ortsrand. Für die Einheimischen ist er beliebter Treffpunkt, für Ausflügler das Tor zur Region. Auf dem Areal gibt es Wohnmobilstellplätze mit Blick auf die Ronneburg, in der Nähe führen Rad- und Wanderwege vorbei. Die Chancen sind groß, dass dort 2027 Besucher der Landesgartenschau willkommen geheißen werden, die aus dem Süden anreisen und sich vom Ronneburger Hügelland aus Oberhessen erschließen wollen.

Im kleinen Diebach sind sage und schreibe 16 Betriebe und Dienstleister ansässig, es gibt neben dem Kindergarten »Bärenhöhle« (zwei Gruppen, je 20 Kinder) noch zwei weitere Betreuungseinrichtungen: die Krippe »Wunderland« (24 U3-Kinder) und die Kinder-Tagesbetreuung »Kikeriki« (fünf Kinder bis zwei Jahren, Ganztagsplätze). Es gibt einen Jugendtreff, Zeitlos-Kreativ, eine Ateliergemeinschaft und Galerie mit dem umtriebigen Samuel Schwarzkopf, und den weithin bekannten Bauernhof der Familie Gerth. Das Eis aus eigener Herstellung sucht in der Region seinesgleichen.

Krimi-Gin zum Fototermin

»Ich lebe unheimlich gerne in Diebach, fühle mich hier gut aufgehoben«, sagt schließlich Wolfgang Büttner, bekannt als Apfel-King. Dass er Krimis schreibt, hat sich längst herumgesprochen. Jetzt bietet er zudem noch Gin an - beim Fototermin am Gedenkstein zur 750-Jahr-Feier fand er bei bester Stimmung viele Abnehmer.

Im Zuge des Wettbewerbs »Unser Dorf hat Zukunft« verschafft sich die Bewertungskommission am Donnerstag, 19. Mai, von 11 bis 13 Uhr einen Eindruck von Diebach am Haag. Sie wird von Ortsbürgern begleitet. Im Fokus stehen Angebote, Treffpunkte, Spezialitäten, Geheimtipps und Diebacher Eigenarten. Los geht es am Mehrgenerationenplatz. Zum geselligen Abschluss am Dorfgemeinschaftshaus sind interessierte Bürger eingeladen. leo

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