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Der Bad Vilbeler Radiosender FFH wird 2019 30 Jahre alt. Programmchef Hans-Dieter Hillmoth wurde in den Ruhestand verabschiedet.

Programmchef geht

Ende einer Ära: Radio FFH-Chef Hillmoth hört auf - der Sender wird 30 Jahre alt

FFH Programmchef Hans-Dieter Hillmoth wurde in den Ruhestand verabschiedet. Der Sender wird 30 Jahre alt. 

Bad Vilbel - 30 Grad, keine Wolke zu sehen, die Luft steht - gerade die Herren hatten es wahrlich nicht leicht. Der Radiosender FFH hatte nach Bad Vilbel geladen, mit Gästeliste, 400 Menschen sollten kommen, darunter Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU), Staatskanzlei-Chef Axel Wintermeyer (CDU) und Focus-Gründer Helmut Markwort. Hemd und Sakko sind also eigentlich Pflicht.

Der Bad Vilbeler Radiosender FFH wird 2019 30 Jahre alt. Programmchef Hans-Dieter Hillmoth wurde in den Ruhestand verabschiedet.

Moderator Johannes Scherer konnte jedoch schneller für Erleichterung sorgen, als er auf der Bühne verkündete, die Konventionen würden an diesem Tag locker gesehen. Jeder solle sich frei fühlen, sich von überflüssigem Stoff zu befreien. Ein Angebot, das viele dankend annahmen.

In dem hohen weißen Zelt, das im Burgpark aufgestellt worden war, herrschte zu Beginn - Wetter sei Dank - vor allem rund um die Bar großes Gedränge. Servicepersonal lief beladen mit vollen Tabletts durch die Menge und verteilte Wasser. Bemerkt hat zu diesem Zeitpunkt wohl auch jeder das geschmackvoll aufgetürmte Buffet.

Seit 30 Jahren gibt es Radio FFH in Bad Vilbel

Doch waren die Gäste natürlich nicht für Speis und Trank angereist. Gemeinsam wollten sie den langjährigen FFH-Geschäftsführer und Programmchef Hans-Dieter Hillmoth gebührend feiern. Dessen Abschied fällt außerdem zusammen mit dem runden Geburtstag des Senders, den er mit aufgebaut hat.

"Wir haben Grund zum Feiern. Seit 30 Jahren gibt es Radio/Tele FFH. Und der Mann, dem wir das alles zu verdanken haben, geht in den Ruhestand", begann Scherer. Das erste Lied, das von FFH vor 30 Jahren gesendet wurde, sei "Flying through the air" von den Oliver Onions gewesen. Und an dieser Stelle wartete eine Überraschung für HDH, wie Hillmoth im Vilbeler Sendehaus liebevoll genannt wird. .

Die Moderatorinnen Evren Gezer und Aisha Buckman betraten die Bühne und sangen den heute fast vergessenen Klassiker. Dann war es Zeit für die Reden. FFH-Aufsichtsratschef Hans Georg Schnücker durfte zuerst: "Es gibt 14-Jährige, die wollen Fußballer werden. Hans-Dieter Hillmoth wollte immer Radio machen." In einem Krankenhaus in seiner westfälischen Heimat habe Hillmoth einst begonnen. Für die Patienten. "Irgendwann lud er Prominente ein und konnte sogar den Bundespräsidenten begrüßen."

Landesvater Bouffier beleuchtete in seiner Ansprache die Geschichte des Senders von der politischen Seite. Er erinnere sich noch, sagte er, wie der Landtag das erste Privatradiosender-Gesetz auf den Weg gebracht habe. "Wir wollten in Hessen eine gewisse Vielfalt erreichen. Einen Wettbewerb zwischen privaten und staatlichen Sendern", sagte Bouffier. "Ich denke, es tut unserem Land gut, dass es beides gibt." 

Bad Vilbel: Bouffier ehrt Hillmoth

Hillmoth sei quasi FFH-Mitarbeiter "Nummer 001". "Sie haben ein Stück Hessen erschaffen. Sie haben Heimat, Identität und Vertrautheit für die Menschen geschaffen wie kein anderer, den ich kenne", sagte Bouffier. Dann rief er den 66-Jährigen und seine Ehefrau auf die Bühne und verlieh Hillmoth den Verdienstorden für das Land Hessen.

Die Stimmung beim Abschiedsfest blieb gut, es zog gar der ein oder andere Windstoß durch das an den Seiten offene Zelt. Sängerin Nicki sang ihren Hit "Wenn i' mit dir tanz'". Dann trat Hillmoth ans Mikrofon. "Warum Nicki hier aufgetreten ist? Es liegt daran, dass ich '89 unsere Musikredaktion damit genervt habe, dass wir andere Musik spielen müssen. Musik wie ihre." . Damals habe ihm jeder altgediente Journalist geraten, bloß die Finger vom Projekt FFH zu lassen. "Das war dann eher eine Herausforderung." 

Radio lebe und es sei dann stark, wenn es Nähe zu den Hörern aufbaue, ist sich Hillmoth sicher. Er werde als Gesellschafter dem Sender erhalten bleiben und so verabschiedete er sich schließlich mit den Worten: "Tschüss, FFH." Nach großem Jubel wendete sich Nachfolger Marco Maier an die Gäste und hatte ein Angebot für den Ministerpräsidenten: "Herr Bouffier, wir suchen jemanden, der an Heiligabend moderieren kann. Ihre Stimme wäre geeignet."

Von Niklas Mag

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