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Verständigung und Freundschaft

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Die junge Schuhplattlergruppe aus Martinsberg begeisterte mit ihren originellen Tänzen. © Stefan Weil

Betzenrod (sw). Nach der coronabedingten Verschiebung konnte endlich wieder das beliebte Dorfbrunnenfest in Betzenrod stattfinden. Diesmal wurde es von der Freiwilligen Feuerwehr und dem Schützenverein veranstaltet.

Das Festwochenende ist immer mit einem Treffen von Betzenrods Partnergemeinden verbunden. So reisten wieder Abordnungen aus dem brandenburgischem Wulkow, dem österreichischen Martinsberg und aus der befreundeten Region Steigerwald in den Vogelsberg an. »Leider mussten einige, die sonst immer in Betzenrod dabei waren, aus Krankheitsgründen verzichten«, bedauerte Werner Lotz, der Vorsitzende des Verschwisterungsvereins (BVV). Dadurch kamen nicht alle der sonst üblichen Programmpunkte des Dorfbrunnenfestes zustande.

Zum Auftakt gab es eine Premiere. Stefan Buß (Betzenrod) und Holger Schneider (Ulfa) bliesen zwei Musikstücke auf großen Alphörnern. Der gemischte Chor des Gesangvereins Frohsinn Betzenrod stimmte fröhliche und auch besinnliche Lieder an. Als Dirigent war kurzfristig Winfried Gerhard für den verhinderten Kiwon Lee eingesprungen. Zweimal traten vier junge Paare der Schuhplattlergruppe aus Martinsberg auf . Zu den Klängen der »Quetschen«, einer steirischen Harmonika, begeisterten sie mit ihren originellen Tänzen. Im Laufe des Abends füllte sich der Dorfbrunnenplatz immer mehr, und bis tief in die Nacht wurde gefeiert.

Am Vorabend hatten sich die Verschwisterer im Dorfgemeinschaftshaus getroffen. Neben der obligatorischen Jahresversammlung des BVV stand ein besonderer Anlass im Mittelpunkt: Vor 25 Jahren wurde der Verschwisterungsverein gegründet. Werner Lotz erinnerte an die Anfänge im Vorfeld der Gründung, direkt nach der Wiedervereinigung.

»Es hatten bereits verschiedene Kontakte von Schottener Bürgern nach Wulkow bestanden. Dazu gehörte auch Reinhold Baltromejus, der damalige Vorsitzende des Carnevalvereins. Dann kam die Nachricht, dass die Gemeinde an der polnischen Grenze einen Partner in Schotten suche. Wir haben uns dann als einziger Schottener Stadtteil gemeldet«, so Lotz, der zur damaligen Zeit Ortsvorsteher seines Dorfes war. Im September 1991 startete eine Gruppe Betzenröder mit einem Kleinbus zum ersten offiziellen Besuch gen Osten. »Die Fahrt dauerte 14 Stunden, und wir sind zuerst im falschen Dorf gelandet. Der Empfang in Wulkow mitten in der Nacht war wunderschön. Das ist eine bleibende Erinnerung«, unterstrich Lotz.

Auch mit der Partnergemeinde aus dem österreichischen Waldviertel habe der erste Kontakt »gleich gepasst«. »Da hat die Chemie gestimmt.« Aus den Erstbegegnungen sind dauerhafte langjährige Freundschaften entstanden, wie auch Vertreter der Partnergemeinden am Jubiläumsabend vermittelten. 1992 wurde erstmals das Dorfbrunnenfest veranstaltet. Für die musikalische Unterhaltung sorgte damals das »Waldviertel-Trio«, dem noch mehrere Gruppen bei den späteren Festen in Betzenrod folgten.

1997 wurde der Verschwisterungsverein gegründet. Erster Vorsitzender war Helmut Köhler. 2009 trat Werner Lotz seine Nachfolge an. Daneben gehörten noch Andreas Beer und Robert Repp zu den sieben Gründungsmitgliedern, die gleichzeitig auch den Vorstand bildeten. Auch heute gehören sie noch zu dem Führungsgremium des Vereins. »Der Sinn unseres Vereins besteht in Verständigung und Freundschaft sowie darin, in der Gemeinschaft eine schöne Zeit zu erleben«, betonte Lotz. »In den gesamten 25 Jahren hat es in unserer Freundschaft zu Wulkow und Martinsberg nie Ärger gegeben.« Formal wurden die Partnerschaften im Juli 2010 mit Urkunden offiziell besiegelt. In allen drei Gemeinden wurden damals »Bäume der Freundschaft« gepflanzt.

Schottens Erster Stadtrat Hans-Jürgen Jochim stellte die Bedeutung der Verschwisterungsvereine heraus. »Es ist wichtig für ein gedeihliches Zusammenleben, miteinander zu reden und zu feiern.« Ortsvorsteher Wolfgang Gerlach aus Wulkow betonte, er sei stolz darauf, die Partnerschaft über schon so viele Jahre habe mitgestalten zu können. Josef Rehberger (Martinsberg) erinnerte an »die vielen wunderbaren Stunden, die wir miteinander verbracht haben.« Sebastian Reiß, der neue Ortsvorsteher von Betzenrod, lobte das Engagement, das für eine gelungene Partnerschaft notwendig sei. »Unser Verschwisterungsverein hat eine erfolgreiche Arbeit gemacht.«

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rueg_Verschwisterungsver_4c © Stefan Weil
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rueg_Dorfbrunnenfest_Fro_4c © Stefan Weil

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