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Veranstalter und Schausteller froh: Endlich wieder Dilsemer Määrt

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Gemeinsam mit Marktmeister Réne Rau besichtigten die Erste Stadträtin Katja Euler, Ortsvorsteher Ramon Franke und weitere Mitglieder des Ortsbeirats sowie Stadtverordnete den Festplatz. FOTOS; POTENGOWSKI © Oliver Potengowski

Die Düdelsheimer freuen sich: Enndlich kann der Dilsemer Määrt wieder gefeiert werden. Auch die Schausteller sehen dem Ereignis erwartungsvoll entgegen, sind aber auch nicht ohne Sorgen.

Nach zwei Jahren Pause wegen der Corona-Pandemie darf die Region an diesem Wochenende erstmals wieder den Dilsemer Määrt feiern. Während die Marktbesucher sich auf das Fest freuen, merken die Organisatoren und Marktbeschicker immer noch die Folgen der Pandemie. Kurzfristige Absagen und fehlendes Personal fordern Flexibilität.

Beim traditionellen Marktrundgang mit dem Düdelsheimer Ortsbeirat, Stadtverordneten und der ersten Stadträtin Katja Euler konnte Marktmeister René Rau am Donnerstag einen einladenden Festplatz präsentieren.

Veränderungen, die sich 2019 bewährt hatten, waren auch diesmal umgesetzt worden. So ist der Biergarten vor dem Zelt von Festwirt Klaus Weingärtner auch in diesem Jahr wieder zu erreichen, ohne dass man das Festzelt betreten muss. Auch das Weindorf nebenan ist einladend zum Festplatz geöffnet.

»Schön, dass wir nach zwei Jahren endlich wieder hier sitzen können«, freute sich Ortsvorsteher Ramon Franke bei der Begrüßung der Kommunalpolitiker. »Die Schausteller sind happy, endlich wieder in Düdelsheim zu sein«, erklärte Rau. Der Määrt ist neben dem Kalten Markt in Ortenberg eines der wichtigsten Volksfeste in der Region. Aus den Stimmen in den sozialen Medien merke er, wie sehnsüchtig auch die Besucher darauf gewartet haben, endlich wieder feiern zu können.

Dabei fiel den Teilnehmern des Marktrundgangs ebenso wie den Gästen am Freitagabend nicht auf, welche Anstrengungen Rau unternehmen musste, damit das Marktgelände schließlich so einladend wirkt, wie es dieses Wochenende die Besucher empfängt. Noch in den letzten eineinhalb Wochen musste Rau Ersatz für zwei Fahrgeschäfte finden, die kurzfristig abgesagt hatten. Hier bewährten sich die guten Kontakte zu den Schaustellern mit einer langen Familientradition.

Peter Roie sprang mit seinem Taumler kurzfristig ein. Auch Sascha Kalbfleisch, der mit seinem Autoscooter regelmäßig auf dem Kalten Markt steht, half, damit im Bild der Marktstraßen keine Lücken entstehen.

Besonders für Roie ist der zusätzliche Einsatz in Düdelsheim ein Kraftakt. Denn er hat an diesem Wochenende außerdem noch Plätze in Bad Homburg und auf dem Frankfurter Museumsuferfest gebucht. Ein Schild an seinem Kassenhäuschen kündet von den Personalnöten. »Junger Mann zum Mitreisen gesucht«, wirbt er um Mitarbeiter.

Anzeigen im Internet ohne Erfolg

Seine Stammmitarbeiter, die er vor der Pandemie gehabt hatte, haben sich in den vergangenen beiden Jahren umorientiert. »Die Leute, die mir jetzt fehlen, haben sich in den letzten beiden Jahren selbstständig gemacht.« Viele hätten durch den boomenden Internethandel kleine Lieferdienste gegründet. »Es melden sich keine Leute mehr«, berichtet Roie. Anzeigen im Internet hätten keine Wirkung.

Früher sei die Möglichkeit mit den Schaustellern zu reisen dagegen für viele Aussteiger eine Möglichkeit gewesen, wieder ins Berufsleben zurück zu finden oder sich sogar später selbstständig zu machen. »Der Schaustellerjob ist nicht der Lukrativste«, räumt er ein. Am Wochenende arbeiten oder nachts.« Aber auch andere Branchen suchten verzweifelt nach Mitarbeitern. Für Freitagmittag hatte sich bei Roie zwar ein Bewerber angekündigt. Doch wieder einmal wartet er vergebens auf den Mann.

Die Laune lässt er sich dadurch dennoch nicht verderben. Die Erwartungshaltung auf gute Umsätze sei groß, erklärt er. »Das Publikum ist sehr feierfreudig, egal wo wir hinkommen.«

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