1. Startseite
  2. Region
  3. Wetteraukreis

»Unser Glaube kann uns satt machen«

Erstellt:

Von: red Redaktion

Kommentare

An Palmsonntag feierten wir in unserer Gemeinde die Konfirmation. Eine Tradition in vielen Gemeinden an diesem Tag. Die Jugendlichen bekommen dabei immer ein kleines Geschenk von ihrer Kirchengemeinde, das sie an diesen besonderen Tag erinnern soll.

Normalerweise ist das ein Kettenanhänger in Form eines Kreuzes. Doch in diesem Jahr haben wir uns für etwas anderes entschieden. Schließlich muss man ja auch mit der Zeit gehen. Wir verschenkten einen Kettenanhänger, der eine kleine weiße Kugel enthielt, die ein Geheimnis barg: Wenn man mit der Handytaschenlampe die Kugel anstrahlte, so warf sie das Bild von Brot und Fischen an die Wand als Symbol für das Wunder der Speisung der 5000. Eine von vielen Wundergeschichten in der Bibel.

Warum ausgerechnet diese, wo es doch noch spektakulärere Geschichten gibt wie Lazarus, der von den Toten erweckt wurde, oder Noah, der über 800 Jahre alt wurde ,oder Sara, die mit über 100 Jahren noch ein Kind gebar? In dieser Geschichte, von der uns der 7. Sonntag nach Trinitatis erzählt, geht es um vielmehr als nur um das Wunder, dass von fünf Broten und zwei Fischen eine riesige Menge Menschen satt wurde.

Die Bibel ist voll von Bildern, denn so manches zwischen Himmel und Erde kann anders gar nicht zum Ausdruck gebracht werden. Da kommt Sprache an ihre Grenzen. Manchmal braucht es Gleichnisse, Bildworte oder Symbole um etwas auszudrücken. Jesus selbst bediente sich dieser Werkzeuge, um seine Botschaften anschaulich und verständlich werden zu lassen. Und wir spüren es auch selbst. Manchmal werden wir satt und trotzdem haben wir Hunger und Durst nach mehr. Dieses »Mehr« können wir gar nicht so richtig in Worten beschreiben, aber wir spüren es deutlich. Die Geschichte von der Speisung der 5000 erzählt davon, wie Gott den körperlichen und den seelischen Hunger stillt. Jesus sprach: »Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.« Und genau das ist der Punkt: Unser Glaube kann uns satt machen, gibt uns Vertrauen auf Gottes Wort und Beistand. Die Menschen damals sind Jesus gefolgt, ohne vorher den Koffer zu packen und an Proviant zu denken. Als sie die Angst vor Hunger und Durst zu überwältigen droht, macht Gott sie satt. Körperlich und seelisch. Und noch besser: Es bleibt etwas übrig. Jesus bittet darum, die restlichen »Brocken« zu sammeln, damit nichts »umkommt«. Und auch hier haben wir ein Bild, das über sich hinaus weist. Es geht darum, alle Hungernden und Dürstenden dieser Welt satt zu machen. Nichts liegenzulassen von der Fülle Gottes und sie weiterzugeben an die, die es nötig haben.

All das steckt in der Geschichte, deren Symbol »Brot und Fisch« mit der Handylampe hinter der kleinen Kugel am Anhänger sichtbar gemacht werden kann. Ein wunderbares Geschenk für diese jungen Menschen, die auch manchmal zweifeln und Ängste haben. Sie können ihren Weg gehen mit dem Vertrauen, dass Gott sie begleitet und nicht hungern lässt.

Tanja Langer ist Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Eckartshausen. FOTO: RED

Auch interessant

Kommentare