bg_IMG_0119_280622_4c
+
Seit zehn Jahren Organistin: Katharina Kunz brilliert am neuen E-Piano im evangelischen Gemeindezentrum Nieder-Mockstadt. Neben ihr Pfarrer Manuel Eibach, der in seiner Laudatio den Dank der Gemeinde übermittelt hatte.

Verkündigung durch Musik

Nieder-Mockstadt (mü). Dass ein Geburtstagskind seine Gäste überrascht, mag eher selten vorkommen: In der evangelischen Kirchengemeinde Mockstadt begeisterte jetzt die Pianistin Katharina Kunz mit einem Konzert, weil sie seit zehn Jahren Organistin ist.

Zu Gehör kamen Werke, zu denen die Musikerin einen persönlichen Bezug herstellte - von ihrer eigenen Biografie bis hin zur Kostbarkeit des Augenblicks und der Flüchtigkeit der Zeit. Offiziell eingeweiht wurde damit auch das transportable E-Piano, das die Gemeinde zu Pandemiezeiten für Gottesdienste im Freien angeschafft hatte.

Das Publikum honorierte das Konzert mit stehendem Beifall, nachdem Pfarrer Manuel Eibach die Verdienste von Katharina Kunz unterstrichen hatte: »Danke, dass Du seit zehn Jahren bei uns bist, unsere Gemeinde durch das Kirchenjahr und alle persönlichen Höhen und Tiefen des Lebens begleitest und uns die ganz besondere Verkündigung nahebringst, die nur der Musik möglich ist.«

Mit ihrem Konzert spannte die aus Steinberg stammende Katharina Kunz (geborene Heune), die vor Kurzem ihr zweites Staatsexamen als Gymnasiallehrerin für Latein und Deutsch absolviert hat, einen reizvollen Bogen von Romantik, Klassik und Expressionismus bis hin zu volkstümlichen Liedern und Evergreens.

Emotional dichte Spielweise

Zu Gehör kamen in perfekter, emotional dichter Spielweise unter anderem Stücke wie ein Prelude von Christopher Norton, der Song »So close« von Wayne Gratz, »Le petit ane blanc - Der kleine weiße Esel«, eine temperamentvolle Miniatur von Jacques Ibert, der »Klokkeklang« und »Melodie« von Edvard Grieg sowie Beethovens »Mondscheinsonate«, Frank Grothes »Kalenderlied« und das berührende »Il giorni - die Tage« von Ludovico Einaudi.

Das letztgenannte Stück habe ihr Klavierlehrer Charly Appel einst als Hochzeitseinzug für sie und ihren Ehemann intoniert, verriet Kunz, deren Familie zum Konzert gekommen war. Zu den weiteren Lehrern der Organistin, die ihr Publikum als Zugabe mit der brillanten »Harfenetüde« von Frédéric Chopin verwöhnte, gehörten Prof. Steven Zehr von der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst sowie als Orgellehrer Michael Poths und der ehemalige Niddaer Dekanatskirchenmusiker Christian Richter.

Kommentare