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Nach der Pleite der Firma Viabus ist die Zukunft des Vilbus in Bad Vilbel in Hessen offen. Die Stadtwerke wollen Ausfälle verhindern. Eine Garantie gibt es nicht.

Nach Viabus-Pleite

Vilbus: Stadtwerke wollen Ausfälle von Fahrten verhindern - aber keine Garantie

Auf die Fahrgäste des Vilbeler Stadtbusses kommen unruhige Zeiten zu. Die Firma Viabus, die fünf innerstädtischen Linien bedient, hat Insolvenz angemeldet. Das Verfahren läuft. Die Zukunft des Vilbusses ist offen. Laut den Stadtwerken sollen die gelben Gefährte weiterrollen. Ziel sei es, ein "Worst-Case-Szenario" abzuwenden.

Bad Vilbel - Als wäre es ein ganz gewöhnlicher Montagmorgen (23.09.2019), steuert der gelbe Linienbus durch den Biwer-Kreisel in Richtung Heilsberg. Dabei war der Start in die Woche alles andere als normal – und dass die Linie 60 in Bad Vilbel ihre Tour wie an jedem anderen Tag befuhr, bei weitem nicht selbstverständlich. Denn seit vergangenen Donnerstag (19.09.2019) läuft gegen das Busunternehmen Viabus aus Speyer, das in Bad Vilbel den Vilbus genannten Stadtbus betreibt, ein Insolvenzverfahren. 

Bad Vilbel: Vilbus fährt nach Pleite von Viabus erstmal weiter

Insgesamt fünf Linien im Stadtgebiet bedient Viabus mit seinen Fahrzeugen. Noch acht Jahre läuft der Vertrag zwischen den Stadtwerken und der Tochterfirma des seit Mai ebenfalls zahlungsunfähigen britischen Konzerns Metropolitan European Transports (MET). Dass der Vertrag erfüllt wird, scheint dieser Tage fraglich. Die Zukunft des Vilbusses ist durch die Pleite ungewiss. Übers Wochenende rollte der Busverkehr dem Vernehmen nach jedoch wie gewohnt. 

In einer Pressemitteilung hatte der vorläufige Insolvenzverwalter Nils Meißner zuvor als Ziel ausgegeben, den Geschäftsbetrieb "möglichst reibungslos zu stabilisieren und weiterzuführen". Was das für die Fahrgäste genau bedeutet, blieb offen. Für ein Gespräch war Rechtsanwalt Meißner gestern nicht zu erreichen. 

Bad Vilbel: Nach Pleite von Viabus das Schlimmste verhindern 

Eröffnet wurde das Insolvenzverfahren vom Amtsgericht Essen, wo die Viabus-Mutter MET ihren Sitz hat. Meißner wolle in den "kommenden Tagen und Wochen" in enger Abstimmung mit der Unternehmensgruppe Gespräche mit den Auftraggebern und Kunden führen. Er werde "unverzüglich sämtliche Fortführungsoptionen mit den Vertragspartnern prüfen". Die Löhne der Mitarbeiter – darunter auch jene der Busfahrer – seien bis Ende November durch das Insolvenzgeld abgesichert. 

Kontakt zu den Stadtwerken hat Meißner nach Angaben der Kommune bereits aufgenommen. Mit Aussagen zur Krisensituation rund um den Vilbus hielt man sich gestern dennoch zurück. "Nach geltendem Insolvenzrecht ist der Betrieb aller Voraussicht nach für die nächsten drei Monate gesichert", hieß es in einer Mitteilung der Stadtwerke. Sie arbeiteten "mit Hochdruck an einer belastbaren Lösung, damit der Vilbus auch weiterhin zuverlässig alle Linien bedient." 

Bad Vilbel: Keine Garantie für Fahrten von Viabus

Eine Garantie, dass es kurzfristig nicht zu Ausfällen auf den innerstädtischen Routen kommt, wollte Rüdiger Milke, kaufmännischer Leiter der Stadtwerke, auf Anfrage nicht geben. "Wir ziehen alle Register, um ein solches Worst-Case-Szenario zu vermeiden", sagte er. "Der Vilbus wird weiterfahren. Wir hoffen, dass es nicht zu Ausfällen kommt. Das ist das Ziel." 

Zu weiteren – auch zeitlichen – Prognosen ließ Milke sich angesichts des laufenden Verfahrens nicht hinreißen. Seit Freitag sei er dauerhaft mit der Causa Viabus beschäftigt, führe Gespräche mit Insolvenzverwalter, Firma selbst und Fahrern. Milke: "Es ist eine schwierige Situation." 

Für Viabus in Bad Vilbel sind mehrere Lösungen denkbar 

2017 bekam Viabus bei einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag für den Vilbus-Betrieb. Teils unter anderem Namen arbeiten die Stadt Bad Vilbel und der Busbetreiber schon seit 2010 zusammen. Viabus ist auch in Aschaffenburg, Mannheim sowie Frankenthal aktiv und zog sich erst Ende 2018 aus dem Stadtbusbetrieb des benachbarten Nidderau zurück. 

Das Busunternehmen stand in der Vergangenheit wiederholt in der Kritik. Einerseits wegen mutmaßlicher Dumping-Preise in den Vergabeverfahren. Andererseits beklagten Fahrgäste in anderen Kommunen ortsunkundige Fahrer und schmutzige Busse.

Bad Vilbel: Viabus hat sich an Zusagen gehalten

"Rein betrieblich ist von Mai bis jetzt alles einwandfrei gelaufen", sagte Milke nun auf die Frage hin, ob die Stadtwerke das Viabus-Unglück hätten kommen sehen. Über die Insolvenz des Mutterkonzerns MET sei man natürlich informiert gewesen, so der kaufmännische Leiter. Konkrete Handlungsnotwendigkeit habe aber nicht bestanden. Viabus habe sich an alle Zusagen gehalten. Notfallpläne hinter dem Rücken des Vertragspartners zu schmieden, hätte demnach im Zweifel rechtliche Konsequenzen gehabt. 

Jetzt bleibe abzuwarten, ob Viabus die Erwartungshaltung, den Busbetrieb "verlässlich sichern" zu können, erfüllen könne. Erst wenn es eindeutige Signale des Insolvenzverwalters gebe, könne man sich nicht äußern. Milke: "Es gibt verschiedene denkbare Varianten."

Von Alexander Gottschalk

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