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Unter-Widdersheim: »Ein Dorf zum Wohlfühlen«

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Mathias Franzius (l.) und Arthur Schneider vom Arbeitskreis tragen die Chronik der Dorferneuerung in Unter-Widdersheim vor. © Martin Ritter

Zwölf Jahre hat Unter-Widdersheims Ortsgemeinschaft im Rahmen der Dorferneuerung daran gearbeitet, ihren Ort lebenswerter zu gestalten. Die Ergebnisse präsentierte man nun in einem Dorffest.

Unter-Widdersheim (mtt). Ziel des Dorfentwicklungsprogramms ist es, Dörfer im ländlichen Raum als attraktiven und lebendigen Lebensraum zu gestalten. Um die Vielfalt dörflicher Lebensformen, das bau- und kulturgeschichtliche Erbe und den individuellen Charakter zu erhalten, sollen Innenentwicklung gestärkt, Energieeffizienz gesteigert und Flächenverbrauch verringert werden. Dabei ist Bürgerbeteiligung ebenso ein eigenständiges Programmziel, wie der Aufbau sozialer und kultureller Netzwerke. Diese Ziele setzte sich auch Unter-Widdersheim, als man sich 2008 mit Erfolg für das Förderprogramm »Dorferneuerung« bewarb. Eigentlich auf neun Jahre ausgelegt, zog es sich pandemiebedingt über zwölf Jahre hin. Und nun feierte man den Abschluss mit einem Fest.

Rückblickend, so leitete Arbeitskreisvorsitzender Arthur Schneider seine Begrüßung ein, könne man mit dem Erreichten sehr zufrieden sein, wenngleich einige Planänderungen nötig wurden und nicht alles reibungslos verlief. Er und sein Stellvertreter Mathias Franzius ließen die zurückliegende Zeit noch einmal Revue passieren. Zur Auftaktveranstaltung kamen 24 Bürgerinnen und Bürger, die sich in fünf Arbeitskreisen engagierten und so die Grundlagen für die Entwicklung des Dorferneuerungskonzepts schufen. Man interessierte sich zudem für das Verfahren zur Förderung privater Projekte in der Dorferneuerung. Die Arbeitskreisthemen lauteten: »Natur und Tourismus«, »Ortsbild«, »Soziales«, »Verkehr« und »Leitbild für Unter-Widdersheim«. Stellvertretend für die zahlreichen engagierten Bürgerinnen und Bürger hob Schneider den leider allzu früh verstorbenen Wolfgang Wagner hervor, dessen Langmut, Beharrlichkeit und Fachwissen es zu verdanken sei, dass die Dorferneuerung zum Erfolg wurde.

Kritische

Anmerkungen

Kritik übte Mathias Franzius, der erläuterte, dass man nicht alle im Konzept enthaltenen Projekte realisieren konnte, was nicht nur an eingeschränkten finanziellen Fördermöglichkeiten lag, sondern auch an bürokratischen Verfahrensregeln. Dabei hätten sich vor allem die übergeordneten hessischen Straßenverkehrsbehörden nicht als Förderer hervorgetan. Zudem stellte sich erst bei der Umsetzungsplanung heraus, dass vieles nicht oder nur eingeschränkt möglich war.

Stadtverordnetenvorsteherin Adelheid Spruck betonte, dass das Parlament 2009 einstimmig die Unterstützung des Projekts beschloss. Sie dankte allen Beteiligten und vor allem den Arbeitskreisvorsitzenden, dem ehemaligen Ortsvorsteher Rainer Strauch, Wolfgang Wagner und nicht zuletzt Arthur Schneider, der bis zuletzt Verantwortung übernahm. Nicht unerwähnt ließ sie zudem, dass auch aus dem städtischen Haushalt knapp 590 000 Euro geflossen seien. Allerdings seien die Bürgerinnen und Bürger auch zu Privatinvestitionen bereit gewesen, um ihre Anwesen aufzuwerten. Dafür entstanden unter anderem der wunderschön gestaltete Dorfplatz, der idyllische Dorfteich, der Zugang zum Friedhof mit Parkmöglichkeiten, der neu geschaffene Rundweg, die Wärmedämmungsmaßnahmen am Dorfgemeinschaftshaus, der neue Internetauftritt und, nicht zu vergessen, das Feuerwehrhaus, bei dem sich Schreinermeister Stiel besonders einbrachte. Abschließend attestierte Adelheid Spruck dem Ort eine besondere Atmosphäre und stellte fest, Unter-Widdersheim sei »ein Dorf zum Wohlfühlen«.

Ortsrundgang zeigt

die Ergebnisse

Ex-Bürgermeister Hans-Peter Seum, der das Unterfangen von Beginn an unterstützte und begleitete, erinnerte sich an konstruktive Diskussionen, die als Ansporn dienten, sich tatkräftig einzubringen. Beim anschließenden, von Schneider geführten Rundgang begutachteten die Gäste die Veränderungen, Schneider zeigte immer wieder »Vorher-Bilder« und verglich sie mit dem »Nachher«. So zeigte er mehrfach, wie aus maroden Scheunenkränzen moderner Wohnraum entstand.

Das Fest rundeten Kuchen und Pizza aus dem Backhaus ab, für Stimmung sorgte die Band »Querbeet«. Auch an die Kinder dachte man mit einer spannenden Schnitzeljagd. Beim gemeinsamen Feiern zeigten die Unter-Widdersheimer einmal mehr, dass sie zusammenstehen und sich gegenseitig unterstützen - eben ein Dorf zum Wohlfühlen.

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Bei einem Ortsrundgang haben Interessierte die Gelegenheit, die positiven Veränderungen im Ortsbild durch die Dorferneuerung selbst zu erleben. © Martin Ritter

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