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Vier Jahreszeiten und ein Bösewicht

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Von: Jürgen W. Niehoff

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keh_jwn_ballett2_200722_4c © Jürgen W. Niehoff

Eine Ballettaufführung mit 200 überwiegend Jugendlichen ist für eine kleine Gemeinde wie Wöllstadt ein Riesenereignis. Deshalb war der Zuschaueransturm am Anfang und die Begeisterung am Ende von »Vier Jahreszeiten und ein Halloween« auch entsprechend groß.

Vier Jahreszeiten und ein Halloween« ist nicht die erste Ballettveranstaltung, die die Ballettschule Daniela Krieg aus dem benachbarten Ilbenstadt zusammen mit der Ballettgruppe des Turnvereins Nieder-Wöllstadt veranstaltet. Vorausgegangen sind bereits im Jahr 2008 »Ein sonderbarer Traum«, 2012 »Im Spiegel der Farben« und 2016 »Das magische Buch«.

200 Kinder und Jugendliche, darunter mit Joshua Grabia als junger Held nur ein jugendlicher Darsteller, der Rest ansonsten alles Mädchen oder heranwachsende junge Frauen, sorgten für zwei unterhaltsame Ballettvorstellungen am vergangenen Wochenende - beide übrigens mit jeweils 400 Zuschauern ausverkauft.

Daniela Krieg

verantwortlich

Auch in diesem Jahr hat die Ballettpädagogin Daniela Krieg die Handlung wieder selbst erfunden und dazu klassische Musik zur Untermalung ausgesucht. Es geht dabei um die vier Jahreszeiten, die wie gewohnt immer in derselben Reihenfolge erscheinen und die Natur entsprechend prägen. Auch das Alltagsleben spielt sich auf der Bühne wie gewohnt ab. Die Menschen gehen einkaufen, amüsieren sich miteinander und freuen sich auf die immer wiederkehrenden Ereignisse und Feste.

Weil die Jahreszeiten jedes Jahr im selben Rhythmus auf einander folgen, sehen sie sich auch nie. Lediglich an Halloween, also dem Abend vor Allerheiligen, kommen die vier Jahreszeiten zusammen und feiern gemeinsam. Weil aber alle zusammen sind, nutzt Halloween die Gelegenheit und schafft seine eigene Jahreszeit und benennt sie fünfte Jahreszeit. Danach nimmt Jahr für Jahr alles wieder seinen Lauf. Bis auf einmal.

Da gerät an diesem Datum alles mit Blitz und Donner durcheinander. Die vier Jahreszeiten werden von unheimlichen Wesen umkreist und durcheinander gewirbelt. Erst der junge Held (Joshua Grabia) schafft nach einer ganzen Weile wieder Ordnung und weist den vier Jahreszeiten in dem großen Haus der Jahreszeiten ihre Fenster in der richtigen Reihenfolge wieder zu.

Die Solistinnen bei diesem Stück waren Zoe Meister als Jahreszeitenhüterin, Emma Kaluza als Portalfee, Nahla Arnold als Halloween, Emma Lynn Hahn als Winter, Maria Sailer als Frühling, Jennifer Reiter als Sommer und Carolina Höra als Herbst. Am Ende tanzen sie zur Freude, dass wieder alles in Ordnung ist gemeinsam den Krokuswalzer.

Ende gut alles gut? Manch kleine Tänzerin sah das nicht so. Sie nutzte vielmehr die Gelegenheit ihres Auftrittes in der Gruppe Kürbisse, um ihren Eltern oder Bekannten im Zuschauerraum unter großem Gelächter der übrigen Zuschauer zuzuwinken.

Ballett sollte

2021 stattfinden

Die Aufführung »Vier Jahreszeiten und ein Halloween« war ursprünglich bereits für das vergangene Jahr vorgesehen. Aber die Einschränkungen der Corona-Pandemie haben diese Planung durchkreuzt.

Um nicht noch einmal diesen Beschränkungen zum Opfer zu fallen, hat Krieg in Absprache mit dem Turnverein - denn der stellt immerhin rund achtzig der 200 jugendlichen Balletttänzerinnen aus seiner Ballettgruppe - die beiden Vorstellungen in diesem Jahr auf die Sommermonate vorgezogen. »Eigentlich sollten die Vorstellungen im November in der Nähe zu Halloween stattfinden. Aber vielleicht haben wir dann bereits den nächsten Shutdown und das nächste Veranstaltungsverbot. Und dann wären all die vielen Proben und Mühen umsonst gewesen«, erklärt Erich Reinke, Vereinsvorsitzender des Nieder-Wöllstädter Turnvereins, mit seinen 700 Mitglieder der mitgliederstärkste Verein des Ortes.

Auf die Frage, wie denn Turnverein und Ballett zusammenpassten, weist er daraufhin, dass Ballett in seinem Verein bereits über eine lange Tradition verfüge und mittlerweile zur stärksten Sparte des Vereins geworden sei.

In den Pausen und nach den Vorstellungen gab es dann auch noch etwas für den Magen, auf das sich vor allem die Kleinsten unter den Zuschauern freuten, wie deutlich als Zwischenruf zu hören war: »Mama, wann gibt es denn endlich wieder den leckeren Kuchen?«

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keh_jwn_ballett3_200722_4c_1 © Jürgen W. Niehoff
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keh_jwn_ballett1_200722_4c_1 © Jürgen W. Niehoff
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keh_jwn_ballett4_200722_4c © Jürgen W. Niehoff

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