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Bei einem Notfall in den Reihen kommt das Tragetuch zum Einsatz. Damit können Hilfsbedürftige zum Rettungswagen gebracht werden.

160 Vorstellungen werden begleitet

DRK-Sanitäter üben für Einsätze bei den Burgfestspielen

Damit die Zuschauer der Burgfestspiele stets beruhigt die Vorführungen genießen können, sitzen jederzeit zwei Sanitäter in der letzten Reihe – allzeit bereit zu helfen. In den engen Stuhlreihen ist das jedoch gar nicht so einfach. Zur Freude der Helfer konnte das nun geübt werden.

Bad Vilbel - Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) bereitet sich dieser Tage auf die diesjährigen Bad Vilbeler Burgfestspiele vor. Das teilt der Ortsverband nun mit. "Retten aus den Reihen" ist demnach das große Thema. Immer wieder kommt es vor, das Personen in der Reihe sitzend, Hilfe benötigen. Da die Bestuhlung eng und steil ist, sind die Sanitäter froh, wenn vorab der Burgfespiele "Trockenübungen" stattfinden können.

In zwei Teams aufgeteilt wird an zwei unterschiedlichen Terminen geübt. Auch werden sich die Teams die Gegebenheiten im Burghof anschauen und die Räumlichkeiten durchlaufen, sodass in einem Ernstfall alles viel schneller von statten gehen kann.

Seit Anbeginn der Burgfestspiele sind bei jeder Veranstaltung jeweils zwei der 40 Sanitäter der Ortsvereinigung Bad Vilbel des Deutschen Roten Kreuzes dabei. Sie gehören fest zum Burgfestspiel-Team und haben in der letzten Reihe oben links zwei feste Plätze.

Obwohl die Sanitäter berufstätig sind, decken sie alle Veranstaltungen in der Spielzeit ab. Auch an Vor-und Nachmittagen in der Woche nehmen sich jeweils zwei Sanitäter frei.In diesem Jahr stehen dem DRK-Team 160 Vorstellungen bevor. Davon sind es 85 Eigenproduktionen, 60 Kindertheater-Vorstellungen, 4 Gastspiele und 11 Mal geht ein Team sonntags zu den Matineen. Die Sanitäter arbeiten dabei ausschließlich ehrenamtlich für das DRK.

Fünf Jahre ohne Übung

"Mein gesamtes Team freut sich jedes Jahr auf die neue Burgfestspiel-Saison", so Silke Zuschlag, DRK-Bereitschaftsleiterin. Zuschlag übernimmt die gesamte Organisation der Sanitätsdienste des DRK Bad Vilbel. So weiß sie auch, dass ihre Sanitäter viel Erfahrung und Übung brauchen. In diesem Jahr konnte sie mit den Verantwortlichen der Burgfestspiele wieder Termine für "Trockenübungen" ausmachen. Das war zuvor laut Zuschlag fünf Jahre lang nicht möglich gewesen.

Doch nun finden an zwei Terminen die Übungen für das Retten aus den Reihen statt. Damit im Notfall jeder Griff sitzt, üben die Sanitäter in der Burg die Rettung von bewegungsunfähigen Personen. Für den Fall des Falles haben die qualifizierten Helfer professionell gefüllte Notfallrucksäcke mit Sauerstoffflaschen, Beatmungsbeutel, Defibrillator und Blutdruckmessgeräten, sowie eine fahrbare Krankentransporttrage, ein Tragetuch, einen Rollstuhl, Funkgeräte und vieles mehr dabei.

Bienenstiche und Infarkte

Ein Sanitätsraum wurde eigens für die Betreuung und Versorgung des Erkrankten bei den Burgfestspielen eingerichtet. Hier können sich die Lebensretter in Ruhe um ihre Patienten kümmern, notfalls bis Rettungswagen und Notarzt eintreffen. Die Bandbreite der Einsätze reicht von der Versorgung von Wespenstichen und kleineren Verletzungen wie Blasen an den Füssen, über Herz-Kreislauf-Problemen bis Herzinfarkt, Schlag- und epileptischen Anfällen.

"Wir haben deshalb geprobt, mit einem Tragetuch einen Bewusstlosen zu transportieren. Das geht nur zu viert. Aber die Stuhlreihen sind eng und die Stühle festmontiert. Das erhöht den Schwierigkeitsgrad der Einsätze", so Zuschlag. "Sollten weitere Helfer nötig sein, sind Crew und Zuschauer behilflich. Das Publikum bedankt sich regelmäßig bei den Sanitätern für deren Anwesenheit", berichtet Silke Zuschlag.

Ab Frühjahr jeden Jahres haben die DRK-Sanitäter Hochkonjunktur. Parallel zu den Burgfestspielen findet nämlich das Quellenfest, Straßenfest, Ironman, Open-Air-Kino, Bad Vilbeler Markt, Konzerte und auch Blutspendetermine statt. Darüber hinaus helfen die Vilbeler den DRK-Kollegen in Frankfurt bei Großveranstaltungen oder bei Eintracht-Spielen in der Commerzbankarena. Langweilig wird es den Bad Vilbelern DRK-Sanitätern daher nie.

(red)

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