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Viel mehr als nur eine Gaudi der Feuerwehr: Wllkommen zur Dorfolympiade in Dudenrod

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leo_fest1_080722_4c © Oliver Potengowski

Vor 20 Jahren hat die Freiwillige Feuerwehr Dudenrod mit ihrem Sommernachtsfest die Idee der Kerb in kleinem Rahmen wiederbelebt. Jetzt fand die zweite Auflage der Dorfolympiade statt.

Wie viele Dorffeste drohte auch die Dudenröder Kerb Anfang der 90er Jahre langsam zu entschlummern. Das große Festzelt ließ sich nicht mehr füllen, erinnert sich Ortsvorsteher Jörg Neider, der auch Vorsitzender der Feuerwehr ist. Eine Entwicklung, der man in dem Dorf aber nicht tatenlos zusehen wollte. Deshalb richtete die Feuerwehr ab 1992 in deutlich kleinerem Rahmen ein Sommernachtsfest aus. Stetig entwickelte sie das Konzept weiter. 2016 zog man vom Sportplatz an den Platz an der Grillhütte am Wolfsbach um.

Fortsetzung mit 15 Mannschaften

2019 kam als jüngster Programmpunkt die Dorfolympiade mit Livemusik dazu. Mehr als ein Dutzend Mannschaften, die auch aus Nachbardörfern kamen, traten in ebenso skurrilen wie lustigen Disziplinen gegeneinander an. Als Sieger ging damals der Löschzug Herrnhaag vom Platz.

Wegen der Pandemie konnte die zweite Dudenröder Dorfolympiade erst jetzt ausgetragen werden. Die 15 Mannschaften, die auf Namen wie Alkohooligans, Hühnerhaufen oder Holzwürmer hörten, zeigten, dass es bei der Olympiade vor allem um den Spaß ging. Dennoch war der Ehrgeiz der Teilnehmer und Teilnehmerinnen bei den Einzeldisziplinen wie Kistenlauf und Hau die Nuss spürbar.

Dass es die Feuerwehr war, die das Sommernachtsfest ausgerichtet hat, machte unter anderem das Löschhaus deutlich, das sich die Dudenröder von den Freunden aus Michelau geliehen haben. Mit einem Wasserstrahl aus der Kübelspritze musste möglichst genau ein Loch in der Giebelwand getroffen werden. Auch das Schlauchkegeln, bei dem Holzklötze beim Auswerfen der Feuerwehrschläuche getroffen werden mussten, erinnerte entfernt an Wettbewerbe der Wehren.

Doch oft ging es einfach um Geschick, Gaudi und Feinmotorik. Wasserkopf haben die Veranstalter ein Spiel getauft, bei dem Wasser aus auf Arbeitshelmen festgeschraubten Bechern nur durch Kopfbewegungen zielgenau umgeschüttet werden musste.

Noch vertrackter war der Biergalgen, den Thomas Leitner gebaut hatte. An einem umgeschnallten Gestell hing in einer Platte ein Bierbecher. Durch Ziehen an zwei Handgriffen ließ sich die Platte heben und in jede Richtung neigen. Doch nur wenn man es schaffte, bei der richtigen Höhe und Neigung auch noch durch geschickte Körperbewegung den Becher zum Mund zu führen, floss das Bier auch in den Mund statt über die Kleidung.

Mit dem Sommernachtsfest und der Dorfolympiade war es der Feuerwehr gelungen, ein attraktives kleines Fest für die Bewohner ihres Ortes zu stiften. Zum Erfolg trug auch die Solidarität unter den Feuerwehrvereinen bei, die sich nach wie vor zu den Festen gegenseitig besuchen.

Neue Mitglieder für die Feuerwehr

Jörg Neider erläuterte, dass Veranstaltungen wie das Sommernachtsfest oder auch die Nikolausfeiern insbesondere Neubürgern helfen, ihr Umfeld kennenzulernen und Fördermitglieder für die Feuerwehr zu bekommen. Das habe sich auch bei der jüngsten Nikolausfeier gezeigt, obwohl durch Corona keine große Feier möglich war. »Da haben wir fünf neue Mitglieder aus den Reihen der Zugezogenen dazubekommen«, freute sich der Ortsvorsteher. »Die Leute haben gesagt, dass sie gar nicht wussten, was die Feuerwehr im Dorf alles macht.« Entsprechend gut ist die Feuerwehr denn auch in dem Dorf verankert. Von 197 Einwohnern sind 100 Mitglieder des Fördervereins und immerhin zehn in der Einsatzabteilung.

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leo_fest2_080722_4c © Oliver Potengowski
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leo_fest3_080722_4c © Oliver Potengowski

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