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Verlässliche Helfer

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Nicht jeder hat einen Nachbar, auf den er sich verlassen kann, wenn Hilfe oder Unterstützung im Alltag notwendig ist. In diesem Fall springt die Nachbarschaftshilfe ein. SYMBOLFOTO: IMAGO/STEINACH © pv

Altenstadt (jub). Hilfst Du mir, so helfe ich Dir. Der Austausch von Hilfeleistungen ist, salopp formuliert, der Geschäftsgedanke der Nachbarschaftshilfe. In Altenstadt wurde ein entsprechender Verein bereits 2005 gegründet. Inzwischen hat er sich zu einer wichtigen Institution im sozialen Gefüge der Gemeinde entwickelt. Denn nicht jeder Mensch kann, wenn er Hilfe braucht, auf Familie oder Nachbarn zurückgreifen.

Vorsitzender der Nachbarschaftshilfe Altenstadt ist seit deren Gründung Rüdiger Twardy. Er wirbt für die gelebte Solidarität und wünscht sich mehr aktive Mitglieder, die das ehrenamtliche Engagement des Vereins mittragen und die vielleicht sogar willens sind, im Vorstand Verantwortung zu übernehmen. Wie die Arbeit der Nachbarschaftshilfe im Alltag konkret aussieht wie und das Miteinander funktioniert, erläutert Twardy im Gespräch.

Herr Twardy, was konkret macht die Nachbarschaftshilfe Altenstadt?

Wir stehen mit unseren ehrenamtlich tätigen Mitgliedern hilfsbedürftigen Menschen mit Hilfen im Alltag zur Seite. Daneben ist es uns ein Anliegen, insbesondere den älteren und alleinstehenden Mitmenschen ein Ansprechpartner zu sein.

Wie sehen diese Hilfsangebote aus? Können Sie Beispiele nennen.

Sie brauchen zum Beispiel Unterstützung bei einem Arztbesuch oder beim Einkaufen oder sie sind abwesend und wissen nicht, wer den Briefkasten leeren kann. Dann springt die Nachbarschaftshilfe ein, aber das ist noch nicht alles. Wir versorgen ihre Pflanzen während ihrer Abwesenheit, wir gehen mit ihnen spazieren, wenn sie das möchten, wir füllen für sie Formulare aus oder helfen bei kleineren Reparaturen im Haushalt. Alles, was eben so anfällt. Ich sollte aber noch darauf hinweisen, dass diese Unterstützung nicht als Dauerhilfe gedacht ist. Wichtigt ist, dass sie den Rahmen der nachbarschaftlichen Hilfe nicht übersteigt. Versicherungsschutz ist während der Ausübung übrigens gegeben.

Und wie läuft das in der Praxis ab? Wie muss man sich das vorstellen?

Wer ein Anliegen hat, ruft in unserem Büro in Lindheim an und wir organisieren beziehungsweise vermitteln die gewünschte Unterstützung.

Muss man dafür etwas bezahlen?

Da die aktiven Helfer ehrenamtlich tätig sind, der Verein gemeinnützig ist und durch die Gemeinde Altenstadt unterstützt wird, fällt für Mitglieder lediglich eine Verwaltungskostenpauschale in Höhe von vier Euro pro Stunde an, die wir zu Beginn des Jahres erstmals seit Gründung des Vereins im Jahr 2005 moderat erhöht haben.

Was ist denn, wenn man zum Beispiel zum Arzt nach Büdingen muss?

Auch hier können wir helfen. Wir fahren mit der Person, die uns um Hilfe gebeten hat, zum Arzt, warten dort mit ihr und bringen sie anschließend wieder nach Hause. Dafür fällt zusätzlich eine Fahrtkostenpauschale in Höhe von 40 Cent pro gefahrenem Kilometer an.

Kann man die Unterstützung der Nachbarschaftshilfe Altenstadt eigentlich auch in Anspruch nehmen, wenn man kein Mitglied im Verein ist?

Selbstverständlich kann man das. Der Kostenbeitrag ist dann allerdings etwas höher und beträgt sechs Euro pro angefallene Stunde.

Wer kann denn Mitglied in der Nachbarschaftshilfe werden?

Jede Frau und jeder Mann ab 18 Jahren kann aktives oder passives Mitglied werden zu einem Jahresbeitrag von zwölf Euro.

Klären Sie bitte einmal auf: Was bedeutet denn die Unterscheidung nach aktiven und passiven Mitgliedern?

Als aktives Mitglied erhält man für die ehrenamtlich geleistete Hilfe sogenannte Zeit-punkte, die auf einem individuellen Zeitkonto gutgeschrieben werden. Außerdem werden anfallende Fahrtkosten erstattet. Sofern ein aktives Mitglied selbst einmal Hilfe benötigt, können diese Punkte in Zeit umgewandelt und eingesetzt werden. Als Quintessenz kann man sagen: Wer hilft, den »belohnt die gute Tat« und er leistet seinen Beitrag für eine gut funktionierende Nachbarschaftshilfe.

Als passives Mitglied unterstützt man die ehrenamtliche Tätigkeit des Vereins ohne persönlichen Einsatz lediglich durch die Zahlung des jährlichen Mitgliedsbeitrages.

ARCHIVFOTO: LINNERT

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KALOK15-B_134752_4c © pv

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