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Viel fürs Hallenbad in Gedern getan

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Die Airbrush-Unterwassermotive im Kleinkindplanschbecken sind ein Werk des Bad Vilbeler Graffiti-Künstlers Helge W. Steinmann alias »Bomber«. Sie sind wie die zahlreichen Spielgeräte vom Gederner Hallenbadverein finanziert worden. Die stellvertretende Vorsitzende Petra Müller (rechts) und Schriftführerin Nadine Böhnisch sind seit vielen Jahren ein tolles Team mit Schwimmmeister Jörg Welsch (links) und seinem Kollegen Andreas Luft. © Ingeborg Schneider

Der Hallenbadverein Gedern hat seit seiner Gründung vor 13 Jahren viel dazu beigetragen, die Attraktivität des Schwimmbads zu steigern.

Vor der Glastür tippelt ungeduldig eine Schar junger Gäste von einem Bein aufs andere und wartet auf den Einlass: Über mangelnden Zulauf kann sich das Hallenbad Gedern auch während der Freibad-Saison nicht beklagen.

»Rund 2000 Besucher haben wir im Monat, es können auch einmal 1900 oder 2800 sein«, verrät Schwimmmeister Jörg Welsch. »Der Sommer vermindert diese Zahlen nur um rund 300 Gäste.«

Allein 20 Schulen aus dem weiten Umkreis nutzen das Bad mit seinem 25-Meter-Becken für das Schulschwimmen. Das Abitur im Leistungsfach Sport/Schwimmen kann man dort ebenso ablegen wie die regulären Schwimmprüfungen mit Abzeichen. Rehasportler empfinden die Wassertemperatur mit durchgängig 30 Grad als sehr angenehm. »Seit viele Hallenbäder der Region geschlossen haben, nimmt der Zustrom zu«, freuen sich auch Petra Müller, stellvertretende Vorsitzende des 2009 gegründeten Hallenbadvereines Gedern, und Schriftführerin Nadine Böhnisch. Hervorgegangen ist der Verein seinerzeit aus der Arbeitsgruppe Hallendbad, in der sich engagierte Bürger mit der Stadt als Betreiberin an einen Tisch setzten.

Ziele damals wie heute: den Erhalt des Bades sichern, notwendige Sanierungen mit der Hilfe von Mitgliedsbeiträgen, Marktständen und Spendengeldern finanzieren, die Attraktivität des Bades steigern, zum Beispiel durch großzügige Öffnungszeiten, ganztägige Badedauer, gute Infrastruktur sowie Spiel- und Sportgeräte, besondere Themen wie die »Karibische Nacht«, Schwimmkurse für Groß und Klein, Aquafitness und Rehasport sowie Angebote in Kooperation mit der DLRG.

Engagement zahlt sich aus

»Auch praktische Arbeitseinsätze zur Pflege der Innen- und Außenanlage stehen auf dem Programm unserer Mitglieder«, sagen Petra Müller und Nadine Böhnisch, die sich jederzeit über neue Mitstreiter freuen. Denn das Projekt »Hallenbad Gedern« ist auf Dauer angelegt. Und das Engagement des Vereins zahlt sich aus, wie sich an der Beliebtheit und den Besucherzahlen ablesen lässt. Zudem ist das Bad, für das man auch auf dem Campingplatz am Gederner See Werbung macht, eine gute Alternative an verregneten Sommertagen.

»Unsere Investitionen in das Bad haben sich im Verlauf von 13 Jahren Vereinsgeschichte auf eine Summe im hohen fünfstelligen Bereich summiert«, erläutern die beiden Vorstandsfrauen. Gemeinsam mit Schwimmmeister Jörg Welsch und seinem Kollegen Andreas Luft unterstreichen sie die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt, Personal und ihrem Verein. Das Aufnehmen von Wünschen, Anregungen und auch Kritik seitens der Schwimmmeister und des Publikums ist unerlässlich, um Mängel zu beseitigen und für Innovationen zu sorgen.

»Die Liste dessen, was wir bereits umgesetzt haben, ist lang - sie beginnt mit der Anschaffung eines Defibrillators. Einige offene Wünsche gibt es bis heute«, sagen Müller und Böhnisch. Die Wasserrutschen und Großgeräte wie die schwimmende Hand, die tropische Insel und der Krake, die farbige LED-Unterwasserbeleuchtung und eine gute Musikanlage, neue Liegen und Föhne sowie eine Regalwand mit Schließfächern im Sicherbereich der Schwimmenden zählen ebenso zu den Investitionen des Hallenbadvereins wie die liebevolle Spielzeug-Ausstattung des 33 Grad warmen Kleinkind-Planschbeckens, dessen Wände eine wundervolle Unterwasserwelt in Airbrush-Technik ziert, ein Werk des Bad Vilbeler Graffiti-Künstlers Helge W. Steinmann alias »Bomber«.

Viele kreative Ideen im Veranstaltungsbereich wurden gemeinsam mit den Schwimmmeistern erdacht und umgesetzt: vom Warmbadetag bis zum Mondscheintarif, von der »Karibischen Nacht« und den Badeabenden bei Musik und Kerzenlicht bis zum Angebot während der Ferienspiele, vom Kindergeburtstag am Planschbecken bis zu den gut gebuchten Zusatz-Schwimmkursen für Jung und Alt.

Wunsch: Whirlpool im Außenbereich

Gerade das letztgenannte Thema liegt Personal und Verein besonders am Herzen. »Corona hat den ohnehin kritischen Stand der Schwimmfähigkeit in Deutschland weiter sinken lassen«, sagt Schwimmmeister Jörg Welsch. An seinem Urlaubsort Büsum hat er ganze Familien beobachtet, die nicht schwimmen konnten, sich aber weit ins trügerisch flache Meerwasser hinauswagten.

Umso mehr schätzt er seinen Arbeitsplatz im Gederner Hallenbad. »Ein Besuch lohnt sich, auch im Sommer«, stellen Petra Müller und Nadine Böhnisch fest, bevor sie ihren nächsten Plan verraten: »Ein Whirlpool im Außenbereich wäre toll!« VON INGE SCHNEIDER

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