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Margarethe Hinterlang und Peter Hollerbach vom Dottenfelderhof verkaufen nur Weihnachtsbäume mit Biosiegel. Für viele Vilbeler wird das Thema Nachhaltigkeit auch beim Christbaumkauf immer wichtiger.

Weihnachten ökologisch

Öko-Christbaum aus guten Gründen sehr gefragt - In Bad Vilbel musste nachgeliefert werden

In Bad Vilbel werden den Händlern gerade die Bio-Weihnachtsbäume aus den Händen gerissen. Aus überzeugenden Gründen.

Bad Vilbel. Was ist Weihnachten ohne einen Weihnachtsbaum? Für viele Bürger kaum vorstellbar. Rund 30 Millionen Weihnachtsbäume werden laut Statista jährlich allein in Deutschland verkauft.

Auch in Bad Vilbel freuen sich die Händler über den Ansturm auf die begehrten Christbäume: "In diesem Jahr haben wir überraschend viele Fichten verkauft", sagt Peter Hollerbach. Er ist zuständig für den Weihnachtsbaumverkauf auf dem Dottenfelderhof. "Wir haben schon mehrere Nachlieferungen erhalten. Sonst ist eigentlich immer die Nordmanntanne besonders gefragt."

Bad Vilbel: Beliebt als Weihnachtsbaum sind Tannen mit weichen Nadeln 

Noch immer kaufen die Bürger ihre weihnachtlichen Begleiter am liebsten beim lokalen Händler. Bestellungen im Internet lagen im vergangenen Jahr laut Verbraucherzentrale bei einem Prozent. Auch Plastikbäume kommen für die Vilbeler nicht infrage: "Die Leute kaufen gerne nur die Baumspitzen, weil die einen besonders intensiven Duft verbreiten", sagt Margarethe Hinterlang, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des Hofes. 

Gefragt seien besonders Tannen mit weichen Nadeln für Kinder. In den letzten Jahren haben die Menschen ein grünes Gewissen für Weihnachtsbäume entwickelt. Der Nadelbaum soll möglichst aus der Region stammen und möglichst kurze Transportwege absolviert haben. Da die Nordmanntanne aber kein heimischer Baum ist, sind kurze Transportwege nicht möglich.

Daher beziehen die Händler ihre Tannen auch nicht aus der Wetterau, sondern von großen Lieferanten oder Baumschulen. "Es dauert bis zu acht Jahre, bis aus einem Setzling ein Weihnachtsbaum gewachsen ist", sagt Hinterlang. Die Christbäume für Bad Vilbel stammen aus dem Sauerland. "Wir beziehen unseren Bestand aus Schmallenberg. Das Sauerland ist mit 28 Millionen Tannen der Hauptlieferant für Weihnachtsbäume", erklärt Hinterlang. 

Sauerland: Schafe als Baumpfleger für Weihnachtsbäume

Wie alle Waren, die auf dem Dottenfelderhof angeboten werden, verfügen auch die Nadelbäume über ein Biosiegel. Dieses Siegel garantiert, dass der Baum auf einer Fläche gewachsen ist, auf der keine Pestizide oder Glyphosat zum Einsatz kommen. "Der biologische Aufwand ist deutlich größer, da alles per Hand erledigt wird. Beim Schutz der Tannen kommen Schafe zum Einsatz, die das Gras um die Bäume fressen", erklärt Hinterlang. Außerdem sind Tannen aus biologischem Anbau gut für die Tierwelt: "Wo es Biotannen gibt, gibt es auch Bienen und Insekten", sagt Hinterlang. 

Der Mehraufwand mache sich beim Preis kaum bemerkbar. Entscheidend seien eher die Größe und die Nadeldichte. "Eine Tanne mit Biosiegel kostet etwa fünf bis zehn Euro mehr als ein vergleichbares Exemplar ohne Siegel. Da die Leute aber Wert auf Qualität legen, sind sie bereit, mehr für den Baum zu bezahlen", erklärt Hinterlang. Verkauft werden die Christbäume auf dem Dottenfelderhof aktuell von Studenten aus China. Die Studenten verdienen sich auf dem Hof nebenbei etwas für ihr Studium dazu. 

Wetterau: Weihnachtsbaum mit Bio-Siegel

Auf dem Parkplatz verstaut Familie Schulze gerade ihre Nordmanntanne auf dem Autodach. "Man sieht es unserem Baum ja eigentlich nicht an, dass er ein Biosiegel hat. Aber irgendwie kann ich das Fest einfach noch mehr genießen, wenn ich weiß, dass meine Nordmanntanne aus nachhaltigem Anbau stammt", begründet Vater Florian Schulze seinen Kauf. Wer jetzt noch keinen Weihnachtsbaum für das Fest gekauft hat, findet noch genügend Auswahl an Biotannen auf dem Dottenfelderhof. Zu lange warten sollte man allerdings nicht. Da die Nadelbäume in diesem Jahr so kurz vor Weihnachten nicht mehr nachbestellt werden, sollte mit dem Kauf nicht bis Heiligabend gewartet werden.
Von Lukas Schäfer

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